Der 17. März 2026 wird ein ganz besonderer Tag sein, denn dann jährt sich der Geburtstag von Siegfried Lenz, einem der bedeutendsten Schriftsteller der deutschsprachigen Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur, zum 100. Mal. Das Literaturhaus Schleswig-Holstein hat aus diesem Anlass eine umfangreiche Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, um sein Werk und seine Person gebührend zu feiern. Diese Veranstaltungen beginnen bereits im März und bieten ein vielfältiges Programm, das von Lesungen bis hin zu Ausstellungen reicht.
Am 10. März wird die Autorin Andrea Paluch im Literaturhaus aus Lenz‘ Novelle „Jütländische Kaffeetafeln“ lesen. Zwei Tage später, am 12. März, findet in der Tingleffhalle in Westerrönfeld eine Lesung mit Feridun Zaimoglu statt, der Lenz‘ frühen Roman „Es waren Habichte in der Luft“ und die Erzählung „Das Feuerschiff“ vorstellen wird. An diesem Tag wird zudem die szenische Lesung „Ihr ganz lieben Zwei“ im Literaturhaus stattfinden, die den Briefwechsel zwischen Lenz und Helmut Schmidt thematisiert.
Ein Blick auf „Deutschstunde“
Ein zentrales Werk von Lenz ist der Roman „Deutschstunde“, der als künstlerische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus gilt. In der Bühnenbearbeitung durch Lukas Rosenhagen wird die Geschichte von Siggi Jepsen erzählt, der in einer Anstalt für schwer erziehbare Jugendliche eingesperrt ist. Dort soll er einen Aufsatz über die „Freuden der Pflicht“ schreiben, während er über seine Kindheit und die strikten Erwartungen seines Vaters nachdenkt. Diese spannende Verknüpfung von persönlichen Schicksalen mit gesellschaftlichen Themen ist typisch für Lenz und macht sein Werk so bedeutend.
Die Lesungen und Veranstaltungen im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten sind nicht nur eine Hommage an Lenz, sondern auch eine Gelegenheit, über die Relevanz seiner Themen nachzudenken. Jan Christophersen wird am 18. März im Literaturhaus Kiel über Lenz‘ Einfluss auf sein eigenes Schreiben sprechen, während Marko Gebbert am 23. März im Freilichtmuseum Molfsee aus der Erzählsammlung „Der Geist der Mirabelle. Geschichten aus Bollerup“ lesen wird. Zum Abschluss der Reihe wird am 27. März im Nordkolleg Rendsburg die Lesung „Die Stimme der Verantwortung“ stattfinden, die Lenz‘ Beiträge für das NDR-Radio in den 1950er Jahren beleuchtet.
Ausstellungen und weitere Aktivitäten
Zusätzlich zu den Lesungen sind zwei Ausstellungen Teil des Programms. Im Literaturhaus sind bis zum 31. März Zeichnungen von Liselotte und Siegfried Lenz zu sehen. Vom 26. März bis 10. Mai wird die Ausstellung „Mein erlebtes erzähltes Schleswig-Holstein“ der Hamburger Lenz-Stiftung im Landeshaus Kiel präsentiert, die am 25. März eröffnet wird. Diese Veranstaltungen bieten nicht nur einen tiefen Einblick in Lenz‘ Schaffen, sondern auch einen Kontext zu seinem Leben und seinen literarischen Themen.
Die Verdienste von Siegfried Lenz sind enorm. Er wurde am 17. März 1926 in Lyck, Ostpreußen, geboren und studierte später Philosophie, Anglistik und Literaturwissenschaft. Lenz war als Redakteur tätig und machte sich 1951 als freier Schriftsteller selbstständig. Sein Werk umfasst über 25 Millionen Auflagen in rund 30 Ländern und 22 Sprachen, und er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Gerhart-Hauptmann-Preis und den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Auch nach seinem Tod am 7. Oktober 2014 bleibt Lenz eine zentrale Figur der deutschen Literatur, dessen Einfluss weiterhin spürbar ist.
Für weitere Informationen zu den Veranstaltungen und Ausstellungen, besuchen Sie bitte die Website des Literaturhauses Schleswig-Holstein und erfahren Sie mehr über den besonderen Anlass und das Erbe von Siegfried Lenz.