Die Stadt Köln und ihre Umgebung stehen vor spannenden Veränderungen im Bahnverkehr, die die Mobilität der Menschen und die wirtschaftliche Entwicklung entscheidend beeinflussen könnten. Fraktionsvorsitzender der Grünen im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Lasse Petersdotter, fordert umfassende Verbesserungen im Bahnverkehr, speziell im Personen- und Güterverkehr. Für Petersdotter ist unbestreitbar, dass sowohl die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken als auch der Neubau von Strecken auf der Agenda stehen müssen. Besonders klimapolitisch relevante Verbindungen, die sowohl für Berufspendler als auch für Freizeitreisen wichtig sind, sollen dabei in den Fokus rücken. „Das wird zwar ein Kraftakt“, so Petersdotter, “doch die Vorteile für Umwelt und Gesellschaft sind nicht von der Hand zu weisen.” [borkenerzeitung.de] berichtet, dass diese Prozesse allerdings Zeit in Anspruch nehmen können.

Das Infrastrukturprogramm des Bundes zielt darauf ab, nicht nur Straßen und Häfen zu sanieren, sondern auch die Schieneninfrastruktur deutlich zu stärken. Ein leistungsfähiges Schienennetz wird als Grundpfeiler für die wirtschaftliche Entwicklung und die Sicherheitspolitik gesehen. Schleswig-Holstein könnte in sicherheitspolitischen Lagen als bedeutende Drehscheibe fungieren. “Wir brauchen einfach mehr neue Verbindungen im Personennahverkehr”, erklärt Petersdotter. Aktuelle Projekte beinhalten den Ausbau der Strecke Neumünster-Bad Oldesloe und die Wiederaufnahme der Verbindung zur Hafenspitze in Flensburg, allem voran die Reaktivierung der Verbindung Geesthacht-Hamburg-Bergedorf.

Der Weg in die Zukunft: Zielsetzungen und Herausforderungen

Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, den Schienenverkehr bis 2030 massiv auszubauen. Dies umfasst eine Verdopplung der Verkehrsleistung im Schienenpersonenverkehr und die Erhöhung des Anteils des Schienengüterverkehrs auf 25%. Ein ambitioniertes Ziel, das jedoch mit klaren Strategien verfolgt wird. Dies deckt sich mit dem Klimaprogramm 2030, das darauf abzielt, die Treibhausgasemissionen um 55% zu senken. Die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken wird dabei als Schlüsselmaßnahme angesehen, um den Verkehr vermehrt auf die Schiene zu verlagern. Über 325 Bahnstrecken mit einer Gesamtlänge von 5.426 km könnten reaktiviert werden, was nicht nur 379 Städte und Gemeinden wieder an das Netz anschließen würde, sondern auch 3,8 Millionen Einwohner profitieren ließen. [vdv.de] hat dazu bereits umfassende Modellrechnungen vorgestellt.

Die Liste der vorgeschlagenen Reaktivierungen lässt sich über alle Bundesländer hinweg sehen und zeigt auch die Herausforderungen: Hohe Kosten und planungsrechtliche Hürden sind weiterhin große Herausforderungen. In Nordrhein-Westfalen sind es beeindruckende 75 vorgeschlagene Reaktivierungen, während ländliche Regionen und Mittelzentren ebenfalls profitieren könnten. In Deutschland sind über 900 Mittelzentren erfasst – 122 davon sogar ohne Bahnanschluss. Die Lösungen sind vielfältig, und die häufigsten Fragen drehen sich darum, wie Radwege und Bahnreaktivierungen in Einklang gebracht werden können, um den Verkehrsfluss zu optimieren.

Die Rolle des Deutschlandtickets

Eine zentrale Rolle im neuen Verkehrskonzept spielt das Deutschlandticket. Petersdotter sieht das Ticket als einen entscheidenden Fortschritt, fordert jedoch Stabilität ohne ständige Preiserhöhungen. Um diese Erschwinglichkeit zu gewährleisten, ist es nötig, dass der Staat – besonders auf Bundesebene – die Finanzierung stärkt und dadurch die finanziellen Lasten nicht auf die Länder abwälzt.

Mit der Aussicht auf eine bessere Anbindung durch die Reaktivierung von Bahnstrecken und neuen Verbindungen erhofft man sich nicht nur zukunftsfähige Mobilität, sondern auch eine Stärkung der regionalen Wirtschaft und Lebensqualität in den betroffenen Gebieten. Es bleibt zu hoffen, dass der Fortschritt schnell erkennbar wird und die Mobilität in und um Köln auf ein neues Niveau gehoben wird.