In einer umfassenden Prüfung hat der ADAC in diesem Jahr vier Ganzjahresreifen mit der Note „Gut“ ausgezeichnet. Zu den Siegern zählen Modelle von den Herstellern Goodyear, Pirelli, Continental und Bridgestone. Diese Auszeichnung ist bemerkenswert, denn im Vorjahr hatte lediglich ein Goodyear-Modell die gleiche Bewertung erhalten. Stetig steigende Nachfrage nach Ganzjahresreifen hat die Reifenhersteller dazu animiert, ihre Produkte zu verbessern und sicherer zu machen.

Dennoch gibt es auch Schattenseiten: Die Testergebnisse zeigen, dass vier getestete Reifen mit der Note „Mangelhaft“ abgeschnitten haben. Darunter sind die Modelle von Petlas und Arivo, die laut den Experten vom ADAC deutliche Schwächen aufweisen, die ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen. Mangelhafte Reifen zeigen in mindestens einer Kategorie gravierende Defizite, die für Autofahrer gefährlich werden können.

Umfangreiche Testmethodik

Insgesamt wurden 16 Reifen überprüft. Die Tests fanden unter extremen Bedingungen statt, sowohl im Sommer auf trockenem Asphalt als auch im Winter auf stark vereisten Straßen in Finnland. Das Ergebnis zeigt gravierende Unterschiede bei den Bremswegen aus 100 km/h bis zum Stillstand, insbesondere auf heißem Asphalt. Daher empfehlen die Tester, dass die ausgezeichneten Modelle niemals die gleiche Fahrsicherheit wie spezialisierte Sommer- oder Winterreifen bieten können.

Die Nachfrage nach Ganzjahresreifen ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Im Jahr 2019 machten sie bereits 20 Prozent aller verkauften Pkw-Reifen aus. Ganzjahresreifen bieten eine praktische Lösung für Autofahrer in gemäßigten Klimaregionen, die nicht mit extremen Wetterbedingungen konfrontiert sind. Besonders vorteilhaft ist diese Option für Besitzer von Zweit- und Kleinwagen, die nur wenig fahren und so Kosten sparen möchten.

Eigenschaften und Vorschriften

Was die Merkmale anbelangt, kombiniert ein Ganzjahresreifen Eigenschaften von Sommer- und Winterreifen. Sie verfügen über kleine Lamellen für besseren Grip bei Schnee und einer Gummimischung, die bei Temperaturen zwischen -30 und +40 Grad gut funktioniert. Diese Reifen sind offiziell als Winterreifen anerkannt, solange sie mit dem M+S- oder dem Alpine-Symbol gekennzeichnet sind. Für deren Nutzung gilt in Deutschland eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm, um den Anforderungen der situativen Winterreifenpflicht zu genügen.

Zusätzlich sollten Autofahrer beachten, dass der Geschwindigkeitsindex von Ganzjahresreifen unter dem Wert für die Fahrzeughöchstgeschwindigkeit liegen kann. Um dies zu kennzeichnen, müssen Hinweise wie Aufkleber oder Geschwindigkeitsbegrenzer verwendet werden. In Italien gelten zwischen dem 15. Oktober und dem 15. Mai ähnliche Vorschriften wie in Deutschland, allerdings gibt es zwischen dem 16. Mai und dem 14. Oktober spezifische Regeln zu Geschwindigkeitsindizes.

So bleibt festzuhalten, dass Ganzjahresreifen eine flexible, jedoch nicht risikofreie Lösung darstellen, und das Augenmerk der Autofahrer auf die Qualität und Sicherheit der Reifen gelegt werden sollte. Der ADAC hat mit seinen Tests wichtige Informationen veröffentlicht, die jeder Autofahrer für eine fundierte Kaufentscheidung nutzen kann.

Weitere Details zu den Testergebnissen können Sie in den ausführlichen Berichten von Nordkurier und ADAC nachlesen.