In Bad Bramstedt tut sich etwas: Bürgermeister Felix Carl (parteilos) hat die zügige Vermarktung der seit fast sechs Jahren brachliegenden Gewerbeflächen am Lohstücker Weg ins Visier genommen. Auf diesen Flächen, die auch als Gewerbepark Auenland bekannt sind, gibt es bereits Straßen und eine Ampel für die Verkehrsregelung, doch die Flächen selbst sind noch nicht entwickelt. Lange Zeit wurde behauptet, dass die Flächen nicht verkauft werden könnten, solange kein neuer Generalentwässerungsplan (GEP) vorliegt. Der Kreis Segeberg hat jedoch klargestellt, dass dies nicht der Fall ist, auch wenn die Vermarktung weiterhin problematisch bleibt.

Der bestehende Entwässerungsplan, der aus den 70er Jahren stammt, ist veraltet, weil die Stadt damals kleiner war. Der Druck des Kreises Segeberg zwingt die Stadt dazu, einen neuen GEP zu erstellen, der sich momentan in der Beratung bei den Fraktionen befindet. Carl hat zudem prüfen lassen, ob der fehlende GEP die Vermarktung der Flächen behindert, was verneint wurde. Grundsätzlich sind die Flächen entwickelbar, wobei die Entwässerungsfrage nach wie vor ungelöst bleibt. Die frühere Bürgermeisterin Verena Jeske (parteilos) hat bestätigt, dass das Problem nicht der fehlende GEP, sondern die Entwässerungsfrage für den Gewerbepark ist.

Neue Perspektiven für den Gewerbepark

Die Gewerbeflächen am Lohstücker Weg sind nicht nur für Bad Bramstedt von Bedeutung, sondern auch für die Region. Carl betont, dass die Vermarktung der Flächen höchste Priorität hat, um neue Unternehmen und Arbeitsplätze nach Bad Bramstedt zu holen. Erste Gespräche mit interessierten Firmen wurden bereits geführt. Das Gebiet 58, das zuvor vom Hamburger Endoprothesenhersteller Waldemar Link gekauft wurde, hatte eine Baugenehmigung, jedoch zog sich das Unternehmen im letzten Jahr aus dem Projekt zurück. Der Bebauungsplan für das Gebiet 61 ist rechtskräftig, während das Gebiet 66, wo eine Tankstelle entstehen soll, noch nicht genehmigt ist.

Zusätzlich plant die Stadt Bad Bramstedt die Entwicklung des B-Plan 58 „Gewerbegebiet Süd“, das westlich der B 206, südlich der B4 „Lohstücker Weg“ und nördlich des Siggenweges liegt. Im Rahmen dieses Plans ist die Beseitigung von zwei Fließgewässern vorgesehen. Diese Maßnahme stellt einen Gewässerausbau gemäß § 67 Abs. 2 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) dar und erfordert eine wasserrechtliche Planfeststellung oder Plangenehmigung. Der Gewässerpflegeverband Schmalfelder Au ist für die Unterhaltung dieser Gewässer zuständig, während für andere Gewässer im Umfeld unterschiedliche Pflegeverbände zuständig sind.

Ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit im Fokus

Bei der Entwicklung von Gewerbegebieten ist es wichtig, sowohl ökologische als auch ökonomische Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. Kommunen benötigen Gewerbegebiete, um Arbeitsplätze zu schaffen und Einnahmen durch Gewerbesteuern zu generieren. Zukünftige Entwicklungen sollten daher Maßnahmen für nachhaltige Gewerbegebiete und Unternehmensansiedlungen in den Mittelpunkt stellen. Dazu gehören Workshops mit Gemeindegremien, um geeignete Nachhaltigkeitskriterien zu entwickeln und Ansiedlungskriterien zu erarbeiten.

Die interkommunale Kooperation spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle, da neue Flächen im Allgemeinen rar sind. Standortanalysen und die Schaffung von Grundlagen für die Kooperation sind essenziell, um die Herausforderungen der Gewerbeflächenentwicklung zu meistern. Bad Bramstedt ist hier auf einem guten Weg, auch wenn noch einige Herausforderungen zu bewältigen sind. Die Marketingabteilung des Rathauses soll künftig die Wirtschaftsförderung übernehmen, was die Aussicht auf neue Unternehmen und Arbeitsplätze weiter verbessern könnte.

Quellen: kn-online.de, uvp-verbund.de, cdi-projekte.de.