Im Sommer 2024 ereignete sich in Reinbek, einem kleinen Städtchen im Kreis Stormarn, ein spektakulärer Raubüberfall, der die Region in Atem hielt. Drei Männer überfielen eine private Schließfachfirma und erbeuteten Gold, Silber, Schmuck und Bargeld im Wert von rund drei Millionen Euro. Insgesamt wurden 13 Schließfächer aufgebrochen, und 19 Personen wurden durch diesen kriminellen Akt betroffen. Die Täter fesselten eine Mitarbeiterin, bevor sie sich Zugang zu den wertvollen Gegenständen verschafften. Die Polizei hat bereits einen großen Teil der gestohlenen Beute sichergestellt und an die berechtigten Eigentümer zurückgegeben, was jedoch aufgrund des notwendigen Besitznachweises durch Unterlagen wie Kaufverträge oder Zertifikate eine Herausforderung darstellte. Ohne einen schriftlichen Eigentumsnachweis musste die Polizei eine „lösungsorientierte Einzelfallabwägung“ vornehmen.
Im September 2025 wurde ein 32-Jähriger wegen seiner Beteiligung an dem Raub verurteilt und zu drei Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Er hatte während der Verhandlung Informationen über einen weiteren Tatverdächtigen, einen 37-Jährigen, geliefert. Die Ermittlungen gegen die zwei anderen Täter dauern weiterhin an. Ein 53-jähriger Tatverdächtiger, der ebenfalls in den Überfall verwickelt war, reiste nach dem Raub über Ungarn nach Serbien, wo er später von den serbischen Behörden durchsucht wurde. Hierbei wurde ein großer Teil des Raubguts, darunter über 960 Gold- und Silbermünzen, sichergestellt.
Internationale Ermittlungen und Rückführung der Beute
Die Rückführung der gestohlenen Wertsachen nach Deutschland stellte sich als vielschichtige Aufgabe heraus. Ermittler aus Deutschland, Serbien und der Schweiz kooperierten eng, um das Diebesgut aufzuspüren. Die Polizeidirektion Ratzeburg und die Staatsanwaltschaft Lübeck gaben bekannt, dass die gestohlenen Gegenstände im Rahmen internationaler Rechtshilfe zurückgebracht wurden. Der Anteil an der Beute, der nicht eindeutig zugeordnet werden konnte, bleibt vorläufig gesichert.
Die Ermittlungen, die sowohl in Deutschland als auch in Serbien vorangetrieben wurden, zeigten, wie wichtig internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen das Verbrechen ist. Im Oktober 2024 fanden mehrere Durchsuchungen statt, bei denen Personen, die der Hehlerei verdächtigt wurden, ins Visier der Polizei gerieten. Auch in Luzern, Schweiz, wurden im Juli 2025 weitere Durchsuchungen durchgeführt, um die Ermittlungen zu intensivieren.
Die Auswirkungen des Raubs auf die Betroffenen
Die Auswirkungen des Raubs sind umfassend. Die 19 betroffenen Personen mussten nicht nur den Verlust ihrer Wertsachen hinnehmen, sondern auch die emotionalen und psychologischen Folgen eines Überfalls. Die Polizei betont, dass die Täter für den entstandenen Schaden haften und das Amtsgericht Lübeck einen entsprechenden Beschluss gefasst hat. Die Rückgabe der Gegenstände ist ein wichtiger Schritt, um den Opfern eine gewisse Wiedergutmachung zu bieten, doch der Prozess ist langwierig und erfordert oft Geduld.
Die Ermittlungen sind nach wie vor im Gange, und es bleibt abzuwarten, ob die zwei verbliebenen Täter bald gefasst werden können. Die gesamte Situation verdeutlicht, wie komplex und herausfordernd die Aufklärung von Raubüberfällen ist und wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen den Behörden verschiedener Länder ist. Der Fall in Reinbek wird noch lange im Gedächtnis der Region bleiben, sowohl wegen des enormen Wertes der Beute als auch wegen der Art und Weise, wie der Überfall durchgeführt wurde. Weitere Informationen zu diesem Vorfall finden Sie in den Berichten des NDR und der Lübecker Nachrichten.
Für detaillierte Informationen zu den Ermittlungen und der Rückführung der gestohlenen Wertsachen besuchen Sie bitte die NDR-Website sowie die Lübecker Nachrichten.