Heute ist der 11.02.2026 und die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) stehen im Mittelpunkt eines Warnstreiks, der aufgrund eines Aufrufs der Gewerkschaft ver.di ausgerufen wurde. Die Aktion betrifft die Regionen im Hamburger Westen und Norden sowie die Landkreise Pinneberg und Segeberg. Die Streikmaßnahmen sind bis Donnerstagmorgen um 3 Uhr angesetzt und betreffen mehrere Betriebshöfe, darunter Volkspark, Norderstedt, Quickborn, Elmshorn und Schenefeld. Die Auswirkungen sind bis in die Hamburger Innenstadt spürbar, was auch die Express- und Metrobusse 1, 2, 3 und X3 einschließt.

Insgesamt fallen viele Buslinien vollständig aus, darunter die Linien 1, 22, 184, 185, 186, 188, 194, 196, 278, 281, 285, 286, 288, 293, 294, 296, 378, 384, 395, 488, 494, 588, 593, 595, 601, 794 und X95. Vereinzelt verkehren einige Fahrten auf den Linien 2, 3, 15, 21, 178, 189, 192, 193, 195, 284, 289, 295, 492, 594, 7141, X3 und X21. Der Schulverkehr auf den Linien 478 und 6541 bleibt jedoch gewährleistet, während ein Schienenersatzverkehr auf der A3 planmäßig verkehrt. Die U- und S-Bahnen sowie die AKN und Hochbahnbusse fahren wie gewohnt.

Hintergründe des Warnstreiks

Der Grund für den Warnstreik liegt in den aktuellen Verhandlungen über Arbeitszeitreduzierung und Zulagen. Die Gewerkschaft ver.di fordert eine 35-Stunden-Woche sowie Urlaubsgeld in Höhe eines halben Monatslohns. Auf der anderen Seite hat die Arbeitgeberseite lediglich eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit um eine halbe Stunde zum Fahrplanwechsel 2030/2031 angeboten. Die vierte Verhandlungsrunde ist für den 26. Februar geplant.

Zusätzlich zu den VHH-Beschäftigten ruft ver.di auch die Mitarbeiter der Hamburger Hochbahn und mehrere Betriebe im öffentlichen Dienst der Länder zum Warnstreik auf. Hinter diesem Aufruf steht die erste Verhandlungsrunde bei der Hamburger Hochbahn, die ergebnislos verlief, da die Arbeitgeber kein Angebot vorlegten. Ver.di fordert unter anderem eine Lohnsteigerung von 7,5 Prozent und einen Mietkostenzuschuss von 200 Euro pro Monat für Auszubildende. Diese Forderungen zielen darauf ab, die Attraktivität der Arbeitsplätze zu erhöhen, was von Jasmin Pahl, einem Jugendmitglied der Tarifkommission, betont wird.

Die Lage in Deutschland

Der Warnstreik in Hamburg ist Teil eines größeren Trends, der sich durch nahezu ganz Deutschland zieht. Am Montag wurden in fast allen Bundesländern Warnstreiks im Nahverkehr ausgerufen, mit Ausnahme von Hessen. Die Gewerkschaften erhöhen den Druck im Tarifstreit für den öffentlichen Dienst der Länder, während Arbeitgeber die Streikstrategie kritisieren und von einem Vertrauensverlust sprechen. Die voraussichtlich letzte Verhandlungsrunde über die Löhne der Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder findet am Mittwoch statt.

Insgesamt sind etwa 150.000 Beschäftigte zur Arbeitsniederlegung aufgerufen, was zu weitreichenden Auswirkungen in verschiedenen Bereichen führt, darunter Universitäten, Hochschulen, Kitas und Schulen. Die Proteste in Hamburg stehen unter dem Motto „Wir gehen baden, damit der Norden nicht absäuft“, was auf die Entschlossenheit der Streikenden hinweist, faire Arbeitsbedingungen einzufordern. Die Situation ist angespannt und die kommenden Tage werden entscheidend für die Verhandlungen und die Mobilität in der Region sein.

Für weiterführende Informationen zu diesem Thema sowie den aktuellen Entwicklungen können Sie die Berichterstattung auf NDR und ver.di verfolgen.