Der politische Wind in Schleswig-Holstein weht kräftig, denn Ulf Kämpfer wurde zum neuen Landeschef der SPD gewählt. Die Wahl fand auf einem außerordentlichen Parteitag in Büdelsdorf statt, wo beeindruckende 93,9 Prozent der Delegierten für den 53-Jährigen stimmten. Er folgt damit auf Serpil Midyatli, die ihr Amt im Rahmen einer Neuaufstellung abgab. Midyatli, die seit 2019 Landeschefin war, bleibt jedoch Fraktionsvorsitzende der SPD im Landtag. Kämpfer wurde im November 2023 zudem zum Spitzenkandidaten der SPD für die Landtagswahl 2027 gewählt, was seine ambitionierten Pläne für die Zukunft unterstreicht. Bis April 2025 wird er noch als Oberbürgermeister von Kiel amtieren, ein Posten, den er seit 2014 innehat.
Die SPD in Schleswig-Holstein hat seit 2017 die Opposition übernommen, während derzeit eine Koalition aus CDU und Grünen unter Ministerpräsident Daniel Günther regiert. Kämpfer möchte die SPD zurück in die Staatskanzlei führen und sieht seine Chance darin, mit konkreten Lösungen für Alltagsprobleme der Bürger zu punkten. Themen wie der öffentliche Nahverkehr, Kita-Öffnungszeiten und bezahlbare Mieten stehen dabei im Vordergrund. Kämpfer plant, Alternativen zur aktuellen Regierung zu entwickeln und hat den klaren Wunsch geäußert, Ministerpräsident zu werden. Sein Ziel ist es, eine erneuerte Küstenkoalition mit den Grünen und dem SSW zu bilden.
Wahl und Strategie für die Zukunft
Die Wahl von Kämpfer kam nicht von ungefähr, denn er setzte sich in einer parteiinternen Urwahl gegen Midyatli durch und erhielt 4.911 Stimmen (79,76%). Insgesamt nahmen 6.228 Mitglieder an der Urwahl teil, was einer Wahlbeteiligung von 44,63% entspricht. Midyatli erhielt 1.246 Stimmen (20,24%). Kämpfer betont, dass er für ein einfacheres, bezahlbareres und gerechteres Leben kämpfen will, wobei er die Bedeutung einer stärkeren Förderung des sozialen Wohnungsbaus, die Abschaffung der Studiengebühren und die Sicherung von Lehrerstellen hervorhebt. Trotz der Tatsache, dass er kein Mandat im Landtag hat, sieht er dies nicht als Hindernis, sondern will andere politische Themen setzen und als starker Herausforderer von Ministerpräsident Daniel Günther auftreten.
Die SPD Schleswig-Holstein hat sich mit Kämpfer an der Spitze klar positioniert. Seine Erfahrung als Staatssekretär, Oberbürgermeister und Vizepräsident des Städtetags kommt ihm dabei zugute. Kämpfer plant, die Partei zu motivieren und den Dialog mit unterschiedlichen Menschen und Institutionen zu suchen. Im Rahmen der Schleswig-Holstein-Konferenz am 22. November wird er eine Grundsatzrede halten, um die Pläne der SPD für die zukünftige Regierungsführung darzulegen. Dabei ist es ihm wichtig, die Unterstützung von Midyatli und anderen Parteikollegen zu gewinnen, um geschlossen in den Wahlkampf zu ziehen und die Günther-Regierung abzulösen.
Ein Blick in die Zukunft
Die politische Landschaft in Schleswig-Holstein ist im Umbruch. Kämpfers ambitionierte Pläne und seine klare Fokussierung auf die Belange der Bürger könnten der SPD helfen, die Rückkehr in die Staatskanzlei zu schaffen. Die nächsten Schritte seiner politischen Karriere sind entscheidend, und es bleibt spannend zu beobachten, wie er die Herausforderungen meistern wird, die auf ihn zukommen. Die Bürger von Schleswig-Holstein erwarten Lösungen und Antworten auf ihre drängendsten Fragen, und Kämpfer hat sich das Ziel gesetzt, genau dies zu liefern. In einer Zeit, in der die SPD in der Opposition ist, könnte seine Neuausrichtung der Partei den entscheidenden Unterschied machen, um die Wähler zurückzugewinnen und die politischen Geschicke des Landes aktiv mitzugestalten.
Weitere Informationen über Ulf Kämpfers Wahlen und seine politischen Pläne finden Sie in den Quellen: Welt, NDR, und SPD Schleswig-Holstein.