Die Kieler Holstenstraße, eine der ältesten Fußgängerzonen Deutschlands, steht vor einer umfassenden Umgestaltung, die bis Herbst 2027 abgeschlossen sein soll. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Einkaufsstraße attraktiver zu gestalten, da aktuell etwa 40% der Läden leer stehen. Die Bauarbeiten haben bereits im ersten Abschnitt zwischen dem Alten Markt und dem Holstenfleet begonnen und umfassen eine Vielzahl von Verbesserungen, darunter die Schaffung von mehr Sitzgelegenheiten, das Pflanzen von Bäumen und den Austausch des Pflasters. Die Sanierung ist notwendig, da die Kanalisation marode ist und die Holstenstraße künftig mit hellem Klinker gepflastert wird. Die Stadt Kiel investiert dafür etwa 6,5 Millionen Euro und hat im November 8,2 Millionen Euro an Städtebaufördermitteln vom Land erhalten. Dies wird als Teil einer größeren Initiative zur Stärkung der Innenstadt gesehen, die auch moderne Beleuchtung, Plätze zum Verweilen und Barrierefreiheit umfasst (NDR).
Die Umgestaltung der Holstenstraße ist Teil eines umfassenderen städtebaulichen Programms, das seit 1971 existiert. Das Innenministerium hat bis zu 8,258 Millionen Euro Städtebauförderungsmittel freigegeben, um die Holstenstraße vom Alten Markt bis zur Schevenbrücke und darüber hinaus aufzuwerten. Die Maßnahmen sind darauf ausgelegt, die Fußgängerzone funktionsfähig zu gestalten und den heutigen Ansprüchen gerecht zu werden. Zu den geplanten Änderungen gehören die Verlegung von Klinker- und Natursteinpflaster, die Schaffung breiterer Laufwege sowie die Neugestaltung des Asmus-Bremer-Platzes mit zwei neuen Brunnen (Schleswig-Holstein).
Vielseitige Maßnahmen zur Stadtentwicklung
Die Holstenstraße wird nicht nur durch neue Pflasterungen und Bäume aufgewertet, sondern auch durch eine sorgfältige Abstimmung der Ausstattungselemente wie Sitzbänke und Beleuchtung. Ein wichtiges Ziel dieser Umgestaltungsmaßnahmen ist die Barrierefreiheit, sodass alle Bürgerinnen und Bürger die Fußgängerzone problemlos nutzen können. Die Stadt möchte damit nicht nur die Attraktivität der Einkaufsstraße erhöhen, sondern auch den Wirtschaftsstandort Kiel stärken und als Ort für Versorgung, Wohnen, Freizeit, Arbeit und Kultur positionieren.
Die Städtebauförderung hat eine lange Geschichte in Deutschland und ist Teil eines umfassenden Fördersystems, das strukturschwache Regionen unterstützt. Im Bundeshaushalt 2024 stehen sogar 790 Millionen Euro für die Städtebauförderung zur Verfügung, um Innenstädte und Ortszentren zu stärken und nachhaltige städtebauliche Strukturen zu schaffen. Dabei wird auch der Klimaschutz zunehmend in die Förderprogramme integriert. Die Kieler Umgestaltung ist ein Beispiel dafür, wie Städtebauförderung konkret vor Ort wirkt und zur Stabilisierung und Aufwertung von Stadtteilen beiträgt (BMWSB).