Ein kräftiges Lebenszeichen sendet der öffentliche Dienst, wie aktuell mehrere Warnstreiks zeigen. In Schleswig-Holstein haben über 1.000 Beschäftigte, darunter auch Gewerkschaftsmitglieder, mit eindringlichen Aktionen auf ihre Forderungen aufmerksam gemacht. In Lübeck versammelten sich etwa 300 bis 350 Gewerkschafter, während in Kiel 550 bis 600 Kolleginnen und Kollegen auf die Straßen gingen. Auch Schleswig war mit rund 350 Teilnehmern vertreten. Diese Bewegung ist Teil der laufenden Tarifverhandlungen zwischen Verdi, dem Beamtenbund DBB und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), die am Donnerstag und Freitag in Potsdam fortgesetzt werden sollen. N-TV berichtet von den Hintergründen und den großangelegten Forderungen der Gewerkschaften.

Die Forderungen, auf die die Gewerkschaften pochen, sind klar: Eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent oder mindestens 300 Euro mehr pro Monat. Diese Streiks könnten nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern auch in anderen Bundesländern wie Bayern Schule machen. Hier hat Verdi ebenfalls zu Warnstreiks aufgerufen, insbesondere in der Oberpfalz und Mittelfranken. In Regensburg sind Stellen wie die Universität, das staatliche Bauamt und das Uniklinikum betroffen, während in Nürnberg und Erlangen Aktivitäten beim Wasserwirtschaftsamt und an Hochschulen geplant sind. Auch in diesen Regionen möchte man sicherstellen, dass die Patientenversorgung durch Notdienstvereinbarungen aufrechterhalten bleibt. BR informiert über die Situation und die Vorbereitungen.

Die Hintergründe der Tarifverhandlungen

Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst haben am 3. Dezember 2025 in Berlin begonnen. Rund 2,2 Millionen Beschäftigte sind betroffen, darunter über 900.000 Tarifbeschäftigte und etwa 1,3 Millionen Beamte und Versorgungsempfänger. Neben den Gehaltsforderungen stehen auch Themen wie eine Erhöhung der Zeitzuschläge um 20 Prozent und eine monatliche Anhebe von 200 Euro für Nachwuchskräfte zur Diskussion. Die Arbeitgeber haben jedoch die Forderungen als „nicht leistbar“ angeprangert. Insbesondere Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel bezeichnete die Forderungen als „astronomisch“ und verweist auf die angespannte finanzielle Lage der Länder. Tagesschau hat die Details zusammengefasst.

Die Differenzen zwischen den Gewerkschaften und den Arbeitgebern sind erheblich. Während die Gewerkschaften keine schlechteren Angebote als in Bund und Kommunen akzeptieren wollen, befürchten die Länder eine Handlungsunfähigkeit, die zu ernsthaften Konsequenzen führen könnte. Mobilisierungsaktionen und Warnstreiks sind daher in den kommenden Wochen zu erwarten, wobei man in den wichtigsten Bereichen wie Universitätskliniken und Schulen mit verstärkten Protesten rechnen muss.