Heute ist der 12.03.2026 und die Spritpreise in Deutschland haben ein alarmierendes Niveau erreicht. Infolge des Iran-Kriegs sind die Preise für Diesel und Benzin hierzulande stärker gestiegen als in jedem anderen EU-Land. Dies führt zu erheblichen Belastungen für die Verbraucher und hat die Diskussion um die Ursachen und Auswirkungen dieser Preisanstiege neu entfacht. Laut dem MDR liegen die Dieselpreise ohne Steuern 44 Prozent über dem Niveau vor Kriegsbeginn, während die Benzinpreise ohne Steuern um 29 Prozent gestiegen sind. Dies übersteigt den EU-Durchschnitt, wo Dieselpreise um 29 Prozent und Benzinpreise um 16 Prozent angestiegen sind.
Die Ölpreise selbst sind im gleichen Zeitraum um 27 Prozent gestiegen, was zusätzlich zu den hohen Spritpreisen beiträgt. Tomaso Duso, der Vorsitzende der Monopolkommission, weist darauf hin, dass auch strukturelle Probleme im Mineralölmarkt zu diesen Preissteigerungen führen. Die Berechnungen der Monopolkommission berücksichtigen jedoch keine Steuern und Abgaben, was die tatsächlichen Kosten für die Verbraucher weiter erhöht.
Ein Blick auf die globalen Ölmärkte
Die Situation wird durch geopolitische Spannungen weiter verschärft. Iranische Angriffe haben LNG-Anlagen in Katar lahmgelegt, wodurch die Gaspreise schneller steigen als die Rohölpreise. Rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Rohöls passieren täglich die strategisch wichtige Straße von Hormus, die zwischen Iran und Oman liegt. Seit Kriegsbeginn hat Iran den Schiffsverkehr in dieser Region eingeschränkt, was den Druck auf die globalen Märkte erhöht. Laut den aktuellen Berichten sind die Rohölpreise (Brent) von etwa 72 USD pro Barrel auf über 84 USD gestiegen, was einem Anstieg von 16 Prozent entspricht, so ZDF.
In Deutschland sind die Heizölpreise seit Freitag um 25 Prozent gestiegen und ohne Steuern sogar um 40 Prozent. Auch die Gasoil-Preise sind um 30 Prozent gestiegen, obwohl keine Lieferstörungen vorliegen. Experten und Politiker kritisieren diese Preiserhöhungen, da der Kraftstoff zu niedrigeren Vorkriegspreisen eingekauft wurde. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche betont, dass trotz der hohen Preise keine Knappheit bei Öl und Gas besteht, da Deutschland Rohöl aus rund 30 Ländern bezieht.
Historische Preisentwicklungen
Um die aktuelle Situation besser zu verstehen, ist es sinnvoll, einen Blick auf die historische Preisentwicklung der Kraftstoffe in Deutschland zu werfen. In den letzten Jahrzehnten haben die Kraftstoffpreise erhebliche Schwankungen durchlaufen. In den 1990er Jahren waren die Preise vergleichsweise niedrig. Laut einer Analyse des ADAC betrugen die Preise für Superbenzin (E5) im Jahr 2000 etwa 1,00 €/Liter und stiegen 2012 auf über 1,60 €/Liter. Der Dieselpreis lag 2000 bei 0,80 €/Liter und erreichte 2008 über 1,40 €/Liter, als die Ölpreise stark anstiegen.
2022 erlebten wir dann einen historischen Höchststand mit über 2,30 €/Liter, bedingt durch den Ukraine-Krieg und die damit verbundene Energiekrise. Staatliche Eingriffe, wie der Tankrabatt, führten zu vorübergehenden Preissenkungen, konnten jedoch die langfristigen Trends nicht aufhalten. Die aktuellen Preisanstiege sind somit Teil eines größeren, komplexen Musters, das durch geopolitische Spannungen und strukturelle Probleme im Markt beeinflusst wird.