Wadephul: Syrien heute schlimmer als Deutschland 1945! Kritik entbricht!

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Bundesaußenminister Wadephul vergleicht Syrien mit Deutschland 1945 und diskutiert Rückkehrmöglichkeiten für Flüchtlinge.

Bundesaußenminister Wadephul vergleicht Syrien mit Deutschland 1945 und diskutiert Rückkehrmöglichkeiten für Flüchtlinge.
Bundesaußenminister Wadephul vergleicht Syrien mit Deutschland 1945 und diskutiert Rückkehrmöglichkeiten für Flüchtlinge.

Wadephul: Syrien heute schlimmer als Deutschland 1945! Kritik entbricht!

Die Situation in Syrien bleibt besorgniserregend, wie Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) jüngst während eines Besuchs in Harasta, einem Vorort von Damaskus, feststellte. In seiner Aussage verglich er die Zerstörung im Land mit den verheerenden Zuständen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Diese Äußerung sorgt für erhebliche Diskussionen und ist ein heikles Thema, da sie die Debatte über die Rückkehr von geflüchteten Syrern nach Deutschland neu anheizt. Wadephuls Vergleich stieß dabei nicht nur auf Zustimmung, sondern auch auf massiven Widerstand innerhalb der CDU und CSU, wo die Rückführung von syrischen Schutzsuchenden ein zentrales Anliegen darstellt.

Wadephul erklärte, dass Syrien, ähnlich wie das Deutschland nach 1945, so stark zerstört sei, dass eine Rückkehr der Flüchtlinge momentan nicht möglich sei. In Harasta lebten von einst 350.000 Menschen nur noch 40.000, und mehr als zwei Drittel der Häuser seien zerstört. Zudem werden täglich neue Massengräber entdeckt, was die beklemmende Situation vor Ort unterstreicht. Der Minister kündigte an, Deutschland werde den Wiederaufbau Syriens weiter unterstützen, nachdem das Land lange unter dem Regime von Baschar al-Assad litt. In den letzten Jahren haben über sieben Millionen Menschen Syrien verlassen, während nur eine kleine Zahl von Flüchtlingen die Rückkehr wagte.

Ein zartes Pflänzchen Hoffnung?

Mit der Absetzung des Assad-Regimes im Dezember 2024, das von Rebellen unter der islamistischen Miliz Hajat Tahrir al-Scham gestürzt wurde, scheint eine neue Ära angebrochen zu sein. Doch viele Experten warnen vor den anhaltenden Gefahren und der instabilen Lage in Syrien. Alltägliche Herausforderungen, wie die fehlende Infrastruktur in vielen Regionen, machen eine Rückkehr nach wie vor riskant. Nur knapp 2.000 Geflüchtete sind seit Anfang 2025 nach Syrien zurückgekehrt, und wie der UNHCR betont, gibt es derzeit keine rationale Grundlage, um Rückkehrer zu ermutigen.

Die Parallelen zum Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg sind unumstritten. In Deutschland kam es damals zu einer bemerkenswerten Rückkehrbewegung von Millionen Vertriebenen, die für den Wiederaufbau des Landes entscheidend war. Historisch betrachtet zeigten viele Deutsche starken Willen, trotz der Zerstörung in ihre Heimat zurückzukehren. Auch in Syrien könnte eine ähnliche Bewegung zur Stärkung des Landes nötig werden, um eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Die Herausforderung wird jedoch enorm sein, da 16,7 Millionen Menschen, das sind 90% der Bevölkerung, humanitäre Hilfe benötigen.

Die Rolle Deutschlands und die Zukunft Syriens

Deutschland hat seit Beginn des Konflikts syrische Flüchtlinge mit rund 13 Milliarden Euro unterstützt und über eine Million syrische Schutzsuchende aufgenommen. Von 2014 bis 2024 war Syrien das Hauptherkunftsland für Asylsuchende in Deutschland. Aktuell sind rund 712.000 syrische Schutzsuchende im Ausländerzentralregister erfasst, wobei 88% einen anerkannten Schutzstatus haben. In der Diskussion um die Zukunft Syriens wird deutlich, dass die politische Landschaft nach dem Sturz des Regimes noch ungewiss ist. Ein neuer Übergangspräsident, Ahmed al-Scharaa, versucht sich um die Einigung des Landes, während die politischen Realitäten im Land sehr unterschiedlich sind.

Die Debatte über die Rückkehr von Flüchtlingen ist jedoch alles andere als einfach. Während einige Rückkehrer, wie der syrische Flüchtling Hassam, die Familie in Harasta besuchen, planen die meisten anderen, vorerst in Deutschland zu bleiben. Die Gräueltaten gegen die Zivilbevölkerung – gerade auch von Christen – unterstreichen die Probleme, mit denen eine Rückkehr verbunden ist. Abgesehen von diesen menschlichen Tragödien müssen Entscheidungsträger in Deutschland und international gut abwägen, wie mit dem Thema Rückkehr umzugehen ist.

Wie die Entwicklungen weitergehen, bleibt spannend. Die Herausforderungen sind gewaltig, und die Hoffnung auf Frieden und Wiederaufbau erfordert Geduld und Mut von allen Beteiligten. Die Zeit wird zeigen, ob historische Vergleiche helfen können, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.