Was passiert mit den Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA? Diese Frage steht seit dem 27. Juli 2025 besonders im Raum, als EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Donald Trump in Schottland ein neues Handelsabkommen vereinbarten. Diese politische Einigung, die darauf abzielt, den Marktzugang zu verbessern und Stabilität für Unternehmen und Bürger zu schaffen, läuft jetzt auf ihren 100. Tag zu, und die ersten Katerstimmungen lassen nicht lange auf sich warten.

Im Rahmen des Abkommens wurde ein Basiszollsatz von 15 Prozent für die meisten EU-Importe in die USA eingeführt. Dies bedeutet zwar eine Senkung der Zölle auf europäische Autos von 27,5 auf 15 Prozent, doch die deutschen Automobilhersteller sind zögerlich optimistisch. VDA-Präsidentin Hildegard Müller betont, dass dieser Satz im Vergleich zu den vorherigen 2,5 Prozent nach wie vor hoch ist. Darüber hinaus müssen seit dem 1. November zusätzliche Zölle auf Stahl, Aluminium und Nutzfahrzeuge berücksichtigt werden, die die Lage in der Branche weiter belasten. Heise berichtet, dass die exportstarke deutsche Wirtschaft spürbaren Druck erlebt; die Exporte in die USA sind im August nun bereits den fünften Monat in Folge gesunken.

Kritik und Herausforderungen der Industrie

Die Gemüter in der Industrie sind angespannt. Dirk Jandura, Präsident des Außenhandelsverbands BGA, hebt hervor, dass einige Händler ernsthaft darüber nachdenken, sich vom USA-Geschäft abzuwenden. Auch der Maschinenbauverband VDMA übt scharfe Kritik: Auf die bereits festgelegten 15 Prozent Basiszoll kommen teils satte 50 Prozent Extra-Zoll für viele Produkte hinzu. Der Unmut wächst, während die deutschen Pharmaunternehmen ebenfalls besorgt in die Zukunft blicken, besonders wegen der gefürchteten US-Zölle auf Arzneimittel. Heise stellt zudem fest, dass die Chemiebranche im Zeitraum von Januar bis August einen Umsatzrückgang von 2,9 Prozent verzeichnete.

Die Konsumenten im Einzelhandel haben bislang keine Preiserhöhungen aufgrund der US-Zölle bemerkt, jedoch bleibt die endgültige Bewertung des Deals abzuwarten. Die Unsicherheit bleibt, und es wird noch diskutiert, wie sich dieser Handel langfristig bewähren kann, während die USA in mehreren Bundesstaaten Widerstand gegen Trumps Zollpolitik leisten. Ein Blick auf die rechtlichen Möglichkeiten zeigt, dass zwei Verfahren beim Obersten Gericht der Vereinigten Staaten klären sollen, ob der Präsident im Notstand Zölle erheben darf. Die nächste Anhörung ist bereits für den 5. November angesetzt. Heise zeigt auf, dass viele Augen auf diese Entscheidung gerichtet sind.

Wirtschaftliche Überlegungen und langfristige Perspektiven

Dennoch umfasst das Handelsabkommen auch positive Aspekte; laut Informationen von der EU-Repräsentanz wird die EU durch Zollsenkungen jährlich rund 5 Milliarden Euro sparen. Zudem sichert das Abkommen den kontinuierlichen Zugang der EU-Ausfuhren zum US-Markt und schützt Arbeitsplätze. Die bilateralen Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA haben sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt, 2024 auf einen Wert von etwa 1,7 Billionen Euro, mit einem täglichen Handelswert von über 4,2 Milliarden Euro.

Die politischen und wirtschaftlichen Bewegungen zeigen: Hier liegt einiges an Potential! EU-Unternehmen planen in den kommenden Jahren größere Investitionen in den USA, was auf ein starkes Interesse am amerikanischen Markt hindeutet. Die Erwartungen sind hoch, doch ob das Handelsabkommen den erhofften Erfolg bringt, bleibt eine spannende Entwicklung, die wir weiterhin im Auge behalten sollten.