Der Luxusmarkt steht auf der Kippe. So ist die weltweite Ausgabenprognose für Luxusgüter im Jahr 2023 rückläufig und wird auf 1,44 Billionen Euro geschätzt. Dies bedeutet einen Rückgang um 54 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Während 2024 noch ein Plus von 34 Milliarden Euro zu verzeichnen war, sieht es nun ganz anders aus: Der zweite Rückgang in Folge treibt die Branche in ein schwieriges Fahrwasser. Besondere Sorgen gehen dabei vor allem um den Absatz von Luxusautos, der um 6% auf 545 Milliarden Euro sinkt. Auch die Ausgaben für hochwertige Weine und Spirituosen sowie Kunstverkäufe zeigen negative Tendenzen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.
Der Rückgang in den tradierten Bereichen steht jedoch im Kontrast zu einigen Wachstumsmarktsegmenten. Während die Ausgaben für persönliche Luxusgüter stagnieren, zeigen warme Bereiche wie Luxushotels (+3%) und erstklassige Essensangebote (+5%) einen positiven Trend. Sogar Luxuskreuzfahrten erfreuen sich einer Steigerung um 10%. Immer wichtiger wird der Aspekt, dass Luxus zunehmend über Erlebnisse statt über Besitz definiert wird. Auch Stellen wie Privatjets und Yachten steigen um 9% und zeigen, dass hier nach wie vor ein gutes Geschäft gemacht wird.
Veränderte Konsumgewohnheiten
Ein wesentlicher Grund für den Marktrückgang ist laut den Zuschauern sparen zunehmend auch wohlhabende Konsumenten an den alten Statussymbolen. Viele von ihnen ziehen Erfahrungen dem materiellem Besitz vor. Diese Verschiebung weg von „auffälligem Konsum“ hin zu „erlebbaren Genüssen“ ist ein bedeutender Trend, der von den aktuellen Studien unterstrichen wird. Bain & Company spricht hier von einer Stabilisierung des Marktes, einer Stabilität, die sich trotz wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten zeigen könnte.
Die Prognosen zeigen: Der Markt für persönliche Luxusgüter wird voraussichtlich 2025 auf 358 Milliarden Euro stagnieren, ein deutlicher Rückgang von 369 Milliarden Euro im Jahr 2023. Insbesondere der ultra-reiche Käuferkreis hält die Nachfrage aufrecht, während die weniger wohlhabenden Käufer sich zurückziehen. Auch Schmuck und Brillen zeigen kleinere Wachstumstendenzen. Unter dem Strich wird erwartet, dass der Luxusmarkt langfristig eine positive Entwicklung nimmt, mit Schätzungen von bis zu 2,7 Billionen Euro bis 2035.
Regionale Unterschiede und künftige Trends
Während in Europa und China die Verkaufszahlen rückläufig sind, zeigen sich im Mittleren Osten positive Wachstumsprognosen. China wird voraussichtlich einen Rückgang von 3 bis 5% verzeichnen, während Europas Markt um bis zu 3% sinken könnte. Die Gen Z und Millennials, vor allem in China, treiben den Luxusmarkt voran, und die digitale Transformation ermöglicht es Luxusmarken, kreativere Verkaufsmethoden zu entwickeln. Statista unterstreicht, wie wichtig der Online-Verkauf für die Marken geworden ist.
In einer schnelllebigen gesellschaftlichen Landschaft sollten Luxusmarken die Bedürfnisse der Verbraucher ernst nehmen. Anpassungsfähigkeit und Innovation werden von entscheidender Bedeutung sein, um zukünftige Wachstumschancen erfolgreich zu nutzen. Trotz der Herausforderungen werden der Luxusmarkt und die darin befindlichen Anbieter weiterhin kreative Lösungen finden, um ihre Klientel zu bedienen und neue Käufer anzuziehen – dem Erleben gehört weiterhin die Zukunft.