In den letzten Jahren hat Polen ordentlich Gas gegeben und sich als ein wahrer Wirtschaftsmotor in der Europäischen Union etabliert. Das Land ist mittlerweile die sechstgrößte Volkswirtschaft der EU und zählt zu den 20 größten weltweit. Wirtschaftlich gesehen ist Polen auf einem steilen Wachstumskurs, der seit Jahrzehnten über dem EU-Durchschnitt liegt. Im Jahr 2024 wurde ein beeindruckendes Bruttoinlandsprodukt-Wachstum von 2,9 Prozent verzeichnet, was polenintern den sechstgrößten Zuwachs zur Folge hatte, wie Deutschlandfunk berichtet.
Aber das ist noch nicht alles: Polens Wirtschaft expandiert dreimal schneller als der europäische Durchschnitt. Im letzten Quartal legte das Land sogar mehr als drei Prozent zu und macht damit einen starken Eindruck auf den internationalen Märkten. „Es gibt einen klaren Willen zur Modernisierung und eine hohe Akzeptanz neuer Technologien“, erklärt Christopher Fuß von Germany Trade and Invest. Ältere Menschen in Polen nutzen bereits Smartphone-Apps für Zahlungen, was zeigt, dass die Digitalisierung auch hier Einzug hält.
Starke Grundlagen und Herausforderungen
Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal der polnischen Wirtschaft ist die extrem niedrige Arbeitslosenquote von nur 3,2 Prozent, die die zweitniedrigste in der EU darstellt. Diese positive Entwicklung hat auch die Löhne auf ein neues Level gehoben: Seit 1995 sind die Gehälter dreimal gestiegen, sodass Polen nunmehr nicht mehr als Niedriglohnland gilt. Das hat zur Folge, dass die Binnennachfrage boomt, und dies treibt das Wirtschaftswachstum weiter an. Im ersten Quartal 2025 verzeichnete Polen über 2,8 Millionen Unternehmen, ein Anstieg um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was die unternehmerische Dynamik eindrucksvoll unterstreicht.
Allerdings gibt es auch dunklere Wolken am Horizont. Viele Unternehmen berichten von einem Fachkräftemangel, insbesondere in Handwerksberufen und hochqualifizierten Sektoren. Rund zwei Drittel der Firmen haben Probleme, geeignete Arbeitskräfte zu finden. Der demografische Wandel trägt nicht unwesentlich dazu bei, dass die Bevölkerung schrumpft – Prognosen zufolge könnte die Zahl der Menschen in Polen in zehn Jahren auf nur noch 37,4 Millionen sinken. Zudem hat die Geburtenrate mit nur 1,1 Kindern pro Frau eine der niedrigsten in der EU erreicht.
Zukunftsausblick und Investitionen
Trotz dieser Herausforderungen bleibt Polen ein attraktiver Standort für Investitionen. Das Land hat in den letzten Jahren dank EU-Fördergeldern von fast 300 Milliarden Euro seit dem Beitritt 2004 substanzielle Mittel in Infrastrukturprojekte investieren können. Diese Gelder fließen auch weiterhin und sollen gezielt in die Modernisierung und Digitalisierung der Wirtschaft gesteckt werden. Außerdem plant Polen den Bau seines ersten Atomkraftwerks, dessen Errichtung 2028 beginnen soll. Ein Offshore-Windpark vor der Küste, der bis 2026 ans Netz gehen soll, ist ebenfalls in Aussicht.
Die polnische Wirtschaft zeigt nicht nur einen starken Aufwärtstrend, sondern auch ein bemerkenswertes Potenzial, sich als eine der führenden Wirtschaftsmächte in Europa zu etablieren. Und so bleibt festzuhalten: Mit jeder Investition und jeder neuen Idee rückt das Ziel, zu den großen Wirtschaftsmächten der EU aufzuschließen, in greifbare Nähe und zeigt, dass Polen bereit ist, die Herausforderungen der Zukunft aktiv anzugehen, wie Tagesschau feststellt.
Die kommenden G20-Gipfel, bei denen Polen als Gast teilnehmen wird, könnten eine willkommene Plattform darstellen, um für die Teilnahme an zukünftigen wirtschaftlichen Entscheidungen zu plädieren und sich als ernstzunehmender Partner zu positionieren.