Nienburg setzt auf Wärmewende: Lehmwandlung als neues Klimaprojekt!
Nienburg plant bis 2030 eine 60%-ige CO2-Reduktion. Die neue Wärmegesellschaft prüft klimafreundliche Wärmenetze zur Umsetzung.

Nienburg setzt auf Wärmewende: Lehmwandlung als neues Klimaprojekt!
In Nienburg wird in Sachen Klimaschutz ein entscheidender Schritt gemacht. Die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, den Treibhausgas-Ausstoß bis 2030 um 60 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Niedersachsen plant sogar, bis 2040 klimaneutral zu sein. Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, wurde im Oktober die Wärmegesellschaft „Weser.Wärme.Nienburg“ ins Leben gerufen, wie die Harke berichtet.
Dieses Gemeinschaftsunternehmen, bestehend aus den Stadtwerken Nienburg (51%) und Avacon Natur (49%), übernimmt die Planung, den Bau und den Betrieb von Wärmeerzeugungsanlagen und Wärmenetzen in der Stadt. Hierbei arbeiten sie mit verschiedenen Ingenieurbüros zusammen, um die optimale Wärmeversorgung zu entwickeln. Ein besonders vielversprechendes Gebiet für das erste Wärmenetz ist die Lehmwandlung, wo alle notwendigen Freiflächen für die geplanten Anlagen zur Verfügung stehen.
Innovative Wärmelösungen für Nienburg
Die geplante Umstellung auf klimafreundliche Wärme basiert auf einer Kombination von Holzhackschnitzel-Kesseln und zentralen Luftwärmepumpen. Diese Technik könnte jährlich etwa 1.000 Tonnen CO2 einsparen und auf kostengünstige Weise erneuerbare Energie aus Holz und Umgebungsluft nutzen. Bürgermeister Jan Wendorf zeigt sich optimistisch über die Wärmewende, erkennt jedoch die Herausforderungen an, die diese Transformation mit sich bringt – besonders im Vergleich zur Stromtransformation.
In Nienburg wird betont, dass keine überdimensionierten Anlagen entstehen. Bürger haben die Freiheit, ob sie sich an das Wärmenetz anschließen oder lieber bei ihrer alten Heizung oder einer Wärmepumpe bleiben möchten. Bei der kommunalen Wärmeplanung geht es darum, ein tragfähiges und bezahlbares Geschäftsmodell für die Stadt zu entwickeln. Trotz der Herausforderungen, die eine umfassende Umstellung mit sich bringt, gibt es kein Zwang für die Bürger, diese neue Wärmeversorgung zu nutzen. Gleichzeitig besteht ein wirtschaftlicher Druck, da die CO2-Preise langsam, aber stetig steigen, was die Bürger dazu bewegen könnte, den Umstieg zu wagen.
Die Rolle der Fernwärme
Fernwärme wird als Schlüssel für die Effizienz der Wärmeversorgung angesehen und trägt wesentlich zur Einsparung von CO2-Emissionen bei. Laut ENGIE Deutschland deckt Fernwärme rund 10 Prozent des Gebäudewärmebedarfs in Deutschland ab und spielt damit eine zentrale Rolle in den Bestrebungen, bis 2030 den CO2-Ausstoß in Deutschland um mindestens 55 Prozent zu senken. Der Umstieg auf klimafreundliche Technologien und die Nutzung erneuerbarer Energien in der Fernwärmeversorgung sind essenziell.
Die ersten Bauarbeiten für das neue Wärmenetz in Nienburg könnten bereits 2027 beginnen. Bis dahin prüft die Wärmegesellschaft verschiedene finanzielle und technische Optionen und wird in diesem Zusammenhang Fördermittel beim Bund beantragen. Auf diese Weise zeigt die Stadt, wie innovativer Klimaschutz und intelligente Wärmeversorgung Hand in Hand gehen können.