Ein Abend für die Artenvielfalt: Esslinger Lesart begeistert mit anthologischen Höhenflügen

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Am 24.11.2025 endeten die Esslinger Literaturtage mit der Anthologie „Wir dachten, wir könnten fliegen“ zur Artenvielfalt.

Am 24.11.2025 endeten die Esslinger Literaturtage mit der Anthologie „Wir dachten, wir könnten fliegen“ zur Artenvielfalt.
Am 24.11.2025 endeten die Esslinger Literaturtage mit der Anthologie „Wir dachten, wir könnten fliegen“ zur Artenvielfalt.

Ein Abend für die Artenvielfalt: Esslinger Lesart begeistert mit anthologischen Höhenflügen

Ein bedeutsames Highlight in der Literaturszene boten die Esslinger Lesart 2025 mit der Anthologie „Wir dachten, wir könnten fliegen“. Die Abschlussveranstaltung zog zahlreiche Zuhörer an und stellte eine eindringliche Verbindung zwischen Literatur und dem dringenden Thema Artenvielfalt her. Zu diesem Event luden die vier Autoren Matthias Jügler, Katerina Poladjan, Julia Schoch und Iris Wolff ein, um die Perspektiven ausgestorbener Tier- und Pflanzenarten literarisch zu erkunden. Wie die Esslinger Zeitung berichtet, wird täglich schätzungsweise zwischen 150 und 200 Arten ausgerottet, ein alarmierender Fakt, der das Aussterben bedrohter Arten unterstreicht.

Matthias Jügler, der durch den Abend führte, hatte zahlreiche namhafte Autorinnen und Autoren eingeladen, um den ausgestorbenen Arten literarische Ehre zu erweisen. In der Anthologie finden sich Beiträge von Größen wie John Burnside, Caroline Wahl und T. C. Boyle. Diese Stimmen notorisch unterhaltsam zu einem ernsthaften Thema einzusetzen, macht die Sammlung besonders bemerkenswert. Barbara Dziadosz, eine talentierte Illustratorin, gab den Texten visuelle Tiefe und verlieh dem Gesamtwerk eine zusätzliche Dimension.

Der Verlust der Artenvielfalt

Spätestens seit der Veröffentlichung des Living Planet Report 2024 des WWF ist der Ernst der Lage kaum mehr zu übersehen. Der Bericht dokumentiert einen dramatischen Rückgang der Wildtierbestände weltweit, insbesondere bei Säugetieren, Vögeln und Fischen. Der bereits seit 1970 beobachtete Rückgang beläuft sich im Durchschnitt auf 73 % – ein besorgniserregender Trend, der das Überleben zahlreicher Spezies gefährdet.

Der WWF thematisiert mit Nachdruck, dass der Mensch die Hauptursache für den Verlust der biologischen Vielfalt ist. Zerstörung natürlicher Lebensräume, Übernutzung von Ressourcen sowie die Klimakrise sind nur einige der Faktoren, die zu diesem besorgniserregenden Trend führen. Diese Informationen sind nicht nur bedeutend für Naturschützer, sondern sollten uns alle zum Handeln anregen. Die heutige Menschheit muss sich den Herausforderungen des Artensterbens stellen, die durch diverse ökologische Bedrohungen vorangetrieben werden.

Literatur als Aufruf zur Veränderung

Während der zweieinhalbstündigen Veranstaltung gewährten die Autoren dem Publikum Einblicke in die Schicksale ausgestorbener Arten. Julia Schoch sprach über das Aussterben des Auerochsen, der bereits 1627 das letzte Mal gesichtet wurde. Katerina Poladjan brachte mit einem humorvollen Beitrag über die Stellersche Seekuh, deren Geschichte und ein Fest zu ihren Ehren, neue Perspektiven ein. Iris Wolff thematisierte mit einem Verhaltensbiologen auf der Suche nach dem Kaspischen Tiger einen weiteren traurigen Verlust.

Umrahmt wurde die Lesung vom Rothko String Quartet, das durch musikalische Einlagen die emotionale Tiefe des Abends unterstrich. Insbesondere Kulturbürgermeister Yalcin Bayraktar hob die hohe Besucherzahl hervor und betonte die Notwendigkeit, die Liebe zur Literatur, besonders in der jungen Generation, zu fördern. Abschließend wurde Dominique Caina gewürdigt, die nach vier Jahren als Programmchefin der Literaturtage verabschiedet wurde.

Die Ereignisse des Abends und die gesammelten Informationen über den Rückgang der Artenvielfalt sind für uns alle ein eindringlicher Aufruf. Umso mehr sind Initiativen wie die Esslinger Lesart wichtig, die einen kreativen Rahmen bieten, um über diese drängenden Themen aufzuklären. Dabei wird deutlich: Literatur kann ein kraftvolles Werkzeug sein, um Bewusstsein zu schaffen und Veränderungen in Gang zu setzen.