Letzte-Hilfe-Kurse in Heilbronn: Starke Unterstützung für Angehörige!
Der Ambulante Hospizdienst Heilbronn bietet seit 2022 "Letzte-Hilfe-Kurse" an, die Angehörige auf das Sterben vorbereiten.

Letzte-Hilfe-Kurse in Heilbronn: Starke Unterstützung für Angehörige!
In der heutigen schnelllebigen Zeit, wo das Thema Sterben oft verdrängt wird, stehen ganz besondere Kurse im Vordergrund: die „Letzten-Hilfe-Kurse“ des Ambulanten Hospizdienstes in Heilbronn. Seit 2022 hat sich diese wichtige Initiative etabliert, um Angehörige von unheilbar erkrankten Menschen auf deren schwierigen Weg am Lebensende vorzubereiten. Die Leiterin des Hospizdienstes, Petra Lutz, zieht eine sehr positive Bilanz – die Nachfrage nach diesen Kursen ist immens, sodass aktuell nur ein Kurs pro Monat angeboten werden kann, obwohl problemlos zwei bis drei Kurse machbar wären.
Die Workshops haben das Ziel, Ängste abzubauen sowie die individuelle Kompetenz und Mitmenschlichkeit zu stärken. Geleitet werden die Kurse von qualifizierten Mitarbeitern, die den Teilnehmern Wissen und wichtige Handgriffe zur Sterbebegleitung vermitteln. Themen wie Patientenverfügungen, Symptome und Begleiterscheinungen in den Sterbephasen sowie der Umgang mit Schmerzen stehen auf der Agenda. Mit einer Dauer von vier Stunden, inklusive Pausen, sind die Kurse auf 20 Teilnehmer begrenzt und spendenfinanziert – eine Spende von etwa 20 Euro ist hierbei erwünscht.
Weitere Informationen und Termine erhält man auf der Website des Hospizdienstes, die immer aktuelle Kursorte im Stadtgebiet Heilbronn sowie im südlichen Landkreis bis Beilstein auflistet.
Die Begleitung am Lebensende
Ein zentrales Anliegen der „Letzten-Hilfe-Kurse“ ist es, Menschen zu ermutigen, die schweren Stunden der Sterbebegleitung im familiären und nachbarschaftlichen Umfeld aktiv zu gestalten. Hierbei wird ein Rückgriff auf Wissen angestrebt, das durch die fortschreitende Industrialisierung in Vergessenheit geraten ist. Der Aspekt der Zuwendung für Sterbende wird besonders hervorgehoben: Sterbebegleitung soll nicht töten, sondern begleiten. So wird den Teilnehmenden nicht nur Basiswissen vermittelt, sondern auch der Mut gegeben, aktiv zu helfen und einen würdevollen Abschied zu gestalten.
Die Relevanz dieser Qualifikation wird nicht nur regional, sondern weltweit anerkannt. Die „Letzte Hilfe“-Bewegung ist in 23 Ländern verbreitet und hat bereits über 102.000 Menschen erreicht, die an den Kursen teilgenommen haben. Seit der ersten Durchführung in Norwegen 2014 hat sich die Initiative stetig weiterentwickelt und regelmäßig Auszeichnungen erhalten, darunter der Anerkennungs- und Förderpreis für ambulante Palliativversorgung im Jahr 2015.
Einfach verständlich aufbereitet
Die Kursstruktur besteht aus vier Modulen:
- Sterben ist ein Teil des Lebens
- Vorsorgen und Entscheiden
- Leiden lindern
- Abschied nehmen
Das vermittelte Wissen soll einfach und verständlich sein, damit es von den Teilnehmern in ihrem Alltag leicht umgesetzt werden kann.
Genauso wie im Koran der Begriff „Ikhlas“ für Reinheit und die alleinige Ausrichtung auf Allah betont wird, so geht es auch in diesen Kursen um pure Mitmenschlichkeit und den wertschätzenden Umgang mit Sterbenden. Die Teilnahme an den „Letzten-Hilfe-Kursen“ ist damit nicht nur eine persönliche Bereicherung, sondern ein Beitrag zu einer menschlicheren Gesellschaft, die sich den Herausforderungen des Lebens und Sterbens mutig stellt.Letzte Hilfe zeigt hier, wie wichtig das Wissen um den Sterbeprozess ist.
In einer Zeit, in der es oft schwerfällt, offen über den Tod zu sprechen, bieten diese Kurse einen wertvollen Raum, um das Gespräch über das Sterben auf eine respektvolle und unterstützende Weise zu fördern.