Heute ist der 13.04.2026 und in Ulm sowie Neu-Ulm stehen die Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs vor einem herausfordernden Dienstag, dem 14. April. Grund dafür sind die von der Gewerkschaft ver.di organisierten Warnstreiks, die rund 170 Fahrerinnen und Fahrer der SWU mobil GmbH betreffen. Die betroffenen Linien sind vor allem die SWU-Linien 1, 2, 4, 5, 7, 10 und E, während auf den Linien 11 und 15 voraussichtlich nur einzelne Busse am Morgen ausfallen werden. Für die Fahrgäste ist es ratsam, sich tagesaktuell auf der Homepage der SWU zu informieren, da auf den anderen Linien, die von Subunternehmen betrieben werden, der Betrieb planmäßig laufen soll.
Die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und den Arbeitgebern sind angespannt. Ver.di fordert unter anderem eine Angleichung der Gehälter, die eine Fahrdienstzulage von 13%, einen Nahverkehrszuschlag von 5% sowie eine Lehrfahrerzulage von 10 Euro umfasst. Der Stadtwerke Ulm hingegen sind diese Forderungen zu unrealistisch und weisen auf ein gebrochenes Versprechen hin, den Schulverkehr nicht zu beeinträchtigen. Die zweite Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern steht am Donnerstag an, und die Situation bleibt angespannt.
Vergleich mit anderen Städten
Ein Blick über Ulm hinaus zeigt, dass ähnliche Konflikte auch in anderen Städten Deutschlands bestehen. So sind die Tarifverhandlungen im Hamburger Nahverkehr festgefahren, wo die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH und die Hamburger Hochbahn AG keine Einigung erzielen konnten. Ver.di hat die Beschäftigten beider Unternehmen zu einem 24-stündigen Warnstreik am 21. März 2026 aufgerufen. Die Gewerkschaft macht den Hamburger Senat für die festgefahrene Situation verantwortlich, da beide Unternehmen mehrheitlich bzw. vollständig im Besitz der Stadt Hamburg sind.
Die Gewerkschaft fordert auch in Hamburg eine Reduktion der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden, während die Arbeitgeberseite lediglich eine Reduktion auf 38,5 Stunden ab Fahrplanwechsel 2028/29 anbietet. Zudem plant die VHH eine Verlängerung der erlaubten Schichtzeit auf 9:45 Stunden, was bei vielen Beschäftigten auf Unverständnis stößt. Die Tarifkonflikte zeigen, wie wichtig ein starker öffentlicher Nahverkehr in Zeiten steigender Benzinpreise ist.
Einordnung und Ausblick
Die aktuellen Streiks und Verhandlungen im öffentlichen Nahverkehr sind nicht nur ein lokales Thema, sondern spiegeln einen bundesweiten Trend wider. Die Herausforderungen, vor denen die Beschäftigten stehen, sind vielfältig und reichen von Arbeitszeitregelungen bis hin zu Gehaltsfragen. Die Situation in Ulm ist ein Beispiel für die Schwierigkeiten, mit denen viele Verkehrsbetriebe konfrontiert sind. Auch in Hamburg müssen sich die Verkehrsbetriebe mit ähnlichen Problemen auseinandersetzen, wie hier deutlich wird. Die kommenden Verhandlungen werden entscheidend sein, um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr zu verbessern und die Mobilität in den Städten aufrechtzuerhalten.