Gedenken am 9. November: Erinnern an die Pogromnacht in Tiengen
Der Artikel beleuchtet die historischen Ereignisse am 9. November, insbesondere im Kontext der Pogromnacht 1938 in Waldshut und Tiengen.

Gedenken am 9. November: Erinnern an die Pogromnacht in Tiengen
Am 9. November 2025 denken die Menschen in Deutschland an einen „Schicksalstag“ der Geschichte. An diesem Datum wird mehrere bedeutende Ereignisse in Erinnerung gerufen, die prägend für das Land waren. Wie der Südkurier berichtet, erinnert der Tag nicht nur an die Ausrufung der Deutschen Republik 1918 und den ersten gescheiterten Putschversuch von Adolf Hitler 1923, sondern auch an die schrecklichen Ereignisse der Reichspogromnacht 1938.
Am 9. November 1938 kam es in Deutschland zu brutalen Übergriffen auf jüdische Bürger. Auslöser war das Attentat des jüdischen Jugendlichen Herschel Grynszpan auf den deutschen Diplomaten Ernst vom Rath. Tagelang wüteten die Nationalsozialisten und hinterließen in vielen Städten ein Bild des Schreckens. Besonders in Tiengen führte die SA gewaltsame Aktionen durch, bei denen jüdische Bürger aus ihren Wohnungen geholt und ins Gefängnis Waldshut gebracht wurden. Wie die Berichte zeigen, wurden nicht nur Menschen misshandelt, sondern auch Eigentum verwüstet und Synagogen zerstört. Bürgermeister Wilhelm Gutmann beauftragte sogar die Zerstörung der jüdischen Gemeinde, was zur Verbrennung religiöser Gegenstände führte.
Gedenken an die Opfer
Traditionell finden am 9. November bundesweit Gedenkveranstaltungen statt. Dieses Jahr wird es in Tiengen eine besondere Gedenkstunde auf dem jüdischen Friedhof geben, in der 20 neue Stelen eingeweiht werden. Hier kann der Verstorbenen gedacht werden, die unter dem NS-Regime leiden mussten. Im Gedenken an die Toten wurde bereits 1946 eine Gedenkstele auf dem Friedhof errichtet, die die Namen der Verstorbenen auflistet, ergänzt durch weitere Mahnmale, die im Laufe der Jahre entstanden sind.
Der 9. November ist nicht nur ein Trauertag, sondern auch ein Tag der Reflexion über die Werte von Demokratie und Menschenwürde, die gegenwärtig gefährdet sind. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird in einer Grundsatzrede auf die aktuellen Herausforderungen eingehen. Wie die Tagesschau berichtet, wird er den Mut der Menschen in der DDR mit dem Mauerfall 1989 würdigen und betonen, dass die Friedliche Revolution ein Ergebnis des langen Kampfes für Freiheit war.
Eine Zahl mit Geschichte
Interessant ist auch, dass der 9. November einen besonderen Bezug zur Zahl „9“ hat, die in vielen Kulturen eine besondere Bedeutung hat. In der chinesischen Kultur gilt die 9 als Glückszahl, während sie in der indischen Mythologie eine zentrale Rolle spielt, etwa im Festival Navaratri. Wie die Informationen auf Wikipedia zeigen, ist die 9 gleichzeitig die größte einstellige Zahl im Dezimalsystem und hat in verschiedenen Bereichen der Mathematik und Naturwissenschaften ihre Bedeutung.
Insgesamt zeigt der 9. November nicht nur seine dunkle Geschichte, sondern auch den unaufhörlichen Kampf um Erinnerung, Aufarbeitung und die Zukunft der Demokratie in Deutschland. Es bleibt die Aufgabe der kommenden Generationen, die Lehren der Vergangenheit zu bewahren und sich für eine friedliche und gerechte Gesellschaft einzusetzen.