Schwörer: 100 Tage für weniger Bürokratie und niedrigere Energiepreise!
Johannes Schwörer, IHK-Präsident, reflektiert über Wirtschaftsthemen wie Energiepreise und Bürokratieabbau im Zollernalbkreis.

Schwörer: 100 Tage für weniger Bürokratie und niedrigere Energiepreise!
Am 6. November 2025 blickt Johannes Schwörer auf seine ersten 100 Tage als Präsident der IHK Reutlingen zurück. In einer Zeit, in der die wirtschaftliche Lage immer mehr Aufmerksamkeit verlangt, reflektiert er über die Herausforderungen und Chancen, die sich bieten. Wie der Schwarzwälder Bote berichtet, gewinnt die Wirtschaft wieder an Bedeutung in der öffentlichen Wahrnehmung. Schwörer hebt hervor, dass es nicht ausreicht, zuzuhören und zuzustimmen; die Politik muss auch handeln. Ein zentrales Anliegen ist der Abbau von Bürokratie: „Jeder Tag ohne Formular ist ein Tag für Beschäftigung und Innovation“. In diesem Kontext wird die Bedeutung einer günstigeren Energieversorgung für kleine Betriebe immer deutlicher.
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) fordert ebenfalls eine Senkung der Energiepreise, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu gewährleisten. DIHK-Präsident Peter Adrian betont die Notwendigkeit einer stabilen Energieversorgung nicht nur für die Industrie, sondern für alle Unternehmen. Wie die Zeit berichtet, plant Bundeskanzler Olaf Scholz ein Treffen mit Arbeitgebern und Gewerkschaften, um konkrete Maßnahmen zu diskutieren.
Bürokratie als Hemmnis
Schwörer äußert Besorgnis über die wachsende Zahl von Verwaltungsangestellten und betont die Dringlichkeit einer bürokratischen Entlastung. Die aktuelle Situation ist alarmierend: Laut einer Umfrage des ifo-Instituts berichten 90% der Unternehmen von gestiegenen bürokratischen Belastungen seit 2022. Diese Belastungen kosten die deutsche Wirtschaft Hunderte Milliarden Euro, wie Tagesschau aufzeigt. Vergleicht man die bürokratischen Aufwände in Deutschland mit denen in Schweden, wird offenbar, wie viel Luft nach oben besteht. Während die Steuererklärung in Schweden circa 122 Stunden dauert, sind es in Deutschland fast doppelt so viele Stunden.
Ein Programmpunkt für Schwörer bleibt die Verbesserung der Infrastruktur, insbesondere die Freigabe von drei wichtigen Straßenprojekten. Auch die Stimmung in der Wirtschaft soll neu belebt werden, um Innovationsfreude zu fördern. Der IHK-Präsident plant, Gespräche mit Kandidaten für die bevorstehenden Landtagswahlen zu suchen, um einen neuen Aufbruch zu fordern.
Politische Weichenstellungen
Die Forderungen nach weniger Bürokratie und günstigeren Energiekosten sind nicht nur für Schwörer von Bedeutung. Die DIHK spricht sich deutlich für konkrete Maßnahmen aus, die spürbar in den Betrieben ankommen müssen. Adrian schlägt beispielsweise vor, die Netzentgelte durch den Klima- und Transformationsfonds zu übernehmen, um die Belastungen für Unternehmen zu senken.
Die Zeichen stehen auf Wandel: Wenn die Politik die richtigen Weichen stellt, könnte Deutschland das Potenzial für eine deutlich höhere Wirtschaftskraft haben. Schwörer und seine Kollegen müssen sich darauf konzentrieren, die Rahmenbedingungen zu verbessern, um den Mittelstand zu unterstützen und die Zukunft der Industrie zu sichern. Ein Aufbruch, der sowohl die Wirtschaft als auch die Gesellschaft für die kommenden Herausforderungen rüsten kann.