Bischöfe planen Leitfaden: Vielfalt in katholischen Schulen fördern!
Erlangen diskutiert die Integration sexueller Vielfalt in katholischen Schulen. Ein neues Papier bietet Leitlinien und Empfehlungen.

Bischöfe planen Leitfaden: Vielfalt in katholischen Schulen fördern!
In den letzten Monaten hat sich die katholische Kirche intensiv mit der Frage beschäftigt, wie sie den Herausforderungen der sexuellen Vielfalt in ihren Schulen gerecht werden kann. Im Rahmen der Reformdebatten des Synodalen Wegs wurden zentrale Themen wie Gender, Geschlecht und Queerness diskutiert. Die Schulkommission der Bischöfe, unter Leitung von Bischof Heinrich Timmerevers, hat ein 20-seitiges Papier entworfen, das als Leitfaden für den Umgang mit sexueller Identität an katholischen Schulen dienen soll. Laut katholisch.de sieht die Mehrheit der Befragten der Online-Umfrage, an der 2.000 Schüler, Lehrer und Eltern teilnahmen, den Umgang mit „Vielfalt sexueller Identitäten“ als eine bedeutende Aufgabe.
Die Notwendigkeit, auch nicht-binären und nicht-heterosexuellen Jugendlichen einen Raum zu bieten, wird klar betont. Circa 20% der Teilnehmer berichteten von Diskriminierungen, die queere Schüler erlitten haben. Angesichts dieser Umstände fordert das Papier ein erhöhtes Bewusstsein und eine Sensibilisierung für die Bedürfnisse dieser Schülergruppe. Die Möglichkeit, den Umgang mit der eigenen sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität zu verbessern, wird als entscheidend angesehen. Das Papier selbst bezieht sich jedoch nicht auf geschlechtsverändernde medizinische Eingriffe, was eine kontroverse Diskussion im Ständigen Rat ausgelöst hat, wie aus den Berichten von der Antidiskriminierungsstelle hervorgeht.
Der Kontext der schulischen Auseinandersetzung
Die gesellschaftliche Vielfalt spiegelt sich auch in den Schulen wider, was sich in den Bildungsplänen der verschiedenen Bundesländer niederschlägt. Laut der Antidiskriminierungsstelle sind 90% der Bevölkerung der Meinung, dass Schulen Akzeptanz gegenüber homo- und bisexuellen Personen vermitteln sollten. In der Realität scheuen sich allerdings zwei Drittel der Jugendlichen, ihr Coming-out zu wagen. Auch viele Lehrkräfte halten ihre LSBTIQ*-Identität im Schulalltag verborgen. Das zeigt deutlich, wie wichtig es ist, dass Schulen als Orte des Wohlbefindens fungieren und auch als solche wahrgenommen werden, wie die LSVD betont.
In einem Klima, in dem diskriminierende Sprache wie „schwul“ auf den Schulhöfen verbreitet ist, ist ein Umdenken nötig. Die Schulen müssen proaktiv gegen solche Vorurteile agieren und das Wissen über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt fördern. Eine verbindliche Integration dieser Themen in die Lehrpläne ist unerlässlich, um die Akzeptanz zu steigern und der Ausgrenzung entgegenzuwirken.
Empfehlungen und Handlungsspielräume
Das neue Papier der Schulkommission beinhaltet unter anderem Handlungsempfehlungen für Lehrer, Schüler und Schulleitungen. Geschlechtergerechte Sprache sowie die Benennung qualifizierter Ansprechpersonen für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt werden empfohlen. Auch verpflichtende Weiterbildungen für Lehrkräfte könnten einen guten Schritt in die richtige Richtung darstellen. Die meisten Bürgerinnen und Bürger unterstützen solche Bestrebungen und wünschen sich Schulen, die ein respektvolles Miteinander fördern.
Insgesamt ist die Einführung von Leitlinien zur sexuellen Vielfalt an katholischen Schulen ein Schritt, der nicht nur die schulische Gemeinschaft stärken könnte, sondern auch ein Zeichen für die gesellschaftliche Akzeptanz und das Recht auf eine individuelle, vielfältige Identität setzt. Die Schule sollte ein Ort sein, an dem jede*r Schüler*in die Gewissheit über seine sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität finden kann und sich in einem geschützten Rahmen entfalten darf.