Biathlon-Bommel: Grotian krank, Zobel kämpft um Weltcup-Ticket!
Selina Grotian kann aufgrund eines Infekts nicht am Biathlon-Weltcup teilnehmen. Auch David Zobel kämpft um Nominierung.

Biathlon-Bommel: Grotian krank, Zobel kämpft um Weltcup-Ticket!
In der Welt des Biathlons zeigt sich aktuell ein bunter Strauß an Erfolgen, Herausforderungen und großen Sorgen. Die 24-jährige Selina Grotian, Biathletin aus Mittenwald, musste beim Weltcup in Östersund aufgrund von Infektsymptomen im Verfolgungsrennen passen. Nach ihrem 30. Platz im Sprint hatte die Athletin auf eine bessere Platzierung in der Verfolgung gehofft. Doch das Schicksal wollte es anders, und sie steht nun vor einer ungewissen Entscheidung, wie es weitergeht. Gleichzeitig gibt es spannende Entwicklungen für ihre Kollegen: David Zobel, der im IBU-Cup einen dritten und einen fünften Platz im Sprint belegte, hat gute Chancen auf eine Nominierung für den Weltcup in Hochfilzen, trotz seiner vier Schießfehler im Verfolgungsrennen, die ihn auf Rang acht zurückwarfen.
Ein weiteres talentiertes Gesicht ist Leonhard Pfund, der im IBU-Cup Rang sieben in der Verfolgung und Platz vier im Sprint erzielte. Die Wettkämpfe in der kalten Jahreszeit bringen oft auch unberechenbare Wetterverhältnisse mit sich, wie jüngst der Fall bei Simon Jocher. Der Skifahrer vom SC Garmisch sah sich gezwungen, ein abgesagtes Super-G-Rennen in Beaver Creek zu verkraften, nachdem 30 Athleten bereits gestartet waren. Davor schaffte er es, beim Super-G in Copper Mountain den 20. Platz zu erreichen. In der Junioren-Klasse stach Georges Zerf vom SC Garmisch hervor und gewann im Slalom zweimal Silber bei den Deutschen Nationalen-Junioren-Rennen in Pass Thurn. Lars Horvath folgte dicht auf, nur eine Hundertstelsekunde hinter ihm.
Wetter, Witterung und Wintersport
Die Herausforderungen im Wintersport sind jedoch nicht bloß auf individuelle Leistungen beschränkt. Eine alarmierende Studie der Universität Innsbruck und des Biathlon-Weltverbands hat die Sicherheitslage von 38 Biathlon-Standorten bis zum Jahr 2050 untersucht. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Bei einer moderaten Erwärmung von 1,7 Grad werden in der Hauptsaison nur noch 75 % der Standorte sicher sein. Bei extremeren Klimabedingungen könnte die Zahl sogar auf 25-30 % sinken. Besonders für Mitteleuropa bedeutet das eine massive Bedrohung, da viele traditionsreiche Orte wie Oberhof und Ruhpolding auf der Kippe stehen. IBU-Sportdirektor Daniel Böhm zeigt sich optimistisch, wenn auch wenig konkret, dass Investitionen in die Infrastruktur und künstlichen Schnee dazu beitragen könnten, viele dieser Standorte zu erhalten. Doch der Preis für künstlichen Schnee bleibt hoch und kann bis zu 20 Euro pro Kubikmeter betragen.
Die Klima-Expertise zeigt zudem, dass nicht nur die Temperatur eine Rolle spielt. Ein Rückgang des natürlichen Schneefalls in tiefen und mittleren Lagen ist zu erwarten, da Niederschläge oft als Regen fallen werden. Fast wie ein Wettlauf gegen die Zeit, erforscht das Expertenforum „Klima.Sport.Schnee“ seit Jahren die Weichen für die Zukunft des Wintersports. Ihre Erkenntnisse zeigen, dass die Jahre, in denen sicher auf Schnee Wettkämpfe stattfinden können, drastisch abnehmen, was wohl nicht nur bei Athleten, sondern auch bei Veranstaltern für große Sorgen sorgt.
Wie weiter mit dem Biathlon?
Sollte die IBU weiterhin versuchen, neue, klimatisch günstigere Standorte in höheren Lagen zu finden, oder gar eine Ausweitung nach Asien in Betracht ziehen? Professor Robert Steiger empfiehlt Container-Lösungen für Hochleistungszentren, um den drohenden Herausforderungen zu begegnen. Ein Wechsel des Rennkalenders ist ebenfalls im Gespräch, wobei der neue Zeitplan während der Weltmeisterschaften in Lenzerheide im kommenden Februar veröffentlicht werden soll.
Inmitten dieser Entwicklungen bleibt zu hoffen, dass die Athleten ihre Motivation und Leidenschaft für den Sport nicht verlieren. Ein gutes Händchen in der Planung könnte für viele historische Wettkampfstätten das Überleben sichern und den Wintersport auch in Zukunft hoch im Kurs halten. Die spannende Frage bleibt: Wie gut wird der Biathlon-Kalender nach all diesen Herausforderungen auf die einzelnen Athleten und den Sport im Allgemeinen abgestimmt?