Hauptbahnhof Ulm: Nur kurze Teilsperrungen statt langer Vollsperrung!
Neu-Ulm: Teilweise Sperrung des Ulmer Hauptbahnhofs im Januar 2026 zur Installation eines neuen elektronischen Stellwerks. Erfahren Sie mehr!

Hauptbahnhof Ulm: Nur kurze Teilsperrungen statt langer Vollsperrung!
Die Verkehrsnutzung am Ulmer Hauptbahnhof steht vor einer bedeutenden Veränderung. Ursprünglich war eine komplette Schließung des Bahnhofs vom 13. Januar bis 6. Februar 2026 geplant, um das alte Stellwerk gegen ein modernes elektronisches Stellwerk (ESTW) auszutauschen. Dies hätte die Reisenden vor große Herausforderungen gestellt und Fragen zu einem möglichen Schienenersatzverkehr aufgeworfen.
Doch die Deutsche Bahn hat nun erfreuliche Nachrichten verkündet: Anstelle der vierwöchigen Vollsperrung sind nur kurze Teilsperrungen für etwa eine Woche im Januar 2026 vorgesehen. Dabei werden wichtige Arbeiten an Weichen, Gleisen und Oberleitungen durchgeführt, und die Züge dürfen den Bahnhof weiterhin eingeschränkt anfahren. Es bleibt jedoch ungewiss, welche genauen Einschränkungen während dieser Teilsperrungen tatsächlich gelten werden.
Ein komplexes Unterfangen
Der Austausch zum neuen Stellwerk gilt als äußerst komplex. Über 1000 signaltechnische Einrichtungen müssen neu eingebaut und abgenommen werden, was für die Bahn eine hohe Herausforderung darstellt. Dies hat bereits zu Protesten seitens der Stadtverwaltung geführt, die befürchtete, dass die Arbeiten am ESTW sich mit anderen städtischen Baumaßnahmen überschnitten könnten. Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher zeigte sich jedoch erleichtert über die Entscheidung der Bahn, da die Vollsperrung nun nicht mehr notwendig ist.
Verkehrsminister Winfried Hermann bestätigte die Notwendigkeit der Inbetriebnahme des neuen Stellwerks und betonte, dass der Bahnbetrieb bis zur vollständigen Umsetzung mit dem vorhandenen Stellwerk fortgeführt werden kann. Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt die Entscheidung und sieht es positiv, dass ein Teil des Betriebs aufrechterhalten werden kann.
Ulm im Überblick
Um die Gründe und den Kontext besser zu verstehen, ist es hilfreich, einen Blick auf die schöne Stadt Ulm zu werfen. Sie liegt am östlichen Rand des Schwäbischen Jura und erstreckt sich entlang des Oberlaufs der Donau. Rund 129.000 Menschen leben hier und bilden zusammen mit der benachbarten Stadt Neu-Ulm eine beeindruckende Gemeinschaft von etwa 190.000 Einwohnern. Ulm hat eine bedeutende industrielle Vergangenheit und ist unter anderem Heimat der Universität Ulm sowie der Hochschule Ulm.
Die Stadt, gegründet um 850, hat eine reiche Geschichte. Besonders bemerkenswert ist der Ulmer Münster, mit über 161 Metern die höchste Kirche der Welt. Historisch gesehen erlebte Ulm während des Dreißigjährigen Krieges und der napoleonischen Kriege viele Rückschläge, doch nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhren Stadt und Region eine schnelle Industrialisierung und wirtschaftliches Wachstum.
Obwohl Ulm nun mit einem komplexen baulichen Vorhaben beschäftigt ist, steht die Stadt gut da. Die gute Verkehrsanbindung, unter anderem durch internationale Eisenbahnkorridore, spart nicht nur Zeit, sondern ist auch ein Gewinn für die wirtschaftlichen Verbindungen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie die Entwicklungen in den kommenden Monaten verlaufen werden.