Achtung, Honig-Fälschung! Warum Verbraucher auf Herkunft achten müssen!
Der Imkerverein Kempten-Oberallgäu informiert über Honigproduktion, Fälschungsrisiken und neue EU-Richtlinien 2026.

Achtung, Honig-Fälschung! Warum Verbraucher auf Herkunft achten müssen!
Die Verbundenheit zur Imkerei wird in Kempten-Oberallgäu großgeschrieben. Kürzlich haben Mitglieder des örtlichen Imkervereins eine zehnstündige Honigschulung an der Imkerschule Schwaben erfolgreich abgeschlossen. Hier zeigt sich das Engagement von 233 aktiven Imkern, die gemeinsam 1.466 Bienenvölker betreuen. Dennoch sehen sie sich zahlreichen Herausforderungen gegenüber, die auf die Qualität und Wertschätzung von einheimischem Honig abzielen.
Der Honigverbrauch in Deutschland hat in den letzten Jahren einen beachtlichen Trend erlebt. Im Jahr 2024 wurden rund 85.100 Tonnen Honig konsumiert, was beinahe einem Kilogramm pro Kopf entspricht. Trotz der hohen Nachfrage stellt die heimische Honigproduktion lediglich 31.800 Tonnen bereit, von denen 19.300 Tonnen ins Ausland verkauft wurden. Dies zeigt, dass Importhonig eine bedeutende Lücke füllt, obwohl viele dieser Produkte mit Vorsicht zu genießen sind.
Fälschungen und Importwaren
Die Problematik der Honigverfälschung ist jedoch nicht zu unterschätzen. Wie merkur.de berichtet, stammen über 50% des importierten Honigs aus Ländern wie der Ukraine, Argentinien, Rumänien und Mexiko. Laut einer Untersuchung von 2021/2022 wiesen 46% der getesteten Proben Verstöße gegen die Honigrichtlinie auf, häufig bedingt durch die Streckung mit billigem Sirup. Besonders auffällig sind die Importe aus China und der Türkei, welche in der Deutschen Imkerschaft große Sorge auslösen.
Um der Abnehmenden Wertschätzung des heimischen Honigs entgegenzuwirken, appellieren bayerische Imker an die Verbraucher, regionalen Honig zu erwerben. Unterstützung erhält diese Initiative durch das Motto des diesjährigen Imkertags in Ansbach: „Vielfalt aus der Region“. Auch das Verbrauchermagazin „Stiftung Warentest“ berichtet über Fälschungsverdacht bei importiertem Honig und stellt die Qualität in Frage, die nicht mit bayerischen Standards vergleichbar ist.
Drohnendes Unheil durch die Asiatische Hornisse
Doch nicht nur die Qualität des Honigs ist in Gefahr. Eine neue Bedrohung stellt die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) dar, die zunehmend in deutschen Regionen auftaucht. Nester wurden erst kürzlich in Ulm und Biberach entfernt, was die Imker in Sorge versetzt. Diese Insekten sind nicht nur lästig, sie gefährden auch die Honigbienen, die auf eine intakte Umwelt angewiesen sind. Bayerische Imker machen sich stark dafür, die Bedrohungen durch solche invasiven Arten ernst zu nehmen.
Um den Herausforderungen und Gefahren zu begegnen, ergreifen viele Imker Maßnahmen, die einen respektvollen Umgang mit den Bienen fördern. Dazu zählt nicht nur die Fortbildung, sondern auch das Augenmerk auf die Bedeutung von Blühwiesen, die unverzichtbar für das Überleben der Bienenpopulation sind.
Die neue EU-Richtlinie ab 2026, die genaue Herkunftsangaben auf Honigetiketten vorschreibt, könnte dazu beitragen, Transparenz zu schaffen und das Vertrauen in einheimische Produkte zu stärken. Verbraucher sollten darauf achten, geprüftes und nachhaltiges Produkt aus der Region zu unterstützen, um die heimische Imkerei zu fördern und damit auch lokale Wirtschaftskreisläufe zu stärken.
Insgesamt zeigt sich, dass die Imkerei zwar vor großen Herausforderungen steht, jedoch auch vielversprechende Schritte in Richtung Nachhaltigkeit und Qualität unternommen werden. Der Kauf von regionalem Honig ist mehr als nur ein Genuss – es ist eine Unterstützung für unsere heimischen Imker.