Die Traditionsbäckerei Rackls Backstubn in Olching steht vor einer ernsten Herausforderung. Das 1889 gegründete Unternehmen, das in vierter Generation von Xaver Rackl geführt wird, hat einen Antrag auf Einleitung eines Sanierungsverfahrens in Eigenverwaltung beim Amtsgericht München stellen müssen. Am 19. September 2025 hat das Gericht dem Antrag zugestimmt und umfangreiche Schutzmaßnahmen gewährt. Vor rund 470 Mitarbeitern wurde die Situation klar kommuniziert, da diese Sanierung erhebliche Auswirkungen auf das Arbeitsumfeld haben könnte.
Das Filialnetz der Bäckerei umspannt 30 Standorte in den Landkreisen Fürstenfeldbruck, Starnberg sowie im Großraum München, und in den letzten Jahren war die wirtschaftliche Situation des Unternehmens bereits angespannt. Die nachteiligen Folgen der Corona-Pandemie, stark steigende Rohstoff- und Energiepreise sowie ein verändertes Konsumverhalten, bei dem Kunden zunehmend zu Discounter-Angeboten greifen, haben das Unternehmen in die finanzielle Schieflage gebracht. Verdrängt wird Rackls Backstubn auch durch einen hohen Preisdruck im Liefergeschäft, das etwa 40 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht, wie Merkur berichtet.
Sanierung in Eigenverwaltung
Das Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung bedeutet für Rackls Backstubn, dass die Geschäftsführung auch weiterhin über die Insolvenzmasse verfügen kann, jedoch unter der Aufsicht eines Sachverwalters. Dies soll dazu dienen, das Unternehmen auf eine zukunftsfähige Basis zu stellen und die rund 470 Arbeitsplätze zu sichern, die von den Sanierungsschritten betroffen sind. Die Mitarbeiter wurden von Beginn an in den Prozess einbezogen und über die laufenden Entwicklungen informiert, was zur Aufrechterhaltung des Betriebs notwendig ist, wie auch n-ag.de betont.
Wesentliche gesetzliche Rahmenbedingungen für solche Verfahren bieten das Sanierungs- und Insolvenzrecht, das Unternehmen, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind, Erleichterungen und steuerliche Vorteile bietet. Der rechtliche Rahmen sieht unter anderem die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht vor, damit die betroffenen Betriebe Zeit für eine Sanierung gewinnen können.
Vergleichbare Fälle in der Branche
In der Branche gab es jüngst positive Beispiele für sanierte Betriebe. So konnte die Traditionsbäckerei Schaefer GmbH & Co. KG in Illingen nach einer umfassenden Sanierung erfolgreich ihr Insolvenzverfahren abschließen. Das Unternehmen hatte ähnliche Herausforderungen zu meistern, inklusive Umsatzeinbrüche während der COVID-19-Pandemie und steigende Produktionskosten. Langsam zeigt sich, dass auch für Rackls Backstubn einkalkulierte Sanierungsmaßnahmen und eine behutsame Restrukturierung eine Chance bieten könnten, den Geschäftsbetrieb erfolgreich fortzuführen, ohne dabei zahlreiche Arbeitsplätze zu gefährden, wie eine andere Bäckerei, die sich in einer ähnlichen Lage befand, demonstriert hat in einem Bericht von rae-blank.de.
Trotz der herausfordernden Situation äußert sich ein Sprecher optimistisch über die Sanierungschancen im Rahmen des Eigenverwaltungsverfahrens. Die Hoffnung besteht, dass mit einem klugen Sanierungskonzept nicht nur die Filialen, sondern auch die Arbeitsplätze gesichert werden können. Die nächsten Monate werden zeigen, ob das Unternehmen dem Druck standhält und neue, zukunftsfähige Perspektiven entwickeln kann.