FDP-Kritik und Zukunftsvisionen: Neujahrsempfang in Seeshaupt begeistert!
Beim FDP-Neujahrsempfang in Seeshaupt kritisierte Judith Haberkorn die politische Lage und forderte Zukunftsideen für Weilheim-Schongau.

FDP-Kritik und Zukunftsvisionen: Neujahrsempfang in Seeshaupt begeistert!
Der Neujahrsempfang des FDP-Kreisverbands Weilheim-Schongau in Seeshaupt sorgte am 19. Januar 2026 für reichlich Diskussionsstoff. Vorsitzende Judith Haberkorn kritisierte vehement die aktuelle politische Lage in Deutschland, sogar so weit, dass sie das Land als „Bananenrepublik“ bezeichnete und eine Abkehr vom Sozialismus forderte. Ihrer Ansicht nach leidet insbesondere die Wirtschaft unter einer erdrückenden Bürokratie, die Familienbetriebe und kleinere Unternehmen stark belastet. Haberkorn forderte eine Beschleunigung der digitalen Prozesse im Weilheimer Landratsamt und die Einführung von Selbstbedienungs-Terminals, um den Bürgern den Zugang zu Verwaltungsleistungen zu erleichtern.
In ihrem Vortrag machte sie deutlich, wie wichtig gleichwertige Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land sind. Verkehrsinfrastruktur und moderne Mobilitätslösungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Clemens Deyerling, Geschäftsführer von „Omobi“, stellte ein innovatives, digitales On-Demand Bussystem vor, das in mehreren oberbayerischen Gemeinden erfolgreich betrieben wird. Ein Beispiel für solche Mobilitätslösungen ist der Blaue Land-Bus, der auf dem omobi-Ortsbus Murnau basiert.
Fachkräftemangel im Handwerk
Ein zentrales Thema des Abends war der Fachkräftemangel im Handwerk, das auch Nicole Pfeffer, Gastrednerin und Autorin des Buches „Zukunftsmacher Handwerk“, deutlich machte. Die gelernte Köchin mit einem berufsbegleitenden BWL-Studium betonte, wie wesentlich es ist, junge Menschen für das Handwerk zu begeistern. In den letzten 15 Jahren habe das Handwerk dank gezielter Bildungsmaßnahmen seine Attraktivität erhöht. Trotz dieser Bemühungen besteht weiterhin eine ernste Situation, die auch von der Bundesagentur für Arbeit beleuchtet wird. Aktuell bleiben im deutschen Handwerk rund 250.000 Stellen unbesetzt, darunter 38 % aller Ausbildungsplätze. Besonders gravierend ist es bei Berufen in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie im Bau- und Ausbaubereich.
Die Bundesagentur für Arbeit macht ebenfalls auf einen Rückgang der Nachfrage nach Fachkräften aufmerksam. Im August 2024 wurde mit 130.000 gemeldeten Arbeitsstellen ein Rückgang von 6 % im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Dies macht deutlich, dass viele Handwerksberufe als Engpassberufe gelten und dringend Lösungen nötig sind.
Digitalisierung als Hoffnungsträger
Was kann getan werden, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken? Die Antwort könnte in der Digitalisierung liegen. Immer mehr Betriebe sind gefordert, neue Strategien zu entwickeln, um ihre Prozesse zu optimieren. So berichtet das Handwerksblatt, dass automatisierte Systeme und KI nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch die Attraktivität für potenzielle Bewerber erhöhen können. Digitale Lösungen, wie Online-Terminbuchungssysteme oder automatisierte Auftragsabläufe, entlasten die Mitarbeiter und verbessern den Kundenservice.
Die Digitalisierung erfordert jedoch eine klare Strategie: von der Analyse der betrieblichen Prozesse bis zur schrittweisen Umsetzung der Maßnahmen. Eine CHECKLISTE für die Digitalisierung könnte Betrieben helfen, den Schritt in die digitale Zukunft zu wagen. Hierzu zählt auch die Ansprache von potenziellen Fachkräften über soziale Medien – eine Strategie, die in der heutigen Zeit nicht mehr vernachlässigt werden darf.
Insgesamt lässt sich sagen, dass sowohl politische als auch wirtschaftliche Aspekte dringend miteinander in Einklang gebracht werden müssen, um die Herausforderungen im Handwerk zu meistern und die Zukunft der Branche zu sichern.