Nachtwölfe legen Kränze: Putin-nahe Rocker provozieren in BW

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Nachtwölfe planen Kranzniederlegungen in BW zum Tag des Sieges. SWR-Recherchen enthüllen Verbindungen zur pro-russischen Bewegung.

Nachtwölfe planen Kranzniederlegungen in BW zum Tag des Sieges. SWR-Recherchen enthüllen Verbindungen zur pro-russischen Bewegung.
Nachtwölfe planen Kranzniederlegungen in BW zum Tag des Sieges. SWR-Recherchen enthüllen Verbindungen zur pro-russischen Bewegung.

Nachtwölfe legen Kränze: Putin-nahe Rocker provozieren in BW

Am heutigen Tag, dem 9. Mai 2025, planen Mitglieder des pro-russischen Motorradclubs „Nachtwölfe“ Kranzniederlegungen zum Tag des Sieges über die Nazis in Baden-Württemberg. Diese Veranstaltungen sind Teil eines geplanten „Siegesfahrten“-Programms, das die Gruppe initiiert hat, um den gefallenen Soldaten Russlands zu gedenken. SWR-Recherchen zeigen, dass in den vergangenen Jahren auch Mitglieder aus Baden-Württemberg an diesen Fahrten teilnahmen, deren Ziel das sowjetische Ehrenmal in Berlin ist. Die „Nachtwölfe“ wurden gegründet, nachdem die EU die Mutterorganisation im Juli 2022 auf die Sanktionsliste setzte, und ihr Einfluss hat seitdem auch in Deutschland zugenommen.

Der Motorradclub hat sich stark für die Annexion der Krim eingesetzt und propagiert aktiv für den Krieg gegen die Ukraine. Mitglieder haben an der Seite prorussischer Milizen in der Ukraine gekämpft und pflegen enge Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin. Um die „Siegesfahrten“ in Deutschland zu organisieren, benötigt der Club feste Strukturen, insbesondere in Orten wie Bad Mergentheim im Main-Tauber-Kreis, wo bereits mehrere Veranstaltungen unter Polizeiaufgebot stattfanden, als Mitglieder Feste in Edelfingen und Bad Mergentheim organisierten.

Kontroversen rund um Gedenkveranstaltungen

Eine weitere Auffälligkeit war das Auftreten der Nachtwölfe am 25. April 2025 in Torgau, Deutschland. Anlässlich des Gedenkens zum „Elbe Day“, dem 80. Jahrestag des Zusammentreffens von US-amerikanischen und sowjetischen Truppen, wurde die Anwesenheit dieser Rockergruppe zu einem strittigen Thema. Sie umgingen ein Einreiseverbot nach Deutschland, indem sie über ihr Schweizer Chapter einreisten. Russische Botschaftsvertreter, unter ihnen Botschafter Sergej Netschajew, sorgten während der Veranstaltung für Kontroversen, insbesondere als die Nachtwölfe vor den offiziellen Feierlichkeiten einen Kranz niederlegten.

Die Präsenz der Nachtwölfe über Schatten die Gedenkfeierlichkeiten und führte zu gemischten Reaktionen, während Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) die Gelegenheit nutzte, kritisch zu Russland und dem Ukraine-Krieg Stellung zu beziehen. Dies brachte sowohl Buhrufe als auch Applaus aus dem Publikum mit sich. Der ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev forderte, dass Netschajews Teilnahme an der Gedenkveranstaltung unterbunden wird.

Überwachung durch Sicherheitsbehörden

Die „Nachtwölfe“ stehen im Fokus deutscher Sicherheitsbehörden, die den Club als pro-russisch und teilweise extremistisch wahrnehmen. Der baden-württembergische Verfassungsschutz beobachtet die Gruppe intensiv und beschreibt ihre Weltsicht als russisch-nationalistisch, eng orientiert am Kreml. So wird auch von Verbindungen zu ranghohen Mitgliedern berichtet, die auf der EU-Sanktionsliste stehen. Ein Mitglied des Clubs verbreitete sogar Bilder, die es zusammen mit Putin auf der Krim und mit dem Nachtwölfe-Chef in Donezk zeigen.

Dennoch bleibt die Diskussion um die Nachtwölfe ambivalent, besonders im Hinblick auf die anstehenden „Siegesfahrten“ und deren Bedeutung in einem von geopolitischen Spannungen geprägten Kontext. In den kommenden Monaten sind weitere Veranstaltungen geplant, unter anderem eine in Niederstetten im Juni.

In einem anderen gesellschaftlichen Kontext verzeichnet das Stuttgarter Frühlingsfest zur Halbzeit mehr als 1,4 Millionen Besucher und hat damit bereits das gesamte Vorjahresergebnis übertroffen. Das gute Wetter und Veranstaltungen rund um den VfB Stuttgart tragen maßgeblich zum Besucheransturm bei. Heute wird Ministerpräsident Winfried Kretschmann zudem in Mannheim den Landesverdienstorden an 24 Personen verleihen, die bemerkenswerte Dienste geleistet haben.

In Freiburg wird heute das Urteil im Mordprozess um den Tod einer Frau aus Simonswald erwartet, wobei eine lebenslange Freiheitsstrafe für den Angeklagten gefordert wird. Die politischen und sozialen Ereignisse in Baden-Württemberg stehen somit im Kontrast zu den besorgniserregenden Aktivitäten der „Nachtwölfe“, die weiterhin die öffentliche Sicherheit und das gesellschaftliche Klima beeinflussen.

SWR berichtet, dass …
20 Minuten berichtet, dass …
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