Zukunft in Gefahr: MAN weigert sich, Salzgitter über 2030 hinaus zu sichern!
Man verhandelt über Arbeitsplatzsicherheit in Salzgitter. IG Metall fordert eine Standortgarantie über 2030 hinaus.

Zukunft in Gefahr: MAN weigert sich, Salzgitter über 2030 hinaus zu sichern!
In Salzgitter brodelt es gewaltig. Während die Arbeitnehmer von MAN gespannt auf notwendige Zusagen warten, könnte es drohende Veränderungen im Produktionsstandort geben. Aktuell hat der Vorstand des Unternehmens noch keine Zusage für den Standort über das Jahr 2030 hinaus gemacht. Die Gewerkschaft IG Metall fordert jedoch genau diese Standortgarantie, bevor sie einem geplanten Eckpunkte-Papier zustimmt. Markus Hulm, der 2. Bevollmächtigte der IG Metall Salzgitter-Peine, macht unmissverständlich klar: „Zukunft ist keine Frage, sondern eine Verpflichtung“ und mahnt die Notwendigkeit einer verlässlichen Zusage an. Ein Abschluss ohne diese Zusicherung wird als „Vertrag über Unsicherheit“ abgelehnt, berichtet die IG Metall.
Am Standort Salzgitter wird zurzeit intensiv an einer tragfähigen Perspektive gearbeitet. In den letzten Monaten wurden vielfältige Optionen für die Fertigung, die Ersatzteillogistik sowie die Komponentenfertigung geprüft. Doch die vorgelegten Pläne von MAN, ein sogenanntes „Zielbild“, werden als unzureichend erachtet und könnten massive Arbeitsplatzverluste zur Folge haben. Das Szenario zeigt auf, dass eine Verlagerung von wichtigen Produktionsbereichen wie der Achsmontage, der Rohrfertigung und der mechanischen Bearbeitung droht. Zudem steht die Kurbelwellenfertigung vor dem Aus und soll bis spätestens 2032 schrittweise eingestellt werden. Der Betriebsratsvorsitzende Hüseyin Uc warnt eindringlich vor einem schleichenden Abbau der industriellen Substanz des Standorts.
Verhandlungen und Unsicherheiten
Die Unsicherheit über die Zukunft der 600 Arbeitsplätze in Salzgitter bleibt groß. Auch wenn sich MAN mit der Arbeitnehmerseite über den Stellenabbau geeinigt hat, gibt es nach wie vor keine echte Perspektive für die Beschäftigten. Daher drängt die IG Metall Niedersachsen auf weitere Verhandlungen, da sie die vorliegenden Pläne als „Entkernung des Standorts“ ansehen.
Die Gewerkschaft fordert eine klare Zusage über die Zukunft des Standortes über das Jahr 2030 hinaus. Laut Hüseyin Uc ist die Lage ernst – eine Vereinbarung ohne Standortgarantie wäre nicht akzeptabel. Ein weiteres Treffen, in dem die Verhandlungen über die Perspektiven fortgeführt werden sollen, ist für den 29. Januar 2026 in Salzgitter angesetzt. Diese Verhandlungen sollen als ernsthafter Einstieg in verbindliche Vereinbarungen fungieren, nicht als eine weitere unverbindliche Begegnung.
Investitionen und zukünftige Herausforderungen
Trotz der angespannen Situation hat MAN angekündigt, bis Ende 2030 fast eine Milliarde Euro in deutsche Standorte zu investieren, wobei jedoch der Großteil dieser Investitionen nach Bayern fließen soll. Die IG Metall erinnert an die Tatsache, dass, obwohl eine allgemeine Beschäftigungssicherung bis Ende 2035 und der Erhalt aller deutschen Produktionsstandorte in den Vereinbarungen festgehalten sind, die Unsicherheiten über die tatsächliche Umsetzung und die Verlagerung zahlreicher Arbeitsplätze bestehen bleiben.
Abschließend bleibt festzuhalten, dass die angestrebten Verhandlungen über die Perspektiven des Standorts Salzgitter von enormer Bedeutung sind. Die Mitarbeitenden sind hoch motiviert und bringen eine große Qualifikation mit – sie verdienen eine Perspektive, die über das Jahr 2030 hinausgeht. Ohne greifbare Zusagen wird es allerdings keinen endgültigen Abschluss geben, so die klare Ansage der IG Metall.
Die nächsten Wochen dürften entscheidend sein, nicht nur für die Arbeitnehmer vor Ort, sondern auch für die gesamte Industrie in Niedersachsen. Wer weiß, vielleicht wird hier ein entscheidendes Kapitel für die Zukunft von Salzgitter geschrieben.
Für weitere Informationen können die Leser die Berichterstattung auf den Seiten von IG Metall sowie NDR verfolgen.