Die Salzgitter AG hat kürzlich die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 vorgestellt, und die Lage in der Stahlindustrie lässt viele besorgt zurück. Laut der WAZ ist die geopolitische Lage angespannt, während hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie handelspolitische Unsicherheiten den Geschäftsverlauf der Branche prägen. Insbesondere die Nachfrage in den wichtigen Abnehmerbranchen, wie Bau oder Automobilindustrie, bleibt schwach, was sich negativ auf die Absatzmengen und Preise der Walzstahlprodukte auswirkt. Die Salzgitter AG spürt diese Entwicklung besonders stark, denn die Verluste in den Bereichen Stahlerzeugung und Stahlverarbeitung sind signifikant.

Auch das Mülheimer Werk, die Mannesmann Grobblech GmbH, bleibt von diesen Herausforderungen nicht verschont. Es gibt zwar ein „auskömmliches“ Auftragsvolumen, das jedoch stark schwankt. Ein Lichtblick für das Werk ist der bedeutende Großauftrag für Siemens Gamesa: Hier wurden 36 Windtürme für den größten Windpark Dänemarks gefertigt. Die Expertise des Mülheimer Werkes liegt in der Produktion von speziellen Rohr- und Windtürmblechen, die subsea sowie onshore Anwendung finden.

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Die Lage in der Stahlindustrie

Auf die Frage, wie sich die deutsche Stahlindustrie insgesamt entwickelt, so ist der Ausblick düster. Die Rohstahlproduktion in Deutschland sank im ersten Halbjahr 2025 um knapp 12 Prozent auf 17,1 Millionen Tonnen. Damit erreicht die Produktion das Niveau der Finanzkrise 2009. Es sind weniger als 40 Millionen Tonnen seit drei Jahren, was die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Hersteller Nachteile besorgt. Lediglich die Europäische Union produziert mit einem Anteil von 14 Prozent, während Asien stolze drei Viertel des globalen Rohstahls in die Waagschale wirft.

Die Sorgen über steigende Kosten in der energieintensiven Produktion werden laut Tagesschau laut geäußert, nicht zu vergessen die Konkurrenz durch asiatische Hersteller. Insbesondere China und Indien spielen hierbei eine dominierende Rolle. Zudem waren die Hersteller in Deutschland mit hohen Produktionskosten konfrontiert, was die Wettbewerbsfähigkeit weiter einschränkt. Politische Maßnahmen, wie die Einführung eines staatlich subventionierten Industriestrompreises ab 2026, sollen hier Linderung schaffen, doch die IG Metall warnt bereits vor einem erheblichen Arbeitsplatzverlust, falls die Energiepreise nicht wettbewerbsfähig bleiben.

Was kommt für Mülheim?

Für die Salzgitter AG jedoch gibt es auch Pläne, die Herausforderungen anzugehen. Eine neue Warmrichtmaschine für dicke Bleche soll die Blecheigenschaften verbessern und das Verarbeitungsportfolio erweitern. Der Bau dieser Maschine verläuft zeitgerecht, und dessen Betriebsaufnahme ist für Mitte August 2026 geplant. Außerdem wird die voraussichtliche Übernahme der Duisburger Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) als weiterer strategischer Schritt gesehen, um die Vormaterialversorgung für das Mülheimer Werk sowie die Kapazitäten im Rüstungssektor zu sichern.

Mit aktuell etwa 400 Mitarbeitenden im Mülheimer Werk, von denen einige ehemals bei Vallourec beschäftigt waren, befindet sich die Salzgitter AG in einer Lage, die sowohl Herausforderungen als auch Chancen bietet. Die nächsten Jahre könnten entscheidend dafür sein, ob die Stahlindustrie in Deutschland wieder auf die Beine kommt oder ob die kleineren Werke, wie das in Mülheim, weiter im Schatten der großen internationalen konkurrieren müssen.