Moorleiche Bernie : Neue Erkenntnisse über das Leben im 8. Jahrhundert!

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Im niedersächsischen Wilhelmshaven untersucht ein Forschungsteam die Kleidung der Moorleiche "Bernie" zur Aufklärung des frühmittelalterlichen Alltags.

Im niedersächsischen Wilhelmshaven untersucht ein Forschungsteam die Kleidung der Moorleiche "Bernie" zur Aufklärung des frühmittelalterlichen Alltags.
Im niedersächsischen Wilhelmshaven untersucht ein Forschungsteam die Kleidung der Moorleiche "Bernie" zur Aufklärung des frühmittelalterlichen Alltags.

Moorleiche Bernie : Neue Erkenntnisse über das Leben im 8. Jahrhundert!

Ein spannendes Kapitel in der Forschung zur Moorleiche „Bernie“ wird momentan im Landesmuseum Emden aufgeschlagen. Die Wissenschaftler:innen haben sich der Bekleidung der moorischen Fundstätte angenommen, um tiefere Einblicke in den frühmittelalterlichen Alltag der Region zu gewinnen. Wie NDR berichtet, wird die Untersuchung unter der Leitung des niedersächsischen Instituts für historische Küstenforschung aus Wilhelmshaven durchgeführt und soll drei Jahre in Anspruch nehmen.

Die Moorleiche „Bernie“, die bereits im Jahr 1907 von zwei Torfstechern bei Bernuthsfeld in der Nähe von Aurich entdeckt wurde, gilt als das Aushängeschild des Ostfriesischen Landesmuseums. Ihr Erhaltungszustand ist bemerkenswert, denn der Mann war bei seiner Bestattung vollständig bekleidet – eine Seltenheit in der archäologischen Welt. Die gerichtsmedizinischen Untersuchungen aus den Jahren 2011 bis 2016 haben ergeben, dass Bernie im achten Jahrhundert lebte und zwischen 30 und 40 Jahren alt wurde.

Der Fokus der Kleidung

Bei der Analyse gilt das Augenmerk speziellen Kleidungsstücken: Tunika, großer Umhang, Schultertuch, Wadenbinden und weitere kleinere Textilien werden genau unter die Lupe genommen. Die Forscher:innen setzen dabei auf chemische und textilarchäologische Untersuchungen, die Hinweise auf die Lebensweise und Ernährung von Bernie liefern sollen. Dazu gehört auch die Herkunft der Woll- und Farbmaterialien, um mögliche Wanderbewegungen und regionales Leben nachzuvollziehen. Solche Erkenntnisse könnten nicht nur das Bild von Bernies Alltag erweitern, sondern auch dazu beitragen, wie wir die frühmittelalterliche Gesellschaft insgesamt verstehen.

Das Projekt stützt sich auf umfassende Daten und Vorkenntnisse aus der Moorforschung. In einer Reihe von Veröffentlichungen, die sich mit Moorleichen und der Kulturgeschichte beschäftigten, konnten bereits zahlreiche Aspekte über Lebensweisen in vergangener Zeit ermittelt werden. So wird auch der Ursprung des Begriffs „Moorleiche“ von Archäolog:innen intensiv diskutiert, wie etwa ja dazu angeführt.

Ein Blick in die Geschichte

Die Geschichte der Moorleichenforschung ist lang und bietet einen faszinierenden Einblick in unsere älteren Kulturen. „Bernie“ ist dabei nicht der einzige bekannte Fund. Zu den letzten bemerkenswerten Entdeckungen gehört die Moorleiche „Moora“ aus dem Uchter Moor sowie weitere Funde der letzten Jahrzehnte, die interessante Aspekte zur neolithischen und frühbronzezeitlichen Besiedlung Niedersachsens aufzeigen.

In Anbetracht dieser spannenden Forschungen dürfen wir gespannt sein, welche Erkenntnisse die Analyse von Bernies Kleidung noch liefern wird. Sie könnte uns wertvolle Einblicke in eine längst vergangene Zeit ermöglichen und gleichzeitig die Bedeutung der Moorlandschaften als Archive unserer Geschichte unterstreichen.