Bistum Aachen: Pfarrer wegen Missbrauchsvorwürfen im Fokus der Ermittlungen!
Bistum Aachen meldet Anzeige gegen Pfarrer wegen sexuellen Missbrauchsverdachts. Staatsanwaltschaft ermittelt seit 2025.

Bistum Aachen: Pfarrer wegen Missbrauchsvorwürfen im Fokus der Ermittlungen!
In einem äußerst ernsten Fall von sexuellem Missbrauch hat das Bistum Aachen einen aktiven Pfarrer angezeigt. Die Vorwürfe, die auf einen anonymen Hinweisgeber zurückgehen, betreffen einen Vorfall aus den 2010er-Jahren, bei dem ein Firmling in einer Jugendherberge außerhalb des Bistums missbraucht worden sein soll. Die Bistumssprecherin Marliese Kalthoff bestätigte, dass ein kirchenrechtliches Verfahren gegen den Pfarrer eingeleitet wurde. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft Krefeld seit Frühjahr 2025.
Bislang wurde der beschuldigte Pfarrer nicht vernommen, und es wird nach dem Verfasser des anonymen Schreibens gesucht. Trotz der ernsten Vorwürfe, die auf sehr belastende Erfahrungen hinweisen, führt der Pfarrer weiterhin Gottesdienste durch, vollzieht Taufen und nimmt Beichten ab. Zu den konkreten Angelegenheiten hat das Bistum auf Anfrage keine Stellungnahmen gegeben.
Ein besorgniserregendes Bild
Der Fall reiht sich in eine lange Liste von Missbrauchsvorwürfen im Bistum Aachen ein. Über 389 Betroffene sexueller Gewalt sind dem Bistum bis zum 31. Dezember 2025 bekannt, wobei namentlich 152 Täter, darunter 137 Kleriker und eine Ordensschwester, dokumentiert wurden. Die Aufarbeitung der systematischen Missbräuche zieht sich über viele Jahre und ist von enormem finanziellem Aufwand begleitet: Das Bistum hat bis Juni 2025 insgesamt 4,5 Millionen Euro an Anerkennungsleistungen gezahlt, ohne die Therapiekosten mit einzurechnen.
Der Anstieg an bekannten Fällen zeigt sich alarmierend. Im Jahr 2025 waren 385 Betroffene namentlich bekannt, was einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren markiert. Die Klärung alter Vorwürfe und präventive Maßnahmen stehen daher ganz oben auf der Agenda des Bistums. Im Rahmen dieser Bemühungen wurden im Oktober 2023 65 weitere Betroffene aktenkundig, ermutigt durch einen öffentlichen Aufruf.
Gesellschaftliche Reaktionen
Die wiederholte Nennung solcher schwerwiegenden Vorwürfe hat auch in der Öffentlichkeit für zunehmende Unruhe gesorgt. Der Umgang mit missbräuchlichem Verhalten innerhalb der Kirche steht in der Kritik. Häufig wird angeführt, dass die bestehenden Strukturen nicht ausreichend darauf ausgelegt sind, den Opfern von Missbrauch gerecht zu werden. Über die Jahre haben sich immer wieder neue Vorwürfe manifestiert, was das Vertrauen in die Institution weiter erschüttert.
Ein Beispiel aus der Vergangenheit zeigt die Dringlichkeit des Themas: Im Jahr 1969 war ein verstorbener Priester wegen Unzucht an Minderjährigen verurteilt worden, was nur eine von vielen beklemmenden Geschichten ist, die die düstere Geschichte des Missbrauchs im Bistum Aachen umreißen.
Die angespannten und belasteten Atmosphären, die durch derartige Vorfälle erzeugt werden, lassen keinen Raum für Verharmlosungen. Durch die ergriffenen Maßnahmen zur Aufarbeitung soll nicht nur der Schmerz der Betroffenen anerkannt werden, sondern auch ein Umdenken innerhalb der Institution angestoßen werden.