NRW startet Lehrerausbildung: 3000 Referendare trotzen akutem Lehrermangel!
Am 2.11.2025 wurden in Gelsenkirchen über 3.000 neue Referendare vereidigt. Trotz steigender Zahlen bleibt der Lehrermangel in NRW akut.

NRW startet Lehrerausbildung: 3000 Referendare trotzen akutem Lehrermangel!
Am 2. November 2025 gab es in Nordrhein-Westfalen (NRW) einen bemerkenswerten Auftakt für über 3.000 neue Lehramtsanwärter, die ihr Referendariat beginnen. Die Vereidigung fand in Gelsenkirchen statt, wo unter anderem Ministerpräsident Hendrik Wüst und Schulministerin Dorothee Feller anwesend waren. Während das Referendariat 18 Monate dauert und mit einer Staatsprüfung endet, ist die Realität in den Schulen angespannt: Trotz eines Anstiegs der Lehrerzahlen bleibt der Lehrermangel in verschiedenen Regionen und Schulformen hungrig nach neuen Kräften. Dies berichtet WDR.
Sechs Referendare nutzten die Gelegenheit, ihre Ziele und persönlichen Erfahrungen zu teilen. Simon Brach, der Sport und Chemie unterrichtet, möchte seinen Unterricht spannend gestalten und flexibel auf die Bedürfnisse seiner Schüler reagieren. Lukas Steinhoff zielt darauf ab, Begeisterung für Chemie zu wecken und spricht sich klar für die Verbeamtung aller Lehrer aus. Nadine Asiz legt ihren Fokus darauf, Diskriminierung zu bekämpfen, damit sich alle Schüler wohlfühlen. Carla Gabriel, die Mathe und Physik unterrichtet, führt an, wie wichtig es ist, Unterstützung gegen Mobbing zu leisten, äußert aber auch Bedenken zur Verbeamtung. Martina Kuhl will im Englisch- und Erziehungswissenschaftsunterricht auf die menschliche Komponente des Lehrens eingehen. Özlem Cömert schließlich sieht in der Bildung von Schülern ohne Bildungshintergrund große Herausforderungen und betont die Notwendigkeit der Einbeziehung der Eltern.
Akuter Lehrermangel in NRW
Der Lehrermangel in NRW ist besonders spürbar an Grundschulen, wo derzeit 2.570 Stellen unbesetzt sind, gefolgt von 2.013 Positionen an Gymnasien und 939 in Förderschulen. Die Personalausstattungsquote hat am Gymnasium 93,37%, an Förderschulen 93,80% und an Grundschulen 94,90% erreicht. Dies zeigt, dass es in der Fläche an Ressourcen mangelt, um den Unterricht adäquat zu gestalten. Die Weiterbildungskollegs allerdings haben mit 110,74% sogar einen Überhang an Lehrkräften zu verzeichnen. Besonders herausfordernd ist die Situation in der Bezirksregierung Düsseldorf mit einer Ausstattung von 93% und über 3.500 unbesetzten Stellen WDR.
Die Tatsache, dass NRW in den letzten Jahren trotz zahlreicher Maßnahmen 8.000 Lehrerstellen nicht besetzen konnte, spricht Bände über die Dringlichkeit der Lage. Um dem Lehrermangel entgegenzuwirken, hat die Landesregierung zusätzliche Maßnahmen angekündigt. Ab dem Wintersemester 2025/2026 werden 80 neue Studienplätze im Grundschullehramt angeboten, wodurch Hochschulen wie die RWTH Aachen und die Bergische Universität Wuppertal erstmals in dieser Hinsicht kooperieren Ruhr24.
Langfristige Perspektiven
Diese Initiative ist Teil der „Studienplatzoffensive II“, die mit über 11 Millionen Euro im Haushaltsplan 2025 unterstützt wird. Seit deren Einführung wurden insgesamt 465 neue Bachelorstudienplätze im Lehramt und der sonderpädagogischen Förderung eingerichtet. Für das kommende Jahr sind sogar noch mehr Maßnahmen erforderlich, um der angespannten Lage gerecht zu werden.
In Deutschland insgesamt wird der Lehrkräftemangel auch die nächsten Jahre prägen: Die Kultusministerkonferenz (KMK) prognostiziert, dass bis 2024 über 17.400 Lehrkräfte fehlen werden. Besonders in den östlichen Bundesländern erwartet man aufgrund eines bevorstehenden Rentenabgangs hohen Bedarf an neuen Lehrkräften. Auch die steigenden Schülerzahlen, bedingt durch einen Babyboom in den 2010er Jahren, tragen zur Problematik bei Statista.
So bleibt abzuwarten, ob die neuen Ausbildungsmöglichkeiten und geplanten Maßnahmen dem Lehrermangel in NRW und darüber hinaus nachhaltig begegnen werden. Die Herausforderungen sind groß, doch die Initiative der neuen Referendare könnte der Schlüssel zu einem besseren Bildungssystem sein.