In Höxter brodelt es: Die Entscheidung des Stadtrats, das Kommunale Medizinische Versorgungszentrum (kMVZ) im ehemaligen Postgebäude am Bahnhof unterzubringen, sorgt für hitzige Diskussionen. Bürgermeister Daniel Hartmann (parteilos) steht dabei im Mittelpunkt der Kritik und hat bereits zwei Beschlüsse entsprechend der nordrhein-westfälischen Gemeindeordnung blockiert. Laut WDR sehen viele Bürger und Politiker die Entscheidung des Stadtrats als überstürzt an. Hartmann begründet seinen Widerspruch mit der fehlenden fachlichen Bewertung, die für eine solche Entscheidung notwendig sei.
Doch was steckt hinter dieser Kontroverse? Der Bürgermeister ist der Meinung, dass die entscheidenden Akteure wie die Geschäftsführung des MVZ, medizinisches Fachpersonal und Fachplaner nicht richtig in den Prozess eingebunden waren. Dies kritisiert auch Hartmann in seiner Stellungnahme und hebt die Notwendigkeit einer fundierten Grundlage für diese wichtige Entscheidung hervor. „Wir müssen sicherstellen, dass mögliche Entwicklungen sowohl für die medizinische Versorgung als auch für die Stadt Höxter im Fokus stehen“, erklärt er in einem Gespräch mit dem Höxterer Stadtportal.
Standortproblematik
Ein zentraler Punkt der Diskussion sind die räumlichen Gegebenheiten des ehemaligen Postgebäudes. Hier beherbergt das Gebäude bereits die Stadtbibliothek und das Stadtarchiv, was die Möglichkeiten für neue Arztpraxen und eine Erweiterung für Fachärzte stark einschränkt. „Es fehlen zusammenhängende Flächen und die notwendigen Entwicklungsmöglichkeiten“, so Hartmann. Zudem sind die finanziellen Rahmenbedingungen durch bestehende Fördermittelbindungen eng gesteckt.
Während der Stadtrat überzeugt ist von der Eignung des Postgebäudes, äußern die Befürworter dieser Position – darunter CDU, BfH und FBI – Bedenken wegen der unzureichenden fachlichen Einschätzung, die Hartmann getroffen hat. Sie fordern eine Neubewertung des Standorts, das Postgebäude soll bis zu einer geeigneten Alternative nicht vom Tisch. „Wir müssen das Beste für unsere Bürger im Blick haben“, betont ein Vertreter der Befürworter.
Der Weg nach vorne
Ein Blick auf die anstehenden Schritte: Eine Sondersitzung des Rates ist für heute Abend, den 2. April, um 19:00 Uhr angesetzt. Ziel ist es, die Entscheidungsgrundlage zu verbessern und einen unabhängigen Experten mit der Prüfung eines alternativen Standorts am Berliner Platz 1 zu betrauen. Hartmann ist überzeugt, dass eine bestmögliche Lösung im Sinne der Bürger und der medizinischen Versorgung im Vordergrund stehen muss.
Die anhaltende Verunsicherung führt zu weiteren Bedenken. Hartmann sieht drei zentrale Risiken, die durch den aktuellen Beschluss drohen: die Gefährdung der medizinischen Versorgung in Höxter, mögliche wirtschaftliche Nachteile für die Stadt und Verzögerungen bei städtischen Entwicklungsprojekten. „Wir haben einen klaren Fokus: Die Gesundheit unserer Bürger muss an erster Stelle stehen“, so Hartmann abschließend.
Es bleibt abzuwarten, welche Entscheidungen heute getroffen werden und wie die Zukunft des kMVZ somit gestaltet werden kann. Die Bürger in Höxter sind jedenfalls gespannt auf die Entwicklungen in dieser brisanten Angelegenheit.