Heute ist der 2.04.2026 und in Höxter brodelt es in der kommunalen Politik. Der Stadtrat hat sich bereits zweimal für das ehemalige Postgebäude als Standort des Kommunalen Medizinischen Versorgungszentrums (kMVZ) entschieden. Doch Bürgermeister Daniel Hartmann (parteilos) hat beide Entscheidungen blockiert, was zu heftiger Kritik von verschiedenen Seiten geführt hat. Kritiker des Bürgermeisters werfen ihm vor, die Entwicklung der medizinischen Versorgung in Höxter zu gefährden.

Hartmann bezeichnete die Entscheidungen des Stadtrats als „überstürzt“ und verwies auf fehlende fachgerechte Prüfungen. Das Postgebäude beherbergt neben der geplanten Arztpraxis auch die Stadtbibliothek und das Stadtarchiv, was die praktische Umsetzung der Pläne zusätzlich erschwert. Arztpraxen müssten im Gebäude verteilt werden, und eine Erweiterung für zusätzliche Fachärzte oder Therapeuten sei nicht möglich. Befürworter des Standorts, darunter die CDU, BfH und FBI, kritisieren hingegen die fehlende fachliche Einschätzung des Bürgermeisters und fordern eine Neubewertung der Situation, bis eine geeignete Alternative gefunden wird (WDR).

Kritik am Ratsbeschluss

Bürgermeister Hartmann äußerte auch Kritik am Ratsbeschluss vom 19. März zur Unterbringung des MVZ im ehemaligen Postgebäude am Bahnhof. Er sieht die Entscheidung als verfrüht an, da wesentliche Akteure wie die Geschäftsführung des MVZ, medizinisches Fachpersonal und Fachplaner nicht ausreichend eingebunden waren. Hartmann betont die Notwendigkeit einer fundierten fachlichen Grundlage für solche Entscheidungen. Der Widerspruch gegen den Ratsbeschluss ist ein vorgesehenes Instrument in der Gemeindeordnung, um fundierte Entscheidungen zu gewährleisten.

Das MVZ wurde kürzlich gegründet, und die operative Arbeit hat noch nicht begonnen. Ursprünglich war geplant, den Betrieb in bestehenden Arztpraxen fortzuführen und eine langfristige Standortstrategie zu entwickeln. Hartmann kritisiert die räumlichen Gegebenheiten im ehemaligen Postgebäude, da große Teile bereits für andere öffentliche Nutzungen verplant sind. Fördermittelbindungen lassen kaum Anpassungen zu, und es fehlen Erweiterungsmöglichkeiten für zusätzliche Fachrichtungen, obwohl bereits Anfragen vorliegen. Der Bürgermeister sieht drei zentrale Risiken durch den aktuellen Beschluss: die Gefährdung der medizinischen Versorgung in Höxter, mögliche wirtschaftliche Nachteile für die Stadt und Verzögerungen bei weiteren städtischen Entwicklungsprojekten.

Weichen für die Zukunft stellen

Um die Situation zu klären, hat Hartmann dem Ratsbeschluss formell widersprochen. Eine Sondersitzung des Rates ist für Donnerstag, den 2. April, um 19:00 Uhr angesetzt. Bis zur Sitzung soll die Entscheidungsgrundlage verbessert werden, einschließlich der Einbindung eines unabhängigen Experten und einer Vorprüfung eines alternativen Standorts am Berliner Platz 1. Hartmann erklärt, dass es um die bestmögliche Lösung für die Bürger geht und die Gesundheit sowie die medizinische Versorgung im Mittelpunkt stehen müssen (Höxter.de).

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Die aktuellen Diskussionen um das kMVZ in Höxter werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, die bei der medizinischen Versorgungsplanung in Kommunen auftreten können. Es bleibt abzuwarten, welche Lösungen gefunden werden, um die Gesundheit der Bürger zu sichern und gleichzeitig die Interessen aller Beteiligten zu berücksichtigen.