Ein Spaziergang im Grünen kann in der Region Köln und Bonn schnell zur Herausforderung werden. Aktuelle Beobachtungen zeigen, dass sich die Zeckenpopulation in der Region rasant vermehrt hat. Ein Anstieg um 40 Prozent innerhalb eines Jahres wurde dokumentiert, meldet der Kölner Stadt-Anzeiger. Die Zahl der Zecken an elf untersuchten Orten stieg von 2.500 im Jahr 2024 auf nunmehr 3.500. Besonders in städtischen Gebieten wie Marktplatz Siegburg oder Hauptstraße Lohmar sind Zecken jedoch nicht anzutreffen. Ihr Habitat sind eher dichte Wiesen, hohe Gräser und Gebüsche, wo sie auf potenzielle Wirte warten.
Eine Gefahr den Spaziergängen in den Wäldern sind die vor allem verbreiteten Zeckenarten wie der gemeine Holzbock. Diese kleinen Plagegeister können Krankheiten wie Borreliose und das ernstzunehmende Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSME) übertragen, hebt die Österreichische Gesundheitsbehörde hervor. Bei FSME kann es nach einem Zeckenstich zu grippeähnlichen Symptomen kommen, gefolgt von neurologischen Beschwerden. Im schlimmsten Fall kann die Erkrankung sogar tödlich enden.
Zeckenlarven und ihre Gefahren
Der Holzbock und die Jagdzecke Hyalomma sind die Hauptakteure in der Region. Während letzte nicht bei den Kontrollen gefunden wurde, ist die Gefahr durch sie nicht zu unterschätzen. Diese Zecke kann Wirte über bis zu zehn Meter Entfernung riechen und folgt diesen über mehrere hundert Meter. Ihr Stich birgt das Risiko, Krankheiten wie das Krim-Kongo-Fieber zu übertragen. Das Schlimme daran: Nicht jede FSME-Infektion führt zwangsläufig zu einer Erkrankung, weshalb viele Betroffene im Ungewissen bleiben. Laut dem Robert Koch-Institut können in Deutschland FSME-Fälle auch in Regionen auftreten, die ursprünglich nicht als Risikogebiet gekennzeichnet sind. Dies macht eine verstärkte Aufmerksamkeit beim Aufenthalt in der Natur unerlässlich.
Falkenberg, ein Experte in der Region, rät dazu, auf den vorgegebenen Wegen zu bleiben und sich nach einem Aufenthalt im Wald gründlich auf Zecken abzusuchen. Igel in Sankt Augustin sind besonders betroffen, wie die Tierpflegerin Siegeritta Gebauer berichtet: Diese kleinen Geschöpfe können sich mit bis zu 70 Zecken infizieren, was zu dramatischen Folgen führen kann. Das Abstreifen von Zecken ist nicht effektiv, denn es kann zu einer Überlebensrate der kleinen Blutsauger führen.
Prävention und Schutzmaßnahmen
Die Impfempfehlungen gegen FSME sind hoch, besonders für Menschen, die sich in Risikogebieten aufhalten oder viel Zeit im Freien verbringen. Die Österreichische Gesundheitsbehörde hebt hervor, dass bereits eine Grundimmunisierung ab dem ersten Lebensjahr möglich ist, ein umfassender Schutz erfordert jedoch mehrere Impfungen.
Zusätzlich sollten bestimmte Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Dazu gehört das Tragen von geschlossener Kleidung und das Vermeiden von Unterholz sowie der Einsatz geeigneter Repellentien. Bei jedem Aufenthalt im Freien ist es ratsam, den Körper und die Kleidung nach Zecken abzusuchen; helle Kleidung hilft bei der Suche. Bei Zeckenbefall sollte diese schnellstmöglich entfernt werden, um das Risiko einer Übertragung von Krankheiten zu minimieren.
Die wachsende Zeckenpopulation in der Region ist ein klarer Aufruf zur Vorsicht. Wer die Natur liebt, sollte sich der Risiken bewusst sein und entsprechende Vorkehrungen treffen, um die Zeit im Freien unbeschwert zu genießen.