In Süchteln, einem Stadtteil von Viersen, beginnt am Rosenmontag der Neubau der Friedhofsbrücke. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich bis zur Jahresmitte andauern, nachdem die alte Brücke über den Hohlweg 2016 abgerissen wurde. Während der Bauzeit wird der Hohlweg zwischen dem alten und neuen Friedhofsteil gesperrt, jedoch bleibt der Parkplatz parallel zum Hohlweg geöffnet. Das beauftragte Unternehmen ist angehalten, Rücksicht auf die Bestattungszeiten zu nehmen und keine Arbeiten donnerstags zwischen 8 und 13 Uhr sowie während der Bestattungszeiten am Dienstag von 8 bis 13 Uhr und Freitag von 8 bis 10 Uhr durchzuführen. Ziel der Verwaltung ist es, die Beeinträchtigungen für die Anwohner und Besucher so gering wie möglich zu halten. Zudem soll das Unternehmen den besonderen Charakter des Umfelds beachten, um die Auswirkungen des Bauvorhabens zu minimieren. Mehr Informationen zur Baumaßnahme finden Sie hier.
Die geplante Friedhofsbrücke ist jedoch nicht ohne Kontroversen. Im Viersener Stadtrat wird das Bauvorhaben erneut diskutiert, nachdem eine Petition der Initiative „Parents for Future – Kreis Viersen“ über 1.000 Unterschriften gesammelt hat. Diese Petition fordert eine umweltfreundlichere Alternative zur Stahlbrücke und hat den Status eines offiziellen Bürgerantrags nach § 24 der Gemeindeordnung NRW erlangt. Kritiker bemängeln, dass die Bedenken bezüglich geplanter Baumfällungen im Bereich des Hohlwegs nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Die Initiative fordert eine sachliche Auseinandersetzung mit den ökologischen Auswirkungen des Projekts, insbesondere die Gefährdung gesunder, alter Bäume sowie die möglichen negativen Auswirkungen auf das Ökosystem und den Hochwasserschutz. Trotz bereits gefasster Beschlüsse muss sich der Stadtrat erneut mit diesen Anliegen auseinandersetzen, was das Thema zu einem Brennpunkt in der Viersener Lokalpolitik macht. Hier finden Sie weitere Details zur Petition.
Ökologische Bedenken und finanzielle Aspekte
Die Bedenken der Natur- und Klimaschützer zielen nicht nur auf den Erhalt der Bäume ab, sondern auch auf die finanziellen Aspekte des Projekts. Die Kosten für die Stahlbrücke belaufen sich auf rund 300.000 Euro, was in Zeiten knapper Stadtkassen als problematisch angesehen wird. Die Petition fordert zudem die rechtlich vorgegebene Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde vor der Umsetzung des Projekts. Kritiker verweisen auf die Gefahren durch Starkregenereignisse, die den Hohlweg überfluten könnten, und fordern eine umfassende Prüfung der möglichen Folgen des Brückenbaus. Die Initiative hofft auf ein Umdenken und eine ernsthafte Diskussion über die Anliegen der Bürger, während die Unterschriftensammlung in den kommenden Wochen fortgeführt werden soll.
Städtebau und Förderprogramme
Der Neubau der Friedhofsbrücke könnte möglicherweise auch im Kontext größerer städtebaulicher Maßnahmen betrachtet werden. Das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“, gefördert vom Bundesbauministerium, unterstützt investive und konzeptionelle Projekte in Deutschland. Ziel des Programms ist die Förderung von Projekten mit nationaler oder internationaler Wahrnehmbarkeit und hoher fachlicher Qualität. Seit dem Programmstart im Jahr 2014 wurden 228 Premiumprojekte mit einem Bundeszuschuss von rund 721 Millionen Euro gefördert. Diese Programme legen den Fokus auf die Sanierung denkmalgeschützter Bestände, die Entwicklung von Bildungs- und Kulturstätten sowie die Aufwertung öffentlicher Räume. Die Erfahrungen aus diesen Projekten könnten wertvolle Impulse für die Planung und Umsetzung der Friedhofsbrücke in Süchteln liefern. Weitere Informationen zu den Förderprogrammen finden Sie hier.