Junge Digital-Strategen fordern: Soziale Medien müssen politisch werden!

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Adrian Schimmelpfennig, Experte für digitale Kommunikation, kritisiert die Schwächen der Etablierten in der politischen Social-Media-Nutzung.

Adrian Schimmelpfennig, Experte für digitale Kommunikation, kritisiert die Schwächen der Etablierten in der politischen Social-Media-Nutzung.
Adrian Schimmelpfennig, Experte für digitale Kommunikation, kritisiert die Schwächen der Etablierten in der politischen Social-Media-Nutzung.

Junge Digital-Strategen fordern: Soziale Medien müssen politisch werden!

Die digitale Kommunikation ist seit Jahren ein heiß diskutiertes Thema und wird auch im politischen Diskurs zunehmend relevanter. Besonders in Zeiten von Social Media und ständiger Vernetzung könnte man meinen, dass die Etablierten dies erkannt haben. Doch viele Politiker scheinen weiterhin ihre eigenen Blasen zu umkreisen, anstatt die digitale Reichweite effektiv zu nutzen. Der Tagesspiegel berichtet über Adrian Schimmelpfennig, einen aufstrebenden Experten auf diesem Gebiet.

Der erst 23-jährige Schimmelpfennig, der bereits 2021 die erste digitale Wahlkampfkampagne für den SPD-Landtagsabgeordneten Martin Rivoir initiierte, leitet heute das Unternehmen „Zeitgeist-Politics“. Das Ziel seiner Firma ist klar: Politiker in der Kunst der Social-Media-Kommunikation zu schulen. Besonders erwähnenswert ist die Tatsache, dass er sich sein Wissen autodidaktisch angeeignet hat, indem er Online-Ressourcen und KI nutzt. Viele Politiker missverstehen zudem ihre Kanäle, die oft mehr wie Newsletter für Parteifreunde wirken, anstatt breite Zielgruppen anzusprechen.

Die Generation Z im Fokus

Schimmelpfennig, der auch die digitalen Auftritte von Sahra Wagenknecht im Bundestagswahlkampf begleitete, sieht sich mit einem drängenden Problem konfrontiert: Die digitale Welt hat einen enormen Einfluss auf die jüngeren Generationen, insbesondere auf die Generation Z und Alpha. Eine Webseite von Schimmelpfennig hebt hervor, dass diese Generation unter einer hohen psychischen Belastung leidet, was sich in einem Anstieg von Depressionen und digitalen Abhängigkeiten äußert. Toxischer Konsum von sozialen Medien ist ein zentraler Auslöser dieser Problematik.

Eltern und Schulen sehen sich oft überfordert, wenn es darum geht, das Online-Verhalten ihrer Kinder zu verstehen. Schimmelpfennig hat daher die „Eltern-Medien-Akademie“ ins Leben gerufen. Dieses Projekt bietet Eltern, Schulen und Kommunen Unterstützung, um Kinder in der digitalen Welt zu begleiten. Ziel ist es, dass Verantwortliche ein besseres Verständnis für die Online-Welt ihrer Kinder entwickeln und ihnen helfen können, sicherer damit umzugehen.

Die Rolle sozialer Medien

Der Zugang zu sozialen Medien ist für viele Jugendliche heute selbstverständlich. Eine Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds (JIM 2022) zeigt, dass bereits 94 % der 12- bis 13-Jährigen im Besitz eines Smartphones sind, und 95 % der 14- bis 15-Jährigen nutzen das Internet täglich. Zu den beliebtesten sozialen Medien zählen Instagram, TikTok und YouTube, die nicht nur zur Kommunikation, sondern auch zur Identitätsfindung herangezogen werden. Die Bundeszentrale für politische Bildung berichtet, dass soziale Medien sowohl Orientierung bieten als auch gefühlte Einsamkeit reduzieren.

Dennoch birgt die Nutzung solcher Plattformen auch Risiken. Die schnelle Verfügbarkeit von Inhalten und der Druck, in der „Performance“ zu bestehen, können zu riskantem Verhalten führen, was vielen Jugendlichen nicht immer bewusst ist. Zudem ist es alarmierend, dass etwa 9 % der 9- bis 16-Jährigen angaben, sich online zu riskanten Verhaltensweisen verleiten zu lassen.

Ein Aufruf zur Veränderung

Adrian Schimmelpfennig kritisiert nicht nur Politiker, die in der digitalen Kommunikation zurückbleiben, sondern warnt auch vor der Schwächung der politischen Mitte und dem Einfluss von großen US-Techkonzernen auf den öffentlichen Diskurs. Er setzt sich vehement dafür ein, dass europäische Plattformen und Start-ups gegründet werden, die den Werten Europas entsprechen.

Obwohl die parlamentarischen Parteien wie die AfD soziale Medien effektiv nutzen, um ihre Reichweite zu erhöhen, bleibt die Frage, ob das auch für alle anderen gilt. Der Erfolg der AfD in der Online-Kommunikation verdeutlicht, wie wichtig es ist, digitale Kanäle auch für andere politische Strömungen zu erschließen.

Während der Wahlkampf für Schimmelpfennig ein voller Erfolg war, bleibt abzuwarten, wie sich die digitale Kommunikation in Zukunft entwickeln wird. An ihm liegt es, die nächste Generation von politischen Beratern auf die Herausforderungen der digitalen Welt vorzubereiten.