Alarm im Kreis Ahrweiler: 1,3 Millionen Überstunden für Beschäftigte!
Im Kreis Ahrweiler wurden 1,3 Millionen Überstunden geleistet. Gewerkschaften warnen vor gesundheitlichen Risiken durch geplante Arbeitszeitänderungen.

Alarm im Kreis Ahrweiler: 1,3 Millionen Überstunden für Beschäftigte!
Im Kreis Ahrweiler wird die Situation der Beschäftigten immer drängender: Im vergangenen Jahr leisteten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer insgesamt rund 1,3 Millionen Überstunden, von denen über 681.000 unbezahlt waren. Diese alarmierenden Zahlen stammen aus dem „Arbeitszeit-Monitor“ des Pestel-Instituts, das im Auftrag der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) erstellt wurde. Besonders betroffen ist die Gastronomie, wo etwa 34.000 Überstunden angefallen sind, von denen 53 Prozent unbezahlt waren, wie Blick aktuell berichtet.
Die NGG schlägt Alarm und warnt vor einer weiteren Zunahme der Überstunden, insbesondere aufgrund der geplanten Reform des Arbeitszeitgesetzes durch die Bundesregierung. Diese Änderungen könnten den 8-Stunden-Tag und die wöchentliche Höchstarbeitszeit in Frage stellen. Aktuell ist eine maximale Arbeitszeit von 48 Stunden pro Woche erlaubt, aber in Ausnahmefällen sind sogar bis zu 60 Stunden möglich. Die Gewerkschaft befürchtet, dass Arbeitgeber künftig sogar bis zu 73,5 Stunden pro Woche verlangen könnten.
Politische Pläne und ihre Folgen
Die Bundesregierung, unter der Führung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), plant, die wöchentliche Höchstarbeitszeit zu reformieren. Merz fordert ein effizienteres Arbeiten, während Experten warnen, dass eine solche Flexibilisierung gesundheitliche Risiken birgt. Die derzeitige Regelung erlaubt täglichen Arbeitszeiten von bis zu 10 Stunden, was bereits in bestimmten Berufen wie im Gesundheitswesen abweicht. Eine mögliche Einführung einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit könnte die Situation jedoch noch verschärfen, wie ZDF heute berichtet.
Eine Kurzstudie des Hugo Sinzheimer Instituts für Arbeitsrecht warnt vor den negativen Auswirkungen, die längere Arbeitszeiten auf die Gesundheit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben können. Schließlich hat sich die Erwerbsquote von Frauen zwischen 1991 und 2022 auf 73 Prozent erhöht, und das obwohl immer mehr Frauen in Teilzeit arbeiten. Ein Drittel der Beschäftigten ist 2023 in Teilzeit tätig, was die Situation noch komplizierter macht.
Gesundheitsrisiken und Vereinbarkeit
Die gesundheitlichen Risiken lang andauernder Arbeitszeiten sind nicht zu unterschätzen. Längere Arbeitstage erhöhen nicht nur das Risiko für psychische Erkrankungen, sondern auch für Unfälle am Arbeitsplatz. Der Krankheitsstand bei psychischen Erkrankungen betrug 2023 durchschnittlich 33 Tage. Die Expertinnen und Experten der Hans-Böckler-Stiftung betonen, dass eine Reform der Arbeitsbedingungen notwendig ist, um die Ansprüche von Erwerbstätigen an ihre Arbeitszeitgestaltung zu verbessern, so die Böckler Stiftung.
Die NGG fordert daher von den Bundestagsabgeordneten, die geplanten Änderungen am Arbeitszeitgesetz zu stoppen. Der Acht-Stunden-Tag, der seit 1918 Teil des Arbeitszeitrechts ist, könnte durch die Reformen infrage gestellt werden. Ein Umdenken ist gefragt, um gute Arbeitsbedingungen und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sicherzustellen. Der Druck auf die Politik wächst, solide Lösungen zu finden, die sowohl den Bedürfnissen der Arbeitgeber als auch den Arbeitnehmern gerecht werden.