Wehrdienst-Reform: BDKJ fordert Mitbestimmung der Jugend!

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BDKJ-Vorsitzender Henner Gädtke diskutiert mit Minister Pistorius Reformen zum Wehrdienst und Freiwilligendiensten in Berlin.

BDKJ-Vorsitzender Henner Gädtke diskutiert mit Minister Pistorius Reformen zum Wehrdienst und Freiwilligendiensten in Berlin.
BDKJ-Vorsitzender Henner Gädtke diskutiert mit Minister Pistorius Reformen zum Wehrdienst und Freiwilligendiensten in Berlin.

Wehrdienst-Reform: BDKJ fordert Mitbestimmung der Jugend!

In Berlin fand jüngst ein wichtiges Treffen zwischen Jugendverbänden und dem Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius statt. Henner Gädtke, der Vorsitzende des BDKJ, betonte dabei die Notwendigkeit, direkt mit den jungen Menschen ins Gespräch zu kommen. Dieses direkte Dialogformat ist essenziell, da das Thema Wehrdienst, Freiwilligkeit und Pflicht die Jugend intensiv beschäftigt. Gädtke war Teil einer Delegation des Deutschen Bundesjugendrings, die sich über die Reform des Wehrdienstes austauschte. Rund 660.000 Mitglieder vertreten die 17 katholischen Kinder- und Jugendverbände des BDKJ, die sich klar für ein freiwilliges Modell ausgesprochen haben. Zwang für junge Menschen lehnen sie entschieden ab, berichtet Domradio.

Das von der Bundesregierung angekündigte neue Wehrdienstmodell soll am 1. Januar 2026 starten. Alle 18-jährigen Männer sind verpflichtet, einen Fragebogen zur Dienstbereitschaft auszufüllen, während Frauen zunächst freiwillig teilnehmen können. Im Falle einer Krise könnte auch eine optionale „Bedarfswehrpflicht“ in Kraft treten. Die Freiwilligkeit steht hier an erster Stelle, und der BDKJ fordert, dass Wehrdienst und andere Dienste nicht gegeneinander ausgespielt werden. Auch eine erweiterte Beteiligung junger Menschen an den aktuellen Debatten über diese Reform ist ihm ein Anliegen. Der BDKJ hat bereits im August eine Stellungnahme zu dem Gesetzesentwurf zur Modernisierung des Wehrdienstes abgegeben und sich im September zur Wehrpflichtdebatte geäußert, wie BDKJ festhält.

Der neue Wehrdienst und seine Auswirkungen

Die geplante Reform des Wehrdienstes zielt darauf ab, die Bundeswehr zu stärken und die Truppenstärke bis 2035 auf 260.000 Soldaten zu erhöhen. Die neue Regelung sieht eine Dienstzeit von mindestens sechs Monaten vor, mit der Möglichkeit, diese auf bis zu 23 Monate zu verlängern. Anreize wie eine höhere Vergütung von bis zu 2.000 Euro netto sollen junge Menschen motivieren, sagte Bundesfreiwilligendienst.

Diese Änderungen bringen jedoch auch Herausforderungen für die zivilen Freiwilligendienste mit sich. Der BDKJ äußert Bedenken, dass die neuen Regelungen zu einer Konkurrenz um die gleichen Zielgruppen führen könnten. Freiwillige Dienste wie das FSJ oder den BFD könnten unter der attraktiveren Vergütung und den Rahmenbedingungen des Wehrdienstes leiden. Aktuell beträgt die Vergütung für ein FSJ oder den BFD zwischen 400 und 600 Euro, was im Vergleich zur hohen Bezahlung im Wehrdienst einen klaren Anreiz bietet. Die soziale Landschaft könnte sich somit erheblich verändern, und die Attraktivität der zivilen Dienste muss dringend erhöht werden, um Engpässe in sozialen Einrichtungen zu verhindern.

Der Dialog zwischen den Jugendverbänden und der Politik ist also wichtiger denn je. Die anstehende Reform wird nicht nur die Bundeswehr betreffen, sondern hat auch direkte Auswirkungen auf die Jugend und deren Engagement in der Gesellschaft. Die Teilnehmer am Treffen sehen es als notwendig an, die Stimmen junger Menschen in diese entscheidenden Gespräche einzubeziehen und klare Perspektiven für die Zukunft zu schaffen. In einer Zeit, in der die gesellschaftlichen Herausforderungen groß sind, ist es wichtig, die ehrenamtliche Arbeit und die Freiwilligendienste zu stärken.