Schock für Filmfans: Indie-Verleih vor der Schließung nach Kinoschluss!
Trier kämpft um das Überleben von Indie-Filmen, nachdem das Kino The Projector geschlossen wurde. Anticipate Pictures sucht dringend neue Spielorte.

Schock für Filmfans: Indie-Verleih vor der Schließung nach Kinoschluss!
In der Kinowelt gibt es manchmal unerwartete Wendungen, die nicht nur die große Leinwand betreffen, sondern auch die kleineren, aber feinen Indie-Produktionen. Kürzlich schloss das Indie-Kino The Projector in Singapur seine Pforten und brachte den lokalen Filmverleih Anticipate Pictures in eine brenzlige Situation. Vincent Quek, der Gründer von Anticipate Pictures, steht nun vor der Herausforderung, neue Vorführorte zu finden, da Indie-Filme, die für The Projector geplant waren, vorerst ins Stocken geraten sind. Die Straits Times berichtet, dass Quek bereits vor einer möglichen Schließung seines Unternehmens warnt, sollte er bis Ende Oktober keine neuen Spielorte finden.
The Projector, das am 19. August endgültig schloss, war eine zentrale Plattform für zahlreiche Filme, die nun auf der Suche nach neuen Möglichkeiten sind. Insgesamt sind etwa fünfzehn Filme betroffen, darunter die lokale Science-Fiction-Komödie “We Can Save The World!!!” und das japanische Drama “Renoir”. Laut Quek ist es entscheidend, dass die Filme in Kinos mit professioneller digitaler Projektion und Surround-Sound-Systemen gezeigt werden, da die Anforderungen an die Vorführung hoch sind. The Business Times ergänzt, dass auch die Klassifizierungen der Filme, wie M18 oder R21, spezielle Lizenzen nötig machen.
Die Lage von Anticipate Pictures
Die Suche nach neuen Spielstätten gestaltet sich als äußerst herausfordernd. Quek führt Gespräche mit großen Ketten wie Shaw und Cathay, aber viele von diesen Kinos verlangen eine Vorauszahlung, bekannt als “four-walling”. Diese Praxis kann die finanzielle Lage von Anticipate Pictures ausschlaggebend belasten, da Quek in einem solchen Arrangement für jeden Platz im Voraus zahlen müsste, was die Profitabilität gefährdet. Es zeigt sich, dass selbst gut funktionierende Indie-Verleihfirmen wie Anticipate Pictures vor ernsthaften Schwierigkeiten stehen, zumal die Betreiber von staatlichen Institutionen oft nicht bereit sind, ein risikobehaftetes, auf Umsatz basierendes Modell anzunehmen.
Quek ist sichtlich betroffen von den Entwicklungen und beschreibt die Beziehung zu The Projector als “intim verwoben”. Der Verlust fühle sich an wie der Verlust eines Familienmitglieds. Gleichzeitig berichtet er von Gerüchten über mögliche Interessenten, die versuchen könnten, The Projector zu retten, aber konkrete Neuigkeiten stehen noch aus. Die Betreiberfirma, Pocket Cinema, hat Schulden in Höhe von 1,2 Millionen Dollar, was die Situation zusätzlich verkompliziert. Der angekündigte Gläubigertreffen zur freiwilligen Liquidation ist für den 29. August angesetzt, was den Druck auf das Unternehmen weiter erhöht.
Kulturelle Herausforderungen für Indie-Kinos
Die Schließung von The Projector wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, mit denen unabhängige Kinos konfrontiert sind, nicht nur in Singapur, sondern weltweit. In Deutschland beispielsweise gibt es laufende Diskussionen über die Existenz von Independent-Filmen. Die Filmförderung spielt hier eine Schlüsselrolle, jedoch ist die Definition von Indie-Filmen oft vage. EPD Film beschreibt, dass viele deutsche Filme als Independent gelten könnten, da große Studios kaum Einfluss auf die Produktion haben. Dennoch kämpfen viele Indie-Filme um ihren Platz in den Kinos. Hier kommen Festivals ins Spiel, die eine zentrale Rolle für die Sichtbarkeit von Independent-Filmen spielen und deren Relevanz unterstreichen.
Insgesamt zeigt sich, dass die Welt des Indie-Kinos vulnerabel ist und dringend Unterstützung braucht. Quek hofft, dass sein Katalog von 80 Filmen, die in anderen Formaten vorgeführt werden können, ihm helfen wird, die gegenwärtige Krise zu überstehen. Ein großzügiger Vermieter könnte ihn dabei unterstützen, das kulturelle Erbe der Indie-Kinos in Singapur und darüber hinaus zu bewahren.