ZF Saarbrücken: Nur 825 Stellenabbau – Hoffnung auf Zukunft bleibt!
ZF Friedrichshafen erzielt Einigung zur Stellenreduzierung in Saarbrücken: 825 Jobs betroffen, während 2.800 abgewendet wurden.

ZF Saarbrücken: Nur 825 Stellenabbau – Hoffnung auf Zukunft bleibt!
Die aktuelle Lage bei ZF Friedrichshafen hat viele in der Region aufhorchen lassen. Nach einer jüngsten Betriebsversammlung wurde eine Einigung über den Sanierungsplan für den Produktionsstandort Saarbrücken erzielt. Während die Belegschaft den Plan positiv aufnimmt, bleibt die langfristige Unsicherheit über die Zukunft bestehen. Ursprünglich befürchtete man den Abbau von 2.800 Arbeitsplätzen; nun müssen „nur“ 825 Stellen weichen. Dies geschieht zum Großteil durch Altersteilzeit und das Auslaufen befristeter Verträge. Wer freiwillig ausscheidet, erhält großzügige Abfindungen von bis zu 250.000 Euro, was viele als eine attraktive Möglichkeit einschätzen.
Doch was steckt hinter dieser Einigung? ZF plant bis 2027 Einsparungen von über 500 Millionen Euro und den Abbau von insgesamt 7.600 Arbeitsplätzen in der E-Division bis 2030. Die Antriebssparte, zu der der Standort Saarbrücken gehört, bleibt jedoch bestehen. Auf der anderen Seite wurde eine Gehaltserhöhung von 3,1 Prozent, die für April 2026 geplant war, auf Oktober 2026 verschoben. Darüber hinaus entfallen Zulagen für 2025 und 2026, während einige Sonderzahlungen in zusätzliche Urlaubstage umgewandelt werden.
Herausforderungen für die Autoindustrie
Die Schwierigkeiten sind nicht nur ZF vorbehalten. Die gesamte deutsche Autoindustrie steht unter Druck. Im Jahr 2024 wurden rund 19.000 Stellen gestrichen, eine Entwicklung, die laut einer Studie des Beratungsunternehmens EY erst der Anfang sein könnte. Ende 2024 waren nur noch über 761.000 Menschen in der Autoindustrie beschäftigt – der niedrigste Stand seit 2013. Um dies ins Verhältnis zu setzen: Im Jahr 2023 waren es noch rund 780.000 Beschäftigte, und im Jahr 2018 waren es sogar 834.000.
Die Gründe für diese erschreckende Entwicklung sind vielfältig. Hohe Kosten, schwache Nachfrage und die teure Koexistenz von Verbrennungsmotoren und Elektroautos belasten die Hersteller. Zugleich haben massive Investitionen in die Elektromobilität nicht den erhofften Markterfolg gebracht, und der chinesische Markt, ein wichtiger Abnehmer, zeigt sinkende Tendenzen. Dies zwingt die Unternehmen dazu, Kosten zu senken, was eine weitere Welle von Stellenabbau nach sich ziehen könnte.
Politische Unterstützung gefordert
Vor diesem Hintergrund ist auch die Rolle der Politik nicht zu unterschätzen. Betriebsrat und IG Metall betonen, wie wichtig politische Unterstützung für zukünftige Technologien wie Hybride und synthetische Kraftstoffe ist. Der Blick in die Zukunft bleibt angesichts der momentanen Herausforderungen skeptisch, und viele Zulieferer sehen sich in ihrer Existenz gefährdet.
Die Situation ist also angespannt, aber die Hoffnung auf höhere Margen und eine Stabilisierung in der mittelfristigen Zukunft bleibt bestehen. Die Probleme sind erkannt, und es ist zu hoffen, dass durch kluge Entscheidungen und vor allem durch langfristige Investitionen die Wende doch noch geschafft werden kann.