Sicherheit geht vor: Biberach installiert riesiges Stahlnetz am Hang

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Am 11.11.2025 starteten Bauarbeiten in Biberach, um durch ein Stahlnetz Felsstürze zu verhindern und die Sicherheit zu erhöhen.

Am 11.11.2025 starteten Bauarbeiten in Biberach, um durch ein Stahlnetz Felsstürze zu verhindern und die Sicherheit zu erhöhen.
Am 11.11.2025 starteten Bauarbeiten in Biberach, um durch ein Stahlnetz Felsstürze zu verhindern und die Sicherheit zu erhöhen.

Sicherheit geht vor: Biberach installiert riesiges Stahlnetz am Hang

In Biberach wird zur Sicherung eines gefährlichen Hangbereichs ein beeindruckendes Stahlnetz installiert. Die Arbeiter Muraru Razvan und Flavian Minbrila sind derzeit mit einem Bagger und Erdbohrer tätig, um die nötigen Vorbereitungen für dieses Projekt zu treffen. Beide sind Angestellte der Firma Sachtleben Mining Services aus Wolfach, die sich auf komplizierte Felssicherungen spezialisiert hat. Bei der Hangkante, die rund 50 Meter hoch ist, handelt es sich um einen ehemaligen Kiesabbau, der bis in die 1970er-Jahre aktiv war. Nach der Schließung der Kiesgrube fanden Gewerbeansiedlungen, darunter auch eine Shell-Tankstelle und eine große Autowerkstatt, Platz am Fuße des Hangs.

Die Sicherungsmaßnahmen sind nicht nur notwendig, sondern dringlich. Der Steilhang hat in der Vergangenheit immer wieder Probleme durch Erosion verursacht. Die Stadt hat daher bereits einen Fangdamm mit einem großen Zaun errichtet, um herabfallende Felsbrocken zu stoppen. Ingenieur Matthias Schühle berichtet von gefährlichen Gesteinsbrocken, die bis zu zehn Tonnen wiegen können. Ein besonders schwerer Brocken mit einem Gewicht von 500 Tonnen war im April 2020 abgebrochen und blieb glücklicherweise auf dem Fangdamm liegen, was potenzielle Schäden an der Tankstelle verhinderte.

Sicherheitsmaßnahmen im Detail

Um künftigen Gefahren entgegenzuwirken, hat sich die Stadtverwaltung entschieden, ein 100 Meter breites und 45 Meter langes Stahlnetz zu installieren. Dieses Netz wird zur Ableitung von Geröllbrocken beitragen und besteht aus Bahnen, die von der Firma Geobrugg aus Romanshorn in der Schweiz hergestellt werden. Zur Stabilisierung werden etwa 60 Stahlanker eingesetzt, die bis zu zwölf Meter tief in den Hang gebohrt werden. Die ersten Bohrungen begannen bereits im Oktober und sollen bis Ende November abgeschlossen sein. Jeder Anker wird zudem auf seine Festigkeit geprüft, um sicherzustellen, dass er den Belastungen standhält.

Die endgültige Befestigung des Stahlnetzes erfolgt in zwei Schritten im Dezember: von der Hangkante bis zur halben Höhe werden die ersten Teile montiert, anschließend wird die restliche Fläche mit Hebebühnen bearbeitet. Deutlich eingeschränkt sind die Möglichkeiten für zusätzliche Befestigungen im Hang, da die Wand nicht stabil genug ist, um weitere Maßnahmen zu rechtfertigen. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 800.000 Euro, die in die Sicherheit der Gebäude und der Menschen im Gewerbegebiet investiert werden.

Herausforderungen in der Felssicherung

Die speziellen Herausforderungen, die in der Felssicherung bestehen, werden auch durch die verschiedenen Techniken illustriert, die in solchen Projekten Anwendung finden. Felssicherung umfasst unterschiedliche Methoden wie Felsanker, Vernagelungen, Spritzbeton, Netze und Barrieren, um die Stabilität von Steilböschungen zu gewährleisten. Die gezielte Kombination dieser Maßnahmen ist entscheidend, um Personen und Infrastruktur vor den Gefahren von Steinschlag, Felsstürzen und Erosion zu schützen. Hierbei kommt es auch auf eine präzise geotechnische Beurteilung an, die die Geologie und die spezifischen Gefahren analysiert.

Im aktuellen Fall zeigt sich, wie wichtig sorgfältige Planung und Ausführung sind. Erosionsschutz und die Reduktion von Verwitterung sind unerlässlich, um langfristig den Hang zu stabilisieren und damit auch die umliegenden Gebäude zu schützen. Solche Projekte sind nicht nur kostspielig, sondern benötigen auch Fachwissen und technisches Know-how, um sie erfolgreich durchzuführen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in Biberach mit der Installation des Stahlnetzes ein Schritt in die richtige Richtung unternommen wird, um die Bürgerinnen und Bürger sowie die Infrastruktur vor potenziellen Gefahren durch herabfallende Felsen zu schützen. Es bleibt zu hoffen, dass die Maßnahmen die erhoffte Wirkung zeigen und künftige Risiken minimieren können.