Bulgarien begrüßt den Euro: Hoffnungen und Ängste am Währungswechsel!

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Am 1. Januar 2026 führt Bulgarien als 21. Land den Euro ein, trotz skeptischer Bevölkerung und politischer Turbulenzen.

Am 1. Januar 2026 führt Bulgarien als 21. Land den Euro ein, trotz skeptischer Bevölkerung und politischer Turbulenzen.
Am 1. Januar 2026 führt Bulgarien als 21. Land den Euro ein, trotz skeptischer Bevölkerung und politischer Turbulenzen.

Bulgarien begrüßt den Euro: Hoffnungen und Ängste am Währungswechsel!

Am 1. Januar 2026 hat Bulgarien den Lew abgeschafft und den Euro als offizielles Zahlungsmittel eingeführt. Damit ist das Land nun das 21. Mitglied der Eurozone. Der feste Umrechnungskurs von 1,95583 Lew pro Euro wurde festgelegt, was erste Planungen für einen reibungslosen Übergang verspricht. Diese Einführung soll vor allem den Tourismus ankurbeln und das Geschäft für bulgarische Hersteller im Handel mit Europa und der Welt erleichtern. Ein großer Vorteil für Urlauber fällt sofort ins Gewicht: Geldwechsel und zusätzliche Gebühren entfallen, Preise können einfach verglichen und Kartenzahlungen unkompliziert abgewickelt werden, wie Schwarzwälder Bote berichtet.

Doch nicht alles ist eitel Wonne. Viele Bulgaren zeigen sich skeptisch und befürchten, dass die Währungsumstellung Preissteigerungen nach sich ziehen könnte. Eine Umfrage schlägt Alarm: Über die Hälfte der Bevölkerung lehnt die Euro-Einführung ab. Staatspräsident Rumen Radew plädiert für mehr Demokratie und kritisiert die fehlende Durchführung eines Referendums. Sein entsprechender Antrag wurde jedoch von der prowestlichen Parlamentsmehrheit abgelehnt.

Wirtschaftliche Herausforderungen und Chancen

Bulgarien ist aktuell das ärmste Land in der Europäischen Union, hat sich aber in den letzten zwei Jahrzehnten stabil wirtschaftlich entwickelt und diverse Krisen, wie die globale Finanzkrise von 2008 und die Corona-Pandemie, weitgehend ohne externe Hilfe überwunden, wie Tagesschau feststellt. Die jüngste Regierung trat jedoch nach massiven Protesten gegen korruptes Handeln und umstrittene Haushaltsentwürfe zurück.

Der Brutto-Durchschnittslohn liegt in Bulgarien bei 1.300 Euro pro Monat, was im Vergleich zu den anderen EU-Staaten niedrig ist. Trotz der politischen Instabilität, die in den letzten viereinhalb Jahren sieben Parlamentswahlen zur Folge hatte, hält die Wirtschaftswelt den Euro-Beitritt für eine Chance auf mehr Investitionen und eine Stärkung der Wirtschaft. „Langfristig erhofft sich Bulgarien von der Euro-Einführung eine stabilere Währung und eine größere Marktanbindung“, sagt Wirtschaftsexperte Ruslan Stefanov.

Politische Unsicherheiten und öffentliche Proteste

Trotz dieser positiven Ausblicke belastet eine kritische politische Landschaft das Land. Korruption durchzieht das bulgarische Justizsystem und viele Bürger fühlen sich machtlos. Die rechtsradikale Partei Vazrazhdane organisiert bereits Proteste gegen die Euro-Einführung und warnt vor steigenden Lebenshaltungskosten. Spitzenvertreter der Partei fordern mehr Transparenz und Verantwortung von der Regierung.

Aufgrund dieser Gemengenlage könnten die kommenden Tage, die als Feier-, Brücken- und Wochenendtage erklärt wurden, sowohl eine Erholungsphase als auch ein Zeitpunkt des Umdenkens und der Neuorientierung in der bulgarischen Politik darstellen. Am 5. Januar 2026 wird der erste offizielle Geschäftstag mit dem Euro sein, und die Augen der Welt sind auf Bulgarien gerichtet.