Gewaltfreie Zukunft: Aufruf zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

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Am 25. November gedenkt der Rhein-Neckar-Kreis des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen. Fakten, Hilfsangebote und lokale Initiativen im Fokus.

Am 25. November gedenkt der Rhein-Neckar-Kreis des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen. Fakten, Hilfsangebote und lokale Initiativen im Fokus.
Am 25. November gedenkt der Rhein-Neckar-Kreis des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen. Fakten, Hilfsangebote und lokale Initiativen im Fokus.

Gewaltfreie Zukunft: Aufruf zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Am 25. November gedenkt die Welt der gewaltsam verstorbenen Frauen und Mädchen und setzt ein starkes Zeichen gegen Gewalt. Dieser internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, der erstmals von der UN im Jahr 1999 beschlossen wurde, erinnert besonders an die Schwestern Mirabal, die 1960 in der Dominikanischen Republik ermordet wurden. Weltweit finden an diesem Tag zahlreiche Demonstrationen statt, um auf dieses weltweite Problem aufmerksam zu machen. Auch hierzulande ist die Situation alarmierend: Laut Wochenblatt Reporter erlebt jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben physische oder sexuelle Gewalt. In Deutschland ist jede vierte Frau von häuslicher Gewalt betroffen, während in Europa jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens Opfer dieser schrecklichen Taten wird.

Die Verbreitung von Gewalt gegen Frauen ist eine drängende Menschenrechtsverletzung. Jedes Jahr werden Zehntausende Frauen Opfer von Gewalt – ein Umstand, der oft in der Öffentlichkeit zu wenig Beachtung findet. Im Jahr 2023 wurden in Deutschland 180.715 Frauen Opfer von häuslicher Gewalt, was einem Anstieg von 5,6 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Dunkelziffer bleibt erschreckend hoch, da viele Betroffene aus Scham und Angst nicht über ihre Erfahrungen sprechen. Laut bpb sind körperliche und seelische Verletzungen von Frauen weltweit verbreitet.

Kampagnen und Unterstützungsmöglichkeiten

Im Rhein-Neckar-Kreis wird das Landratsamt Flaggen des Hilfetelefons hissen, um auf die Thematik aufmerksam zu machen. Dieses Hilfetelefon, rund um die Uhr unter der Nummer 116 016 erreichbar, bietet anonymisiert Unterstützung in 18 Sprachen. Dabei werden Betroffene an lokale Beratungsstellen vermittelt. Im Rhein-Neckar-Kreis gibt es mehrere Anlaufstellen, die nicht nur Frauen, sondern auch Männern, die Gewalt erfahren haben, Hilfe anbieten.

  • Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt – Lida: Diakonisches Werk, Heidelberg
  • Gewaltambulanz: Institut für Rechts- und Verkehrsmedizin, Universitätsklinikum Heidelberg
  • Frauenberatungsstellen in Weinheim, Hockenheim, Wiesloch, Sinsheim und Eberbach

Ein neues Frauen- und Kinderschutzhaus im DRK-Familienzentrum Rose wird Anfang des kommenden Jahres in Ilvesheim eröffnet. Trotz dieser Initiativen sind die Kapazitäten von Frauenhäusern oft unzureichend, und viele Betroffene haben nicht immer Zugang zu einem sicheren Ort.

Gesellschaftliche Herausforderungen und Ansichten

Die hohe Zahl der Betroffenen zeigt, dass Gewalt gegen Frauen ein gesellschaftliches Problem ist, das nicht an gesellschaftlichen Schichten haltmacht. Frauen mit niedriger formeller Bildung oder familiärer Vorgeschichte von Gewalt sind besonders gefährdet. Im Jahr 2023 erlebten etwa 52.330 Frauen und Mädchen Gewalt, darunter 761 Gruppenvergewaltigungen. Diese erschreckende Bilanz zeigt deutlich: Die Problematik ist vielschichtig und erfordert umfassende Maßnahmen, um das Bewusstsein zu schärfen und Gewalt nachhaltig zu bekämpfen.

Mit Blick auf die kommenden Wochen wird die politische und gesellschaftliche Diskussion über Gewalt gegen Frauen weiter an Bedeutung gewinnen. Der 25. November wird immer mehr als ein Tag angesehen, der nicht nur zur Reflexion anregen, sondern auch handfeste Maßnahmen auf den Weg bringen soll. Nur gemeinsam können diese Herausforderungen angegangen und die Bewegungen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen nachhaltig gestärkt werden.