Tiefflüge der Bundeswehr: Anwohner in Ellwangen protestieren gegen Lärm!

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Die Bundeswehr führt wieder Tiefflüge in Ellwangen, Crailsheim und Nördlingen durch. Anwohner befürchten Lärmbelastung.

Die Bundeswehr führt wieder Tiefflüge in Ellwangen, Crailsheim und Nördlingen durch. Anwohner befürchten Lärmbelastung.
Die Bundeswehr führt wieder Tiefflüge in Ellwangen, Crailsheim und Nördlingen durch. Anwohner befürchten Lärmbelastung.

Tiefflüge der Bundeswehr: Anwohner in Ellwangen protestieren gegen Lärm!

In der Region Ellwangen, Crailsheim und Nördlingen dürfen ab sofort wieder Tiefflüge mit Kampfjets der Bundeswehr durchgeführt werden. Die neu reaktivierte „Low Flying Area 7“ ermöglicht Flüge bis auf eine Höhe von 80 Metern, was eine signifikante Veränderung zu den vorher bestehenden Regelungen darstellt, die Tiefflüge nur bis 300 Meter erlaubten. Diese Entscheidung, die vor dem Hintergrund der veränderten sicherheitspolitischen Lage in Europa nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine getroffen wurde, stößt auf unterschiedliche Reaktionen in der Bevölkerung.

Friedensaktivist Volker Nick aus Mutlangen äußert sich kritisch zu den angekündigten Übungen. Er erinnert sich an ähnliche Lärmbelästigungen vor 40 Jahren und ist besorgt, dass der Lärm die Arbeit der Klinik in Ellwangen erheblich stören könnte. Für Nick stehen die Tiefflüge nicht nur für überflüssigen Lärm, sondern auch für eine Form der Umweltzerstörung, die er nicht hinnehmen möchte.

Reaktionen aus der Politik und Luftfahrt

Unterdessen sieht Bundestagsabgeordneter Roderich Kiesewetter von der CDU die neuen Übungen als essenziell für die Sicherheit des Landes. „Solche Flüge waren ursprünglich in den USA gängige Praxis und sind nun auch hierzulande von Bedeutung“, stellt Kiesewetter klar. Der ehemalige Bundeswehrpilot Peter Stütz ergänzt, dass Tiefflüge eine wichtige Rolle in der Ausbildung der Soldaten spielen, um sie auf mögliche Einsätze optimal vorzubereiten. Seine Anerkennung für die Notwendigkeit solcher Maßnahmen geht Hand in Hand mit der Einsicht, dass die Flüge eine Belastung für die Anwohner darstellen können.

Die genehmigten Tiefflüge sind gesetzlich auf maximal zwei Minuten bei der Höhe von 80 Metern limitiert, was die Anwohner sorgsam im Hinterkopf behalten sollten. Die Bundeswehr plant, die Manöver nur in speziell ausgewiesenen Gebieten durchzuführen und dazu regelmäßig über anstehende Übungen zu informieren. Dennoch gibt es Bedenken: Viele Anwohner haben von diesen Änderungen in den Medien erfahren und fühlen sich von der Bundeswehr nicht ausreichend in die Entscheidung eingebunden.

Lärmbelastung und Informationspolitik

Gerade der erhöhte Lärmpegel, der durch die Tiefflüge entsteht, ist ein Thema, das viele Menschen angesprochen hat. Experte Stütz erklärt, dass diese Form der Übung nicht nur der Pilotenausbildung dient, sondern auch den gezielten Abschuss von Drohnen erleichtert. Der Lärm, insbesondere in der Tiefe von 80 Metern, sei sowohl für Mensch als auch Umwelt eine spürbare Herausforderung – der Geräuschpegel ist bei dieser Höhe deutlich höher als bei den bisherigen 300 Metern.

Wohin die Reise für die Luftfahrt in Deutschland letztlich führt, bleibt spannend. Ob sich die Bürger über die geplanten Manöver beruhigen lassen, wird sich zeigen. Fest steht jedoch, dass die Bundeswehr in einer zunehmend unsicheren Welt ihre Ausbilder und Soldaten angemessen vorbereiten muss und dabei immerhin die Anliegen der Anwohner nicht gänzlich aus den Augen verlieren sollte.

Wer mehr über die Entwicklungen im Zusammenhang mit den Tiefflügen erfahren möchte, findet weitere Informationen bei SWR und Tagesschau.