Aus dem Märchen ins echte Leben: Christels Kindheit auf Schloss Werenwag

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Erfahren Sie mehr über Christel Maroths Kindheit auf Schloss Werenwag in Sigmaringen und das Leben dort nach dem Zweiten Weltkrieg.

Erfahren Sie mehr über Christel Maroths Kindheit auf Schloss Werenwag in Sigmaringen und das Leben dort nach dem Zweiten Weltkrieg.
Erfahren Sie mehr über Christel Maroths Kindheit auf Schloss Werenwag in Sigmaringen und das Leben dort nach dem Zweiten Weltkrieg.

Aus dem Märchen ins echte Leben: Christels Kindheit auf Schloss Werenwag

In der malerischen Gemeinde Beuron, im Oberen Donautal, thront das imposante Schloss Werenwag. Diese historische Stätten hat nicht nur kulturelle Bedeutung, sondern auch ganz persönliche Geschichten zu erzählen. Eine dieser Geschichten gehört Christel Maroth, die elf Jahre ihrer Kindheit in diesen ehrwürdigen Mauern verbrachte.

Christel wuchs kurz nach dem Zweiten Weltkrieg auf. Ihre Familie floh damals aus ihrer Heimat, um den Schrecken des Krieges zu entkommen. Ihr Großvater, ein mutiger Mann, brachte seine fünf Töchter, darunter Christels Mutter, mit einem Schiff nach Dänemark. Nach zwei Jahren in Schweden zog die Familie schließlich nach Baden-Württemberg. Im Alter von nur drei Jahren kam Christel nach Werenwag, wo sie in einem mittlerweile abgerissenen Haus auf dem Schloss lebte. Ihre Kindheit beschreibt sie als ständiges Abenteuer, umgeben von Hühnern, Gänsen, Pferden, Eseln und weiteren Tieren – eine wahre Kindheit im Märchenstil.

Das Leben auf Schloss Werenwag

Schloss Werenwag, das seit dem 12. Jahrhundert eine Vielzahl von Veränderungen durchlief, ist im Besitz des Hauses Fürstenberg und wird bis heute bewohnt. Die imposante Anlage beherbergte nicht nur die Adelsfamilie, sondern auch über 50 Menschen, die dort wohnten und arbeiteten. Christels Vater war als Unimog-Fahrer für die Fürstenbergs angestellt, während ihre Mutter und Tanten auf dem Schloss halfen. Anmutige Weihnachtsfeste, bei denen Prinzessin Wilhelmine Fürstenberg Geschenke an die Mitarbeiterfamilien verteilte, hinterließen tiefe Eindrücke bei Christel und ihren Freunden.

Während ihrer Zeit dort freundete sich Christel mit Marie-Louise von Preußen an, die in Stuttgart lebte. Dieser Standesunterschied war für die beiden Kinder ohne Bedeutung. Ein Jahr, das sie nie vergessen wird, ist 1958. Als ihre Familie zu Verwandten nach Ertingen zog, musste sie das Schloss verlassen – ein Abschied, der ihr schwer fiel. Ihre beste Freundin Marie-Louise war fortan nicht mehr erreichbar, doch Prinzessin Wilhelmine dachte noch an die Familie Maroth und ließ ihnen weiterhin Briefe zukommen, bis zu ihrem tragischen Unfall im Jahr 1964.

Ein Blick in die Geschichte

Schloss Werenwag hat eine lange Geschichte, die bis in das Jahr 1100 zurückreicht. Ursprünglich als Burg erbaut, diente es im Spätmittelalter als Machtzentrum der Herren von Werenwag. Über die Jahrhunderte wechselte der Besitz mehrmals, bis es letztendlich 1830 wieder in den Besitz der Fürsten von Fürstenberg gelangte. Das Schloss ist heute nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, weswegen die persönlichen Geschichten von Menschen wie Christel umso wertvoller sind.

Die Erinnerungen von Christel Maroth an ihr Leben im Schloss sind nicht nur nostalgisch, sondern auch ein wichtiger Teil der regionalen Geschichte. Während die Mauern des Schlosses Geschichten aus vergangenen Tagen flüstern, lebt die Erinnerung an die Kindheit auf Werenwag in ihren Erzählungen weiter.