Hausärzte schlagen Alarm: Engpass bei Grippeimpfstoffen droht!
Hausärzte im Zollernalbkreis kritisieren strenge Bestellregeln für Grippeimpfstoffe aufgrund von Engpässen und hohen Nachfrage.

Hausärzte schlagen Alarm: Engpass bei Grippeimpfstoffen droht!
Immer mehr Hausärzte in Deutschland schlagen Alarm: Die strengen Bestellregeln für Grippeimpfstoffe bringen die Praxen in große Schwierigkeiten. Ärzte können nicht schnell genug auf die hohe Nachfrage reagieren, was zu spürbaren Engpässen führt. Bereits seit Mitte Dezember berichten viele von ihnen über fehlende Grippeimpfstoffe in verschiedenen Regionen. Der Grund für die Engpässe ist das vorab erforderliche Bestellen der Impfstoffe bis zu einem Dreivierteljahr im Voraus, was eine gewaltige Herausforderung darstellt. Wie der Schwarzwälder Bote berichtet, ist die Nachfrage in dieser Saison aufgrund einer frühen Grippewelle besonders hoch.
Die Situation verschärft sich zusätzlich durch die unklaren Vorgaben. Ärzte fürchten finanzielle Konsequenzen, wenn sie mehr bestellen als tatsächlich gebraucht wird. Überbestellungen ziehen Sanktionen durch die Krankenkassen nach sich, was das sogenannte Regressrisiko erhöht. Unter diesen Umständen ist es kein Wunder, dass die Ärzteschaft uneins über die bestehenden Regelungen ist. Viele fordern eine Überarbeitung, um die Bürokratie zu erleichtern und die Impfkampagne zu unterstützen. So nennt der Zeit berichte von Ärzten, die unter diesen Umständen besorgt um die Gesundheitsversorgung ihrer Patienten sind.
Netzwerke zur Rettung
Um die fehlenden Impfstoffe zu kompensieren, organisieren sich viele Arztpraxen in Netzwerken. Diese Kooperationen sollen dazu dienen, Restbestände aus anderen Praxen zu finden, um zumindest einen Teil der Nachfrage zu decken. Diese Netzwerke sind eine pragmatische Lösung für ein akutes Problem, jedoch weit von einer nachhaltigen oder langenfristigen Lösung entfernt. Trotz dieser Anstrengungen bleiben die Probleme mit der Verfügbarkeit von Impfstoffen bestehen.
Zusätzlich meldet das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) aktuell keine bundesweite Mangelsituation beim Grippe-Impfstoff. Dies wirft Fragen auf, weshalb die Verfügbarkeit vor Ort so unterschiedlich wahrgenommen wird. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt zudem die Grippeimpfung für verschiedene Risikogruppen, darunter Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranke, Schwangere und medizinisches Personal. Die niedrigen Impfquoten in diesen besonders gefährdeten Gruppen stellen ein ernsthaftes gesundheitliches Risiko dar.
Die Hausärzte stehen damit vor einer komplexen Herausforderung: Sie wollen ihren Patienten den bestmöglichen Schutz bieten, sind aber gleichzeitig mit rigiden Bestellrichtlinien und finanziellen Risiken konfrontiert. Die Hoffnung ist, dass sich die Regulierungen bald verändern, um die Impfkampagne zu unterstützen und Engpässe zu vermeiden.