Zunehmende Hilfe für Gewaltopfer: Freiburger Ambulanz etabliert sich

Transparenz: Redaktionell erstellt und geprüft. Veröffentlicht am · Impressum · Kontakt · Redaktionskodex
Gewaltambulanzen in Südbaden unterstützen Opfer von Gewalt mit kostenloser, vertraulicher Dokumentation von Verletzungen.

Gewaltambulanzen in Südbaden unterstützen Opfer von Gewalt mit kostenloser, vertraulicher Dokumentation von Verletzungen.
Gewaltambulanzen in Südbaden unterstützen Opfer von Gewalt mit kostenloser, vertraulicher Dokumentation von Verletzungen.

Zunehmende Hilfe für Gewaltopfer: Freiburger Ambulanz etabliert sich

In den letzten Jahren hat die Bedeutung von Gewaltambulanzen in Deutschland stark zugenommen. Dies zeigt sich besonders in Südbaden, wo die Untersuchungsstelle an der Uniklinik Freiburg laufend mehr Menschen anzieht, die Opfer von Sexualdelikten, Körperverletzungen oder häuslicher Gewalt geworden sind. Laut ZVW wird der Fokus der Freiburger Einrichtung insbesondere auf die Dokumentation äußerlich sichtbarer Gewaltfolgen am Körper gelegt. Klinikleiterin Ulrike Schmidt betont, dass Betroffene Spuren von Verletzungen auch ohne eine Strafanzeige dokumentieren lassen können, was vielen einen wichtigen Schritt zur Aufklärung und Unterstützung ermöglicht.

Doch was genau passiert in einer Gewaltambulanz? Hier wird Opfern von Gewalt eine vertrauliche und kostenlose rechtsmedizinische Begutachtung angeboten. Das Ziel: Verletzungen nach häuslicher Gewalt, sexualisierter Gewalt und interpersonellen Gewaltdelikten zu dokumentieren und so für mögliche gerichtliche Auseinandersetzungen gerüstet zu sein. Die Gewaltschutzambulanz der Charité in Berlin, wie Opferhilfe Berlin berichtet, bietet dafür ebenfalls umfassende Leistungen an. Hierzu zählt die Erstellung einer rechtsmedizinischen Dokumentation, bestehend aus einem schriftlichen Bericht und Fotos.

Vorteile der Gewaltambulanzen

Ein entscheidender Vorteil der Gewaltambulanzen ist die Unabhängigkeit von polizeilichen Ermittlungen. Die Dokumentation ist kostenlos und kann bis zu 10 Jahre lang aufbewahrt werden. Dies ermöglicht es den Betroffenen, selbst zu entscheiden, ob und wann sie diese Informationen nutzen möchten. Mitarbeiter*innen in diesen Einrichtungen stehen unter ärztlicher Schweigepflicht, was für Betroffene ein zusätzliches Gefühl von Sicherheit erzeugt, auch gegenüber Polizei und Gerichten. Nach Angaben von Charité werden diese Dokumentationen in verschiedenen Arten von Gerichtsverfahren, sei es Straf-, Zivil- oder Familiengericht, verwendet.

Die Gewaltambulanzen richten sich an eine breite Zielgruppe. Hierzu gehören Opfersituationen in (ehemaligen) Paarbeziehungen, Personen mit Gewalterfahrungen am Arbeitsplatz sowie Kinder, bei denen Misshandlungen vermutet werden, die allerdings nur über institutionelle Organisationen vorgestellt werden können. Solche speziellen Angebote tragen uneingeschränkt zur Unterstützung der Betroffenen und zur Sensibilisierung der Gesellschaft bei.

Zusammengefasst zeigen die Entwicklungen in Südbaden sowie an der Charité in Berlin, wie wichtig Gewaltambulanzen geworden sind. Sie bieten nicht nur Hilfe und Unterstützung für die Opfer, sondern auch eine gesicherte Dokumentation von Gewaltfolgen, wodurch eine bessere Verteidigung im Falle von rechtlichen Auseinandersetzungen möglich wird. In diesen Einrichtungen wird ganz klar ein gutes Händchen im Umgang mit sensiblen Themen bewiesen, und das sollte zum Nachdenken anregen.