Bamberg: Prozess gegen Betrüger der Milton-Group beginnt – Milliarden-Schaden!

Transparenz: Redaktionell erstellt und geprüft.
Veröffentlicht am

Prozessbeginn in Bamberg gegen Mikheil B., mutmaßlichen Drahtzieher der Milton Group, wegen banden- und gewerbsmäßigem Betrug.

Prozessbeginn in Bamberg gegen Mikheil B., mutmaßlichen Drahtzieher der Milton Group, wegen banden- und gewerbsmäßigem Betrug.
Prozessbeginn in Bamberg gegen Mikheil B., mutmaßlichen Drahtzieher der Milton Group, wegen banden- und gewerbsmäßigem Betrug.

Bamberg: Prozess gegen Betrüger der Milton-Group beginnt – Milliarden-Schaden!

In Bamberg hat am 15. Januar 2026 der Prozess gegen Mikheil B. begonnen, den mutmaßlichen Drahtzieher der sogenannten „Milton Group“. Der 50-jährige israelisch-georgische Staatsbürger steht unter Anklage wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs, nachdem rund 1.000 Personen im deutschsprachigen Raum zwischen 2014 und 2019 schwer geschädigt wurden. Wie BR24 berichtet, soll den Geschädigten durch falsche Versprechungen hohe Gewinne durch Investitionen auf gefälschten digitalen Plattformen in Aussicht gestellt worden sein.

Die Ermittlungen, die sich über sechs Jahre hinzogen, wurden von der Zentralstelle Cybercrime Bayern zusammen mit der Kriminalpolizeiinspektion für Zentralaufgaben Oberfranken geführt. Mikheil B. wurde im August 2023 in Armenien festgenommen und im Mai 2024 nach Deutschland ausgeliefert. Während seiner Zeit in Untersuchungshaft bleibt der Angeklagte vorerst stumm und äußert sich nicht zu den Vorwürfen oder Mittätern, wie die bayerische Justiz mitteilt.

Das Ausmaß des Betrugs

Die „Milton Group“ wird eine beeindruckende Anzahl an Fake-Plattformen zugeordnet. Insgesamt sollen rund 400 Betrugsplattformen betrieben worden sein, an denen Mikheil B. am Umsatz beteiligt war. Der Gesamtschaden im deutschsprachigen Raum beläuft sich auf schockierende 52 Millionen Euro, während der weltweite Schaden durch das Netzwerk auf mindestens 178 Millionen Euro geschätzt wird. Das Dunkelfeld, also der tatsächliche Schaden, könnte laut Staatsanwaltschaft noch weit höher sein.

Die Callcenter, die von der Organisation betrieben wurden, befanden sich in Albanien, Georgien, Nordmazedonien und der Ukraine. Hier animierten die Mitarbeiter die Menschen, ihr Geld in betrügerische Investitionen zu stecken. Allein zwischen 2014 und 2019, als Mikheil B. ein Callcenter in Albanien leitete, schätzte die Justiz, dass etwa 180 Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz um ca. 8 Millionen Euro betrogen wurden.

Sicherheitsvorkehrungen und Prozessverlauf

Am ersten Verhandlungstag standen die Sicherheitsvorkehrungen im Gerichtssaal auf einem hohen Niveau, was das brisante Thema noch unterstrich. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren. Die Verteidigung hingegen plädiert auf unter acht Jahre. „Er dient als Hauptfigur in einem straff organisierten Netzwerk“, so die Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte wird vorgeworfen, aktiv an der Entwicklung und dem Verkauf einer All-in-One-Software für Fake-Tradingplattformen beteiligt gewesen zu sein, welche zur Täuschung von Investoren verwendet wurde.

Diese Software, die unter anderem in 28 Plattformen zum Einsatz kam, wurde von Georgien aus vertrieben. In den Jahren 2017 und 2018 kam es darüber hinaus zur Entwicklung der Software PumaTS, mit der zusätzliche Betrügerische Aktivitäten ermöglicht wurden. Ein geschädigter Investor aus Österreich soll sogar über 11 Millionen Euro auf der Fake-Investmentseite „CryptoKartal“ verloren haben. Das Verbraucherschutzforum spricht von der Notwendigkeit einer globalen Reaktion auf solche Betrugsnetzwerke, die 3.500 Täter und mehr betroffen haben.

Das Verfahren wird mit Spannung verfolgt, nicht nur wegen der Höhe der Schadenssummen, sondern auch wegen der internationalen Verstrickungen und der hartnäckigen Ermittlungsarbeit. Der Prozess könnte für viele Betroffene einen Funken Hoffnung bieten, endlich Gerechtigkeit zu erfahren.