Berchtesgaden: Waldwirtschaft ruft zur Rettung vor Klimawandel auf!
Der Forstbetrieb Berchtesgaden setzt auf Klimafitheit und nachhaltige Bewirtschaftung, während Generationenwechsel und Waldpflege erfolgen.

Berchtesgaden: Waldwirtschaft ruft zur Rettung vor Klimawandel auf!
Am Forstbetrieb Berchtesgaden wurden kürzlich nicht nur Bäume geflegt, sondern auch Kunstwerke. Forstleiter Daniel Müller präsentierte eine beeindruckende Skulptur, die symbolisch für den Wandel und die Herausforderungen steht, mit denen die Wälder konfrontiert sind. Der Forstbetrieb, der sich über drei Viertel anspruchsvolles Kalkalpen-Gelände erstreckt und neun Revieren umfasst, befindet sich aktuell im Umbruch. Ein Generationenwechsel unter den Förstern steht bevor, was bedeutet, dass die kommenden Förster die Verantwortung haben werden, den Wald in einem besseren Zustand an die nächste Generation zu übergeben, als sie ihn vorgefunden haben.
Der Klimawandel hat in den letzten Jahren massive Auswirkungen auf die Wälder sowohl in Bayern als auch in ganz Deutschland gehabt. Deutschlandfunk berichtet, dass in vielen Regionen wie im Sauerland und Harz große Flächen mit abgestorbenen Fichten zu sehen sind. Der Zustand der deutschen Wälder ist alarmierend, denn vier von fünf Bäumen sind inzwischen krank. Besonders betroffen sind Fichten und Buchen, die durch Trockenheit, höhere Temperaturen und häufigere Extremwetterereignisse in ihrer Existenz gefährdet sind. Umso wichtiger ist es, dass der Forstbetrieb Berchtesgaden Maßnahmen ergreift, um die Wälder resilienter zu machen.
Der Weg zu klimafitten Wäldern
Im Berchtesgadener Land werden bereits aktiv verschiedene Baumarten gepflanzt, um den Wald zukunftssicher zu gestalten. BGland24 berichtet, dass rund 30 Baumarten, darunter Elsbeere, Flatterulme, Schwarznuss, Zirbe und Eibe, kultiviert werden. Eichen gewinnen dabei besonders an Bedeutung, da sie im Winter ihr Laub verlieren und somit Schnee durchlassen, was die Schneelast auf den Bäumen reduziert. Mischwälder werden gefördert, um die Diversität zu erhöhen und das Überleben unterschiedlicher Baumarten zu sichern.
Die Herausforderungen, die sich aus dem Klimawandel ergeben, sind nicht zu unterschätzen. Extreme Wetterereignisse, wie der Schneebruch im September 2024, haben bereits große Schäden angerichtet, die mit Hubschraubern behoben werden mussten. Auch die Bekämpfung von Borkenkäfern erfolgt präventiv, indem umgestürzte Bäume schnell entfernt und entrindet werden, alles ohne den Einsatz von Insektiziden. Dazu kommt der Pilzbefall, der ebenfalls zur Entfernung befallener Bäume führt.
Die Bedeutung der Waldstrategie 2050
Die Waldstrategie 2050 des Bundesministeriums gibt den Ton an, wie es mit der Pflege und dem Schutz der deutschen Wälder weitergeht. Die Strategie hat das Ziel, die Wälder in Zeiten des Klimawandels nicht nur zu erhalten, sondern auch kontinuierlich weiterzuentwickeln. BMLEH beschreibt, dass rund 11,5 Millionen Hektar Wald in Deutschland eine wichtige Rolle spielen und dass die Herausforderungen durch den Klimawandel, wie die Anpassung an wetterbedingte Veränderungen, im Fokus stehen.
Es wird immer deutlicher, dass ein Umdenken in der Forstwirtschaft notwendig ist. Mischwälder mit einer höheren Artenvielfalt bieten die beste Chance, um widerstandsfähige Bestände gegen Trockenheit und Sturmereignisse zu schaffen. Diese Umstellung benötigt jedoch Zeit. Laubbäume wie Eichen und Buchen benötigen 100 bis 180 Jahre, bis sie die Reife erreichen, die für die Hiebreife notwendig ist.
Die Umstrukturierung der Wälder wird langfristig erforderlich sein und sich über mehrere Generationen hinweg erstrecken. Trotz der teils rückläufigen finanziellen Situation im Forstbetrieb, mit einem Minus von 1,14 Millionen Euro in 2025, sind die Förster entschlossen, die Zukunft unserer Wälder in die eigenen Hände zu nehmen und dafür zu kämpfen, dass die Natur nicht nur überlebt, sondern erblüht.